Rems-Murr-Kreis

Inzidenz-Rekorde: Corona im Rems-Murr-Kreis und in der Welt

Labor Klinikum
Die Labore, die Tests analysieren, kommen kaum mehr hinterher. Die Sequenzierung auf Omikron wurde jetzt für den Kreis eingestellt. © Benjamin Büttner

Es geht steil nach oben. Üblicherweise ist das eine positiv besetzte Aussage. Zurzeit verursacht sie Gänsehaut: Was, wenn dieser Inzidenzanstieg irgendwann doch noch die Krankenhäuser mit schwer kranken Menschen flutet? Von einer Inzidenz von 199 am 28. Dezember ist der Rems-Murr-Kreis auf 806 am 21. Januar gerauscht. Ein noch nie – während der ganzen Pandemie nicht – da gewesener Wert. Kann das gutgehen? Andererseits: Auf den Färöer-Inseln liegt die Inzidenz aktuell bei 6868. Müssen wir uns da aufregen?

Inzidenz im Rems-Murr-Kreis auf einem noch nie da gewesenen Höchststand

Omikron hat Deutschland und den Rems-Murr-Kreis im Griff. Die Tests werden in den Laboren inzwischen nicht mehr sequenziert und auf die Variante hin überprüft – über 80 Prozent der Proben sind sowieso Omikron. Es ist also kein Wunder, dass bei dieser hoch ansteckenden Variante die Grafik des Landratsamts einen Schwung nach oben nimmt, der so noch nie da gewesen ist. In keiner der vorangegangenen Wellen.

Interessant aber ist: So wie die Ansteckungen in die Höhe schnellen, so sinkt zumindest bislang die Anzahl derer, die im Krankenhaus auf den Intensivstationen liegen. Acht Patienten zählen die Rems-Murr-Kliniken am 21. Januar um 10.32 Uhr auf Intensiv und an ihren Beatmungsgeräten. Das sah im November und Dezember des vergangenen Jahres, als die Delta-Variante noch ihr Unwesen trieb, sehr viel schlechter aus. Bis zu 21 Menschen mussten da in Winnenden gleichzeitig beatmet werden. Dennoch: Sorgenfalten sind nicht unberechtigt, denn es liegt in der Natur der Mathematik, dass mit zunehmenden Ansteckungen auch immer mehr Menschen ärztliche Hilfe brauchen, auch wenn’s im Verhältnis weniger sind als während der vergangenen Wellen.

Wie wird sich die Inzidenz bei uns entwickeln? Ein Blick auf die Zahlen von Großbritannien ist wie ein Blick in die Zukunft

Interessant ist ein Blick in die Zukunft. Er ist in diesem Fall möglich. Dank unserer Nachbarn. Denn während sich im Rems-Murr-Kreis der Omikron-Anstieg erst ab dem 28. Dezember aufbaute, war Großbritannien etwa zwei Wochen früher dran. Dort schnellten die Zahlen ab dem 13. Dezember in die Höhe und landeten am 6. Januar bei einer Inzidenz von 1877. Und dann? Dann ging’s gerade so steil wieder nach unten. Am 21. Januar, gerade mal 15 Tage später, liegt die Inzidenz bei 950. Wenn’s so weitergeht, können sich die Briten bald wieder entspannen.

In Dänemark dagegen ist die aktuelle Welle noch in vollem Gang: Die Inzidenz liegt am 21. Januar bei 3724, und es ist in der grafischen Darstellung noch kein Abkippen der Linie nach unten zu erkennen. In Frankreich sieht’s ähnlich aus: 3503. Und in Israel noch schlimmer: Die Inzidenz liegt bei 4396. Die Frage ist, ob der Rems-Murr-Kreis dort auch noch landen wird? Und wann wird’s wieder besser? Deutschland übrigens liegt laut Robert-Koch-Institut am 21. Januar morgens bei 706,3.

Und was ist mit den Färöern? Haben jene abgelegenen kleinen Inseln im Nordmeer zwischen Island und Norwegen ihren Peak wohl erreicht? Die Inzidenz ist am 21. Januar mit 6868 erschreckend hoch, doch noch einen Tag zuvor lag sie bei 6896. Kündigt sich hier der Abwärtstrend an?

Die Färöer haben allerdings – ganz gleich, wie himmelhoch die Inzidenz gerade ist – eine Todesrate, die nur bei 0,13 Prozent liegt. Da sieht’s für Deutschland ganz anders aus: 1,38 Prozent jener, die sich infiziert haben, sind an oder mit dem Virus gestorben. Die Rate für den Rems-Murr-Kreis liegt aktuell bei 1,01 Prozent.

Die weltweit höchste Todesrate hat im Übrigen der bürgerkriegszerstörte Jemen mit 19 Prozent.

Die Südsee-Paradiese: Nicht nur wegen des weißen Strands ein Traum

Aber ja, es gibt in dieser ganzen Pandemie-Bedrängnis auch noch Orte auf der Welt, die sich den Begriff „Paradies“, den sie ob ihrer Lage im Südpazifik und ihrer Lagunen, weißen Sandstrände und Palmen sowieso schon haben, auch in Sachen Corona auf die Fahne schreiben können. Mikronesien, Tonga, die Cookinseln und Kiribati – Inseln, die zu Ozeanien gehören – glänzen mit einer aktuellen Inzidenz von 0,0 und einer Todesfallrate von – wirklich wahr – 0. Da kann nicht mal die abgeschiedene Vatikanstadt mithalten. Todesfälle wegen Corona sind dort zwar auch nicht zu beklagen. Die aktuelle Inzidenz allerdings liegt bei 246. Ein für den Zwergstaat sicherlich erschreckender Wert, lag die Inzidenz doch vom 25. Oktober bis zum 18. Januar bei null, um dann am 19. Januar auf den aktuellen Wert zu schießen. Ein drastisches Infektionsgeschehen bei insgesamt nur 812 Einwohnern. Hier allerdings zeigt sich, mit welcher Vorsicht Statistiken gelesen werden müssen. Die Inzidenz ist ja die Zahl der Infektionen binnen einer Woche auf 100 000 Einwohner. In absoluten Zahlen ausgedrückt hat Vatikanstadt in der letzten Woche gerade mal zwei Neuinfektionen zu verzeichnen gehabt.

Es geht steil nach oben. Üblicherweise ist das eine positiv besetzte Aussage. Zurzeit verursacht sie Gänsehaut: Was, wenn dieser Inzidenzanstieg irgendwann doch noch die Krankenhäuser mit schwer kranken Menschen flutet? Von einer Inzidenz von 199 am 28. Dezember ist der Rems-Murr-Kreis auf 806 am 21. Januar gerauscht. Ein noch nie – während der ganzen Pandemie nicht – da gewesener Wert. Kann das gutgehen? Andererseits: Auf den Färöer-Inseln liegt die Inzidenz aktuell bei 6868. Müssen wir uns

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