Rems-Murr-Kreis

Johannes Warth zeigt den Weg zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung

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ZVW Wissen Johannes Warth
Johannes Warth. © ALEXANDRA PALMIZI
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ZVW Wissen Johannes Warth
Veranstaltungsplakat. © ALEXANDRA PALMIZI

Als „Ermutiger und Überlebensberater“ gab der gelernte Schauspieler Johannes Warth aus Ravensburg am Mittwochabend den Auftakt zur Reihe ZVW-Wissen im Foyer der Waiblinger Kreissparkasse. Dabei säte er seine „acht Samen der Achtsamkeit“ nicht nur mit Wortspielereien in die Köpfe des Publikums, sondern auch mit Bewegung, Jonglage, Zeitungspapier-Zauberei und einem Schlagzeug Marke Eigenbau.

„Mut, sich zu hinterfragen“, machte der erste Samen auf dem Weg zur erfolgreichen self-fulfilling prophecy“ (sich selbst erfüllende Vorhersage). „Self-fulfilling prophecy ist der Satz, mit dem Sie in den Tag gehen“, leitete Warth sein Waiblinger Publikum an. Morgens vor dem Spiegel zu sagen: „Das Beste, was den Menschen heute begegnen kann, bin ich“ anstatt „heute wird ein schwerer Tag“. Mit dem Bild zweier Firmenmitarbeiter, die beobachten, wie ein Kollege einen Fehler macht, aber nichts sagen, säte Johannes Warth, auch Coach für Führungskräfte, den zweiten Samen: Zusammenarbeit mit der Steigerung Zusammenhalt. Hier spielte der Oberschwabe Szenen aus Nachbarschafts- und Erbstreitigkeiten in verschiedenen Dialekten nach.

„Was saget au d’ Leut?“ Gegen diesen schlimmsten Satz seiner Mutter säte Johannes Warth den Try-Samen als Dritten im Bunde: Das englische to try (versuchen, sich trauen) steht für den Mut, immer wieder etwas Neues anzufangen. „Stellen Sie sich vor, Albert Einstein hätte beim Entwickeln der Relativitätstheorie die Leute gefragt“, erklärte der Lebensberater, dann wäre diese Theorie überhaupt nicht entstanden. Was passiert, wenn jemand den Mut hat, auch nur ein paar Worte in einer anderen Sprache zu lernen, mimte der Wortkünstler in allerlei Fremdsprachen. Dabei erzählte er von einem Chef, der das Wort danke in 39 Sprachen lernte, weil er Mitarbeiter aus 39 Nationen hat.

„D'r Nachtkrapp kommt:“ Die schwarze Sagengestalt, die Kinder in einen Sack steckt und mitnimmt, wenn sie in der Dämmerung noch draußen sind, nahm der Überlebensberater als Metapher für den Fear-Samen. „Auf den Furcht-Samen dürfen wir draufstehen“, sagte er. „Diejenigen, die Furcht verbreiten, treten die Ehrfurcht jedoch mit Füßen“.

„Give me five“, kam Warth zum fünften Samen, der da hieß „Freude verbreiten“. Wenn Freunde fragten „wie geht es dir?“, einfach sagen „sensationell“. „Jetzt komm“, laute dann hundertpro die Steilvorlage für ein „ja, an meinem Waschbecken im Badezimmer kommt 24 Stunden Trinkwasser heraus, wow, sensationell.“ Das Talent, auch unter schwierigen Bedingungen Freude zu verbreiten, hat der Sprachkünstler mit einem „inneren Konto“ entwickelt. „Ich hab’ aufgehört, für Geld zu arbeiten“, sagte er. In Fällen, wo kein Honorar aufs Geldkonto komme, könne er über das Geleistete sagen, „dafür brenne ich“.

„Ich sehe schon, this is not the rhythm of Wissensvermittlung“, führte Johannes Warth auch als Perkussionist mit seinen Zuhörern Experimente durch. Im „Rhythmus, dass jeder mit muss“ wirbelte der Multi-Künstler den Samen Nummer sechs namens „Sinn-Samen“ herbei und fragte sich, warum Schauspieler in Serien mitspielen, die sie selber niemals schauen würden. Nummer sieben war der „Same des Siebens“, genauer der Same der drei Siebe des Sokrates, die eine Geschichte erzählenswert machen oder auch nicht: Erstens, ist es eine wahre Geschichte? Zweitens, ist es eine aufbauende Geschichte? Und drittens, kann der Zuhörer etwas daraus lernen? Wenn nicht, findet Warth, sei das, wie wenn er abends den Fernseher einschalte und hinterher denke, „das hättest du dir sparen können“.

„Jeder achte den anderen auch“: Dieses achte Samenkorn machte die Warthsche Achtsamkeit komplett und gab den Impuls zum Nachspielen einer Drängler-Szene aus der Schlange im Supermarkt, wo gebrüllt wird „hinten anstellen“. In einer „Zu-Samen-Fassung“ schnürte Coach Warth das „Personal Power Package“ für die Waiblinger verbal vollends zu und zur Veranschaulichung ließ er daraus eine riesige Pflanze aus Zeitungspapier wachsen.

Info

Weitere Vorträge in der Reihe ZVW-Wissen gibt es in der Kreissparkasse am 29. Juni mit der Expertin für Servicequalität Sabine Hübner, am 20. Juli mit dem Neurologen und Psychiater Professor Dr. Volker Busch, am 28. September mit dem Rhetoriker René Borbonus, am 19. Oktober mit dem Bestsellerautor Prof. Dr. Jens Weidner, und am 16. November mit dem Cirque du Soleil-Star und Showexperten Christian Lindemann. Beginn ist jeweils um 19.30 Uhr. Infos über das Weiterbildungsangebot und Buchung: www.sprecherhaus-shop.de.

Als „Ermutiger und Überlebensberater“ gab der gelernte Schauspieler Johannes Warth aus Ravensburg am Mittwochabend den Auftakt zur Reihe ZVW-Wissen im Foyer der Waiblinger Kreissparkasse. Dabei säte er seine „acht Samen der Achtsamkeit“ nicht nur mit Wortspielereien in die Köpfe des Publikums, sondern auch mit Bewegung, Jonglage, Zeitungspapier-Zauberei und einem Schlagzeug Marke Eigenbau.

„Mut, sich zu hinterfragen“, machte der erste Samen auf dem Weg zur erfolgreichen

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