Rems-Murr-Kreis

Inzidenz im Rems-Murr-Kreis bei 100: Was heißt das jetzt in puncto Öffnungen?

Symbolfotofreibad
Wann werden wir endlich ins Freibad gehen können? © Gaby Schneider

Himmel hilf! Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist von 94 am Mittwoch wieder auf 100 am Donnerstag gestiegen! So steht's jedenfalls auf dem Dashboard des Landratsamts. Was genau heißt das jetzt? Die genaue Bezeichnung der magischen Grenze lautet doch immer „unter 100“. Wird die Bundesnotbremse noch ewig unser Leben bestimmen? Sind die erhofften Freiheiten wieder perdu?

Moment! Die Inzidenzzahl auf der Homepage des Landratsamts ist eine gerundete Zahl. Die genaue Zahl aber liegt bei 99,7. Das heißt: Wir dürfen auf weitere Freiheiten hoffen. Wenn die dazugehörigen Voraussetzungen erfüllt sind.

Die Inzidenz muss unten bleiben

Erste Voraussetzung ist, dass die Inzidenz nicht wieder die 100 erreicht. Mindestens fünf Werktage lang muss die Inzidenz unter 100 sein, damit das Landratsamt eine Bekanntmachung veröffentlichen darf. In dieser steht dann, dass am zweiten Tag nach Veröffentlichung weitere Öffnungsschritte erfolgen dürfen.

Der Beginn der Zählung ist der Tag, an dem das Robert-Koch-Institut erstmals die Unter-Hundert-Inzidenz verkündet. Das Landratsamt kennt die Inzidenz des Tages am Abend, meldet nach Berlin, das RKI vermeldet am nächsten Morgen. Das heißt: Die Inzidenz von 94 vom Mittwochabend wird vom RKI am Donnerstagmorgen bekannt gegeben, die Zählung beginnt. Sonn- und Feiertage sind allerdings ausgenommen. Also würde das Landratsamt – immer vorausgesetzt, die Inzidenz durchbricht nicht wieder die 100er-Grenze – am Mittwochabend die Öffentliche Bekanntmachung auf die Homepage stellen. Ein Tag Frist muss noch eingehalten werden – Freitag, 28. Mai, wäre der Tag der Tage!

Am Freitag würde der „Öffnungsschritt 1“ erfolgen. Das Stichwort zeigt schon: Bis alle Freiheiten zu genießen sind, die letztlich die Unter-100-Inzidenz erlaubt, braucht einen langen Atem. Drei Öffnungsschritte gibt’s, jeweils gebunden an sinkende Inzidenzzahlen.

Das passiert bei Öffnungsschritt 1

  • Grundsätzlich: Es gilt bei allen neuen Öffnungen: Gebraucht wird ein tagesaktueller Coronatest, Hygienemaßnahmen vor Ort müssen eingehalten werden, Kontakte müssen dokumentiert sein. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
  • Kitas: Die Kitas gehen in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen.
  • Schulen aller Art: Zumindest in den Grundschulen kehrt wieder so etwas wie Normalität ein: Es darf die gesamte Klasse in den Präsenzbetrieb. Für alle anderen Klassenstufen bleibt leider der Wechselunterricht erhalten. Sowie die Sonderregelungen für Abschlussklassen. Aber jetzt sind erstmal Ferien. Nachhilfeunterricht darf in Gruppen von bis zu zehn Schülern stattfinden. Dasselbe gilt für Unterricht in Musik- und Kunstschulen. Aber – wieder Ausnahme – Gesangs-, Tanz- oder Blasmusikunterricht ist nicht erlaubt. Volkshochschulen und andere Bildungsstätten dürfen Kurse abhalten: innen mit bis zu zehn Personen, außen mit bis zu 20 Personen. Wer motorisiert unterwegs sein will: Fahrschulen dürfen wieder ausbilden.
  • Einzelhandel: Es darf auf 40 Quadratmeter Ladenfläche ein Kunde ohne aktuellen Coronatest kommen. Dieser Kunde muss sich dann aber angemeldet haben. Ohne Voranmeldung dürfen zwei Kunden pro 40 Quadratmeter Ladenfläche eintreten – mit aktuellem Coronatest.
  • Gastronomie aller Art: Gaststätten können von 6 bis 21 Uhr Gäste empfangen. In Innenräumen darf sich ein Gast pro 2,5 Quadratmeter aufhalten. Tische stehen im Abstand von 1,5 Metern. Außengastronomie ist unter Einhaltung der üblichen AHA-Regelungen ohne weitere Einschränkung möglich. Mensen, Cafeterien und Kantinen dürfen ebenfalls öffnen.
  • Sport aller Art: Sport darf nach nur im Freien stattfinden. Freizeit- und Amateursportler können in Gruppen mit bis zu 20 Personen trainieren. Bei Veranstaltungen des Spitzen- und Profisports können 100 Zuschauer empfangen werden.
  • Religion: Ganz gleich ob Kirche, Moschee oder sonstiger Gebetsraum – Veranstaltungen zur Religionsausübung können ohne Anmeldung über die Bühne gehen.
  • Freiluft-Freizeiteinrichtungen: Badeseen und Freibäder dürfen öffnen – Außenbereiche von Hallenbädern auch. Eine Person pro 20 Quadratmeter hat Zutritt. Außerdem dürfen auch wieder Minigolfanlagen, Hochseilgärten, Bootsverleihe und alle anderen denkbaren Vergnügungen dieser Art öffnen. Bis zu 20 Personen dürfen hier zusammenkommen.
  • Kultur: Zoos und botanische Gärten dürfen genauso wie Galerien, Gedenkstätten und Museen öffnen. Die Regel: eine Person auf 20 Quadratmeter. Kulturveranstaltungen, gemeint sind Theater, Oper, Kino und Ähnliches, finden nur draußen statt. Dafür mit bis zu 100 Personen.
  • Tourismus: Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen wieder bewohnt werden. Gäste ohne vollständige Impfung oder Genesenen-Nachweis müssen aber alle drei Tage einen Coronatest machen. Touristischer Verkehr mit Reisebussen, Seilbahnen, Ausflugsschiffen und so weiter ist möglich – bei halber Besetzung.
  • Tierpflege: Tierpflegesalons und Tierfriseure dürfen öffnen. Es gilt wieder: eine Person pro 20 Quadratmeter.
  • Körpernahe Dienstleistungen: Hier wird’s wieder komplizierter. Wenn während des gesamten Aufenthalts das Tragen einer Maske möglich ist, muss kein Coronatest vorgelegt werden. Dürfte also bei Fußpflege, Nagelstudios auch Friseuren kein Problem sein. Barbiere dagegen oder Kosmetikstudios sind nur mit Test offen. Es muss ein Termin gebucht sein. Das Prostitutionsgewerbe ist weiterhin grundsätzlich geschlossen.

Wann kommen die Schritte 2 und 3?

Damit es mit den Öffnungsschritten weitergeht und noch mehr Freiheiten erlaubt werden, muss die Inzidenz stetig sinken. Nach den ersten 14 Tagen darf das Landratsamt wieder eine Bekanntmachung veröffentlichen, die diesmal nur einen Tag danach auch gilt. Dann darf beispielsweise die Gastronomie bis 22 Uhr öffnen, Saunen dürfen eingeschränkt öffnen, Hallenbäder ebenfalls. Und bei verschiedenen Veranstaltungen sind mehr Besucher erlaubt.

Sinkt die Inzidenz die nächsten 14 Tage weiter, folgt Öffnungsschritt drei. Dann dürfen Freizeitparks öffnen, Messen stattfinden und ins Kino oder ins Theater können noch mehr Besucher kommen.

Und wenn die Inzidenz steigt?

Ach ja, es ist sicher nicht falsch, auch zu überlegen, was ist, wenn die Inzidenz nicht fünf Tage lang unter 100 bleibt, sondern wieder steigt. Dann nämlich ist doch alles wieder perdu. Und Warterei und Zählerei gehen von vorne los: Sobald die Inzidenz unter 100 liegt, muss der Rems-Murr-Kreis fünf Werktage abwarten. Steigt die Inzidenz und fällt sie und steigt sie und fällt sie, geht’s jedes Mal wieder von vorne los.

Hatten wir Öffnungsschritt 1 schon erreicht, Freiheiten genossen und die Inzidenz steigt dann wieder, dann sieht’s noch mal anders aus. Wird dann der Schwellenwert 100 an drei Tagen in Folge überschritten, müssen die Lockerungen vom Landratsamt wieder mit einer Bekanntmachung zurückgenommen werden. In diesem Fall zählen übrigens die Sonn- und Feiertage mit. Das heißt: Insgesamt sind ein dann ab dem Wert 100 genau fünf Tage, bis beispielsweise die Gastronomie wieder schließen muss.

Himmel hilf! Die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis ist von 94 am Mittwoch wieder auf 100 am Donnerstag gestiegen! So steht's jedenfalls auf dem Dashboard des Landratsamts. Was genau heißt das jetzt? Die genaue Bezeichnung der magischen Grenze lautet doch immer „unter 100“. Wird die Bundesnotbremse noch ewig unser Leben bestimmen? Sind die erhofften Freiheiten wieder perdu?

Moment! Die Inzidenzzahl auf der Homepage des Landratsamts ist eine gerundete Zahl. Die genaue Zahl aber liegt bei

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper