Rems-Murr-Kreis

Kreisbaugruppe Rems-Murr: 66 Wohnungen für Klinikpersonal in Winnenden

JahrespressePKkreisbau
Bauen gegen den Fachkräftemangel: In Winnenden-Schelmenholz entstehen Wohnungen für Mitarbeiter des Krankenhauses. © Gaby Schneider

Die Kreisbaugruppe ist im Grunde ein exotischer Verein, sagte Dirk Braune, der Vorsitzende der Geschäftsführung, bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Denn ihre Kernkompetenz, der Mietwohnungsbau, zählt nicht zu den originären Aufgaben eines Landkreises, dessen Tochter die Kreisbau ist. Doch fehlender Wohnraum ist schon lange ein wichtiges Thema und eine der größten Sorgen vieler Menschen, ergänzte Landrat Richard Sigel. „Trotz der Corona-Pandemie hält der Bauboom an und die Nachfrage nach Immobilien steigt.“ Dringend benötigt werde vor allem auch bezahlbarer Wohnraum.

Der ist zunächst einmal ein Defizitbringer, frühestens nach 30 Jahren schrieben solche Projekte schwarze Zahlen, so der Landrat. Eigenkapital erwirtschaftet die Kreisbau durch die Einnahmen aus der Vermietung ihrer rund 120 Gewerbeeinheiten an solide Mieter wie beispielsweise Land, Kommunen oder auch die Sparkasse sowie durch den Bau und Verkauf von Eigentumswohnungen.

500 bezahlbare Mietwohnungen will die Kreisbau selbst schaffen, 2024, und damit sogar drei Jahre früher als im Jahr 2017 geplant, könnte dieses Ziel erreicht werden. Weil insgesamt im Kreis zehnmal so viel bezahlbarer Wohnraum gebraucht wird, sucht sie sowohl die Zusammenarbeit mit privaten Investoren als auch strategische Partner wie den Bau- und Wohnungsverein Stuttgart und die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg.

Wohnen im ländlichen Raum wird beliebter

Zurzeit hat die Kreisbau 853 Mietwohnungen in elf Städten und Gemeinden im Rems-Murr-Kreis im Bestand, 2023 sollen es 1278 sein. Die Kreisbau wächst stetig, was sich auch in der Bilanzsumme niederschlägt, die seit dem Vorjahr um vier Prozent auf knapp 294 Millionen Euro gestiegen ist. Mit derzeit durchschnittlich 7,59 Euro Miete pro Quadratmeter liegt der Preis für die Wohnungen unter den ortsüblichen Vergleichsmieten, grundsätzlich haben Familien mit einem Jahreseinkommen von weniger als 70 000 Euro Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.

Aktuelle Bauvorhaben gibt es in vielen Kommunen, unter anderem übernimmt die Kreisbau 18 öffentlich geförderte Mietwohnungen von der BPD in Fellbach. Außerdem entstehen 23 öffentlich geförderte Wohnungen zurzeit in Rudersberg, auf dem Klinikareal in Waiblingen werden 40 Wohneinheiten sowie eine Kita gebaut und in Backnang wird das Parkdeck des ehemaligen Krankenhauses saniert. Darauf sollen 48 öffentlich geförderte Mietwohnungen aufgesetzt werden. Die geplanten Holzhäuser sollen nicht nur beim Bau möglichst wenig Emissionen verursachen, sondern entsprechen wie alle Bauvorhaben mindestens dem KfW-55-Standard.

Die Kommunen entlang der Murr erlebten gerade einen Aufschwung, sagt Braune: „Nachdem dort lange niemand wohnen wollte, hatte sich die Kreisbau zum Beispiel aus Murrhardt zurückgezogen.“ Nun sei die Gemeinde wieder attraktiv geworden, und das liege nicht nur an den stetig steigenden Mietpreisen in den Städten. „Durch die Corona-Pandemie hat sich der Arbeitsalltag vieler Menschen verändert. Wer nur noch zwei- oder dreimal pro Woche ins Büro nach Stuttgart pendeln muss, kann auch ländlicher wohnen.“

Weniger individueller Wohnraum, mehr Gemeinschaftsflächen

Home-Office werde in Zukunft auch nicht mehr ausschließlich in den eigenen vier Wänden stattfinden: Auf dem Areal „Hangweide“ in Kernen beispielsweise soll ein modernes, autofreies und doch urbanes Quartier entwickelt werden, in dem etwa auch schon in der Planungsphase über Co-Working-Bereiche nachgedacht wird. Generell werde heutzutage kompakter gebaut, erklärt Braune. Dafür werden in modernen Quartieren wie auf dem Klinikareal in Waiblingen Gemeinschaftsräume oder Gäste-Appartements eingeplant, die von allen Mietern gegen geringe Kosten bei Bedarf genutzt werden können.

Erschwingliche Mieten wird es auch für Mitarbeiter der Rems-Murr-Kliniken geben. So soll der Arbeitsplatz für Fachkräfte attraktiver werden. Im Wohngebiet Winnenden-Schelmenholz, in Laufnähe zur Klinik, baut die Kreisbau 66 Ein- bis Drei-Zimmer-Wohnungen für das Klinikpersonal. Die Mieten für das Pflegepersonal sind gedeckelt, der Landkreis übernimmt für die Rems-Murr-Kliniken das entstehende Delta von rund 125.000 Euro.

Die Kreisbaugruppe ist im Grunde ein exotischer Verein, sagte Dirk Braune, der Vorsitzende der Geschäftsführung, bei einem Pressegespräch am Mittwoch. Denn ihre Kernkompetenz, der Mietwohnungsbau, zählt nicht zu den originären Aufgaben eines Landkreises, dessen Tochter die Kreisbau ist. Doch fehlender Wohnraum ist schon lange ein wichtiges Thema und eine der größten Sorgen vieler Menschen, ergänzte Landrat Richard Sigel. „Trotz der Corona-Pandemie hält der Bauboom an und die Nachfrage nach

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper