Rems-Murr-Kreis

Kreistag Rems-Murr tagt erstmals in hybrider Form in Präsenz und Videokonferenz

Maximillian Friedrich Technikaufbau // Kreistagssitzung in Oppenweiler in der Gemeindehalle
Maximillian Friedrich Technikaufbau // Kreistagssitzung in Oppenweiler in der Gemeindehalle © Alexander Becher

Die Gemeinde Oppenweiler erlebte am Montag eine Premiere. Erstmals tagte der Kreistag des Rems-Murr-Kreises in hybrider Form. 52 Kreisrätinnen und Kreisräte waren am Nachmittag persönlich in die Gemeindehalle gekommen, 36 Kreisräte nahmen an der Sitzung und an den Abstimmungen online teil. Die Diskussionen wurden mit einer Kamera aufgenommen und als Videokonferenz im Internet gestreamt - ohne Öffentlichkeit.

 Der erste Online-Redebeitrag ging freilich in die Hose. Eine Panne, wie sie derzeit - wer kennt es nicht -  bei vielen Videokonferenzen zu erleben, zu sehen und zu hören ist. Genauer gesagt: Nichts zu hören ist. Die Kirchberger Kreisrätin Gudrun Wilhelm hatte zur Erheiterung ihrer Kollegen in der Halle vergessen, ihr Mikrofon einzuschalten und spulte ihren Beitrag zur Schülerbeförderung gewissenmaßen als Stummfilm herunter. Im zweiten Anlauf klappte es. Applaus.

Einer der Tagesordnungspunkte der Kreistagssitzung war "Gründung einer Gesellschaft für ein Medzinisches Versorgungszentrum im Rems-Murr-Kreis". Was abstrakt klingt, kann für viele Bürgerinnen und Bürger  von Bedeutung sein im Fall. dass sie krank werden,

Die strikte Trennung von niedergelassenen Ärzten auf der einen Seite und der stationären Versorgung durch Krankenhäuser auf der anderen verschwimmt. Kooperieren statt konkurrieren scheint die neue Devise zu sein. Ob bei den Notfallpraxen der Ärzteschaft in den Rems-Murr-Kliniken Schorndorf und Winnenden oder jetzt bei Medizinischen Versorgungszentren: Es wird eng zusammengearbeitet. Denn den  Patienten ist es letztlich egal, wer sie medizinisch versorgt - Hauptsache: gesund.

Die Rems-Murr-Kliniken können jetzt Medizinische Versorgungszentren gründen, hat der Kreistag am Montag in Oppenweiler beschlossen. Das heißt, die Kliniken kaufen beispielsweise die Praxis eines niedergelassenen Chirurgen oder Orthopäden auf und betreiben diese Praxen in eigner Regie mit angestellten Ärzten. Noch vor wenigen Jahren schäumten die niedergelassenen Ärzte ob solcher Ideen, dass Krankenhäuser in ihrem ureigensten Feld wildern.

Im November 2019 war’s aber im Rems-Murr-Kreis soweit: Das Klinikum Stuttgart kaufte in Schorndorf die Praxis eines Gastroenterologen auf. Landrat Richard Sigel, oberstes Chef der Rems-Murr-Kliniken, ahnte Böses und beschwerte sich bei seinem Stuttgarter Kollegen Fritz Kuhn. Er betrachte den Kauf als unfreundlichen Akt, da das Stuttgarter Klinikum die Praxis in Schorndorf wohl dafür nutzen werde, Patienten nach Stuttgart zu locken.

Aber auch die Rems-Murr-Ärzte kamen ins Grübeln, weil der Schorndorfer Magen-Darm-Experte schlicht keinen Nachfolger gefunden hatte - außer einen Krankenhausbetreiber. Für junge Ärzte gilt es nicht mehr als unbedingt erstrebenswert, eine eigene Praxis zu führen, was zwar hohes Einkommen auf der einen, aber eine hohe Arbeitsbelastung auf der anderen Seite bedeutet. Vor allem Ärztinnen seien mehr an geregelten Arbeitszeiten interessiert, streben oft auch Teilzeit an und wollten deshalb lieber als Angestellte arbeiten. Was bis Ende 2019 ein Tabu war, soll künftig möglich werden. Der Rems-Murr-Kreis als Träger der Kliniken will mit den MVZ „die sektorenübergreifende Versorgung zwischen der Rems-Murr-Kliniken und der niedergelassenen Ärzteschaft verbessern“ und strebt dabei „ein gutes und enges Miteinander mit der Ärzteschaft und den Kommunen“ an.

Die Gemeinde Oppenweiler erlebte am Montag eine Premiere. Erstmals tagte der Kreistag des Rems-Murr-Kreises in hybrider Form. 52 Kreisrätinnen und Kreisräte waren am Nachmittag persönlich in die Gemeindehalle gekommen, 36 Kreisräte nahmen an der Sitzung und an den Abstimmungen online teil. Die Diskussionen wurden mit einer Kamera aufgenommen und als Videokonferenz im Internet gestreamt - ohne Öffentlichkeit.

 Der erste Online-Redebeitrag ging freilich in die Hose. Eine Panne, wie sie

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