Rems-Murr-Kreis

Kindergipfel: Was Kinderarzt-Sprecher Dr. Ralf Brügel zu Masken, Tests und Impfung sagt

Kinderärzte
Kinderarzt Dr. Ralf Brügel. © Benjamin Buettner

Genug gelitten, das Leben ruft: Kinder und Jugendliche dürfen auf schönere Sommerferien hoffen als 2020. Längst nicht alles, aber vieles wird wieder möglich sein, und das ist dringend nötig, betonte Dr. Ralf Brügel, Sprecher der Kinderärzte im Rems-Murr-Kreis, beim virtuellen „Kindergipfel“ am Donnerstagabend. Rund 60 Vertreter/-innen aus Vereinen, Verbänden, Kirchen und Kommunen hatten sich auf Einladung des Landratsamtes zugeschaltet: Wie gehen wir’s an, was müssen wir beachten, sofern wir in den Ferien Spieltage oder ein Zeltlager auf die Beine stellen wollen, und muss man da dann Mundschutz tragen?

Zu Mundschutz- und anderen Fragen sah sich Brügel all die Monate mit „aller-kontroversesten“ ´Diskussionen konfrontiert. Darf man das denn, schon den Kleinen Masken verordnen, wie wirkt das auf sie, und wie soll das alles noch weitergehen?

"Man eckt sehr schnell an"

Ralf Brügel plädiert dafür, die Maskenpflicht an Schulen schrittweise zurückzufahren. Tests sind zumutbar, findet der Kinderarzt; sie beeinträchtigen die Kinder aus seiner Sicht noch am wenigsten, jedenfalls viel weniger als die Maske.

Auch dazu gibt’s verschiedene Meinungen. „Man eckt sehr schnell an“, das ist eine der prägendsten Pandemie-Erfahrungen von Ralf Brügel, und auch unter Kinderärzt/-innen im Kreis wird über diese und jene Frage heiß diskutiert. Einig sind sich aber alle, so Brügel weiter, die jüngste Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) macht Sinn: Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren sollten nicht grundsätzlich, sondern nur unter bestimmten Voraussetzungen eine Impfung erhalten. Die Stiko rät zur Impfung dieser Personengruppe nur, sofern Kinder vorerkrankt sind oder sie im Umfeld von Menschen leben, die sich selbst nicht schützen können.

Freizeiten, Zeltlager, Spiel- und Sporttage wieder möglich

„Wir sind uns alle einig, dass die Kinder und Jugendlichen die großen Verlierer in der Pandemie sind“, sagte Brügel und beschrieb ein bedrückendes Indiz: Früher behandelte er in seiner Praxis zwei oder drei Mädchen im Jahr, die sich ritzten. Jetzt waren es gefühlt jede Woche so viele.

„Mutig, sicher und weitreichend“ werde man nun Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit wieder ermöglichen, kündigte der baden-württembergische Sozialminister Manfred Lucha kürzlich an. Spiel- und Sporttage, aber auch Ferienprogramme, Freizeiten oder Zeltlager sind bald wieder erlaubt – mit Einschränkungen.

Welche das genau sind, auch darum ging’s beim Kindergipfel. Detailinfos gibt’s beim Landesjugendring. Einige Fragen klärte Geschäftsführer Buddy Dorn bereits beim Kindergipfel, etwa zur Maskenpflicht: Beispielsweise innerhalb eines Zeltlagers müssen die Kinder keine Maske tragen, nur bei Kontakt mit Personen außerhalb des Lagers.

Neue Verordnung lässt Spielräume

Martin Bachhofer von der Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten ermutigte beim Kindergipfel die gesamte Runde, sich an die Dinge heranzuwagen und Angebote für Kinder und Jugendliche auf den Weg zu bringen. Die neue Verordnung lässt laut Bachhofer genügend Spielräume, damit ein Angebot sowohl regelkonform sein als auch Spaß machen kann. Je nach Situation ist in der Verordnung etwa von Abstandsempfehlung die Rede, nicht von -pflicht. Veranstalter brauchen ein Hygienekonzept, das etwa Laufwege, Reinigung oder Spuckschutz regelt – nichts Neues also, weshalb die Anbieter auf vorhandene Konzepte zurückgreifen können. Bei großen Veranstaltungen gilt die 30er-Regel. Sind mehr als 30 Kinder und Jugendliche angemeldet, müssen Veranstalter Gruppen bilden und dafür sorgen, dass sich diese nicht durchmischen. Mit Blick auf Tests ganz wichtig, so Bachhofer: Gleich zu Beginn sollte man die Kinder über die Abläufe aufklären und sie informieren, welche Schritte im Falle eines positiven Ergebnisses folgen müssen.

Genug gelitten, das Leben ruft: Kinder und Jugendliche dürfen auf schönere Sommerferien hoffen als 2020. Längst nicht alles, aber vieles wird wieder möglich sein, und das ist dringend nötig, betonte Dr. Ralf Brügel, Sprecher der Kinderärzte im Rems-Murr-Kreis, beim virtuellen „Kindergipfel“ am Donnerstagabend. Rund 60 Vertreter/-innen aus Vereinen, Verbänden, Kirchen und Kommunen hatten sich auf Einladung des Landratsamtes zugeschaltet: Wie gehen wir’s an, was müssen wir beachten, sofern wir

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