Rems-Murr-Kreis

Keine VVS-Preiserhöhung: Eine Million Euro Kosten

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Waiblingen/Stuttgart.
Um 1,9 Prozent sollen die Fahrpreise im Verkehrsverbund Stuttgart im nächsten Jahr steigen, wenn’s nach den Betreibern der Busse, U- und S-Bahnen geht. Würde jedoch auf diese Tariferhöhung verzichtet, kostet dies den Rems-Murr-Kreis rund eine Million Euro jährlich, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes. Im Entwurf des Kreisetats 2020 hat der Rems-Murr-Kreis rund 28 Millionen Euro für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) eingestellt. Aufgrund der VVS-Tarifreform im April dieses Jahres rund sechs Millionen Euro mehr als in den Vorjahren.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann hat den Verzicht auf eine Preiserhöhung angeregt. Die vier Landräte im VVS-Gebiet, darunter Rems-Murr-Landrat Dr. Richard Sigel, konterten Hermanns Vorschlag mit einer Gegenforderung: Stabile VVS-Fahrpreise müssten dauerhaft finanziert sein. Sprich: Das Land Baden-Württemberg solle die Hälfte der Mehrkosten von zehn Millionen dauerhaft übernehmen. Dann ließe sich über den Vorschlag reden.

Taktik der Region Stuttgart: Tarife stetig erhöhen

Tariferhöhungen im VVS waren in den vergangenen Jahrzehnten ein Ritual, über das sich viele Kreisräte ärgerten, stellte es doch ihre Machtlosigkeit dar. Denn stimmte der Kreistag der vom Aufsichtsrat vorgeschlagenen Preissteigerung nicht zu, hätten just dieser Kreis den Einnahmenausfall aus eigener Tasche bezahlen müssen. Jahr für Jahr legen nämlich die Busfirmen, die Stuttgarter Straßenbahnen und die Deutsche Bahn ihre Kalkulation vor, um wie viel teuer die Fahrpreise steigen müssen, um die höheren Kosten zu decken. Zum 1. Januar 2020 sollen es wieder 1,9 Prozent sein. Die Taktik der Region Stuttgart war, die Tarife stetig zu erhöhen. So beträgt der Kostendeckungsbeitrag der Fahrgäste heute schon rund 60 Prozent. Den Rest schießt die öffentliche Hand zu, also die Landkreise und die Stadt Stuttgart.

Die Landräte lehnen eine Nullrunde 2020 nicht grundsätzlich ab. In einem Brief an Verkehrsminister Hermann schrieben die vier Landräte der Verbundlandkreise auch: „Den laufenden Gesprächen mit der Landeshauptstadt und Beratungen in den Kreistagen wollen und können wir als Landräte nicht vorgreifen.“ Ihnen sei „aber das Signal wichtig, dass sich die Landkreise keinesfalls gegen eine „Nullrunde“ und zwangsläufig für eine Erhöhung der Fahrpreise aussprechen“.

Waiblingen/Stuttgart.
Um 1,9 Prozent sollen die Fahrpreise im Verkehrsverbund Stuttgart im nächsten Jahr steigen, wenn’s nach den Betreibern der Busse, U- und S-Bahnen geht. Würde jedoch auf diese Tariferhöhung verzichtet, kostet dies den Rems-Murr-Kreis rund eine Million Euro jährlich, sagt eine Sprecherin des Landratsamtes. Im Entwurf des Kreisetats 2020 hat der Rems-Murr-Kreis rund 28 Millionen Euro für den Öffentlichen

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