Rems-Murr-Kreis

"Löhne rauf! Preise runter!" Neue Montagsdemos am Postplatz Waiblingen starten

Vanessa Rücker
Vanessa Rücker vom Verdi-Ortsverein Waiblingen. © Privat

„Uns reicht’s“, steht schwarz auf gelb auf dem Flugblatt „Löhne rauf! Preise runter!“ Vom kommenden Montag, 12. September, an soll jeden Montag um 18 Uhr auf dem Alten Postplatz in Waiblingen gegen steigende Preise und die Politik der Ampel-Regierung demonstriert werden. Eine Verdi-Frau ist Sprecherin der Demonstranten.

„Die enorm gestiegenen Preise sind in aller Munde und belasten uns alle,“ sagt Vanessa Rücker, Sprecherin der Montagsdemos in Waiblingen.  Hinter der Montagsdemo stehe eine Gruppe von Leuten, die sich aus dem Arbeitsalltag kennen, aber keine Gruppierung, betont die 29-jährige Erzieherin aus Waiblingen. Sie ist seit einigen Jahren gewerkschaftlich aktiv und ist stellvertretende Vorsitzende des Verdi-Ortsvereins Rems-Murr. „Wenn die Lebenshaltungskosten immer weiter steigen, dazu noch eine unsoziale Gasumlage kommt und Reiche immer reicher werden, reicht es uns!“, heißt es in einer Presseerklärung. „Wir werden nicht länger still hinnehmen, dass immer neue Verschlechterungen unseres Lebensstandard Alltag werden und die Regierung das alles befeuert“, so Vanessa Rücker .

Die Initiative hinter den Waiblinger Montagsdemos hat sich eigenen Angaben zufolge „unter Eindruck der zunehmenden Proteste in der ganzen BRD zusammengefunden“.

Rücker: "Bei unseren Aktionen ist kein Platz für Nazis und Rassisten"

Rücker dazu: „Wir finden es super, dass sich an verschiedenen Orten Protest gegen die Regierung regt. Eins ist für uns aber klar: Mit Rechten geht man nicht auf die Straße. Wir verurteilen die rechten Vereinnahmungsversuche von Sozialprotesten ganz entschieden. Bei unseren Aktionen ist kein Platz für Nazis und Rassisten. Mit unseren Kundgebungen in Waiblingen sehen wir uns in der Tradition der Montagsdemos gegen Sozialabbau im Jahr 2004. Genau wie damals haben wir es mit einer unsozialen Regierung zu tun, die auf Kosten der arbeitenden Menschen ihre Politik betreibt.“

Vanessa Rücker hat keine Probleme mit dem Montag und den fremdenfeindlichen Demonstrationen von Pegida oder den montäglichen Aufmärschen und Spaziergängen der Coronaleugner (siehe Kommentar unten: „Warum bloß der Montag“). Der erste Tag der Woche sei generell ein guter Tag, auf die Straße zu gehen. Im Aufruf werde ausdrücklich erklärt, dass Nazis nicht erwünscht seien. „Uns geht es um die Menschen, die von den steigenden Preisen betroffen sind.“

Das am Wochenende (3./4. September 2022) beschlossene „Entlastungspaket“ der Bundesregierung bremse die Proteste in Waiblingen nicht. Vanessa Rücker hält die Maßnahmen der Ampel-Koalition für unzureichend: „ Es kann nicht sein, dass wir unsere eigene Entlastung mit unserem Steuergeld finanzieren. Die Reichen und Konzerne müssen belastet werden. Außerdem bleibt die unsoziale Gas-Umlage vom Maßnahmenpaket unberührt.“

Maßnahmenpaket laut Vanessa Rücker kein Zufall

Auch die angekündigte Einmalzahlung sieht Rücker kritisch: „Wie soll eine einmalige Maßnahme gegen dauerhafte Missstände helfen? Will die Regierung sich jetzt von Paket zu Paket hangeln? Was wir wirklich brauchen sind langfristige Verbesserungen und eine dauerhafte Preisbremse für Energie, Lebensmittel und Sprit.“

Das Maßnahmenpaket ist laut Vanessa Rücker kein Zufall: „Die Regierung weiß, dass es im Land brodelt. An einigen Orten finden bereits Proteste statt, der heiße Herbst ist in aller Munde. Das Paket zeigt, auch wenn es unzureichend ist, dass Protest wirkt.“

Die Montagsdemos in Waiblingen sollen der Initiatve zufolge als kreisweites Angebot den in der Bevölkerung vorhandenen Unmut über die Politik der Bundesregierung bündeln. Auch im Rems-Murr-Kreis gebe es nun eine Möglichkeit, gegen steigende Preise, stagnierende Löhne und unsoziale Politik auf die Straße zu gehen. Vanessa Rücker dazu: „Wir wollen uns bei unseren Protesten untereinander austauschen und gemeinsam ein Zeichen setzen. Denn eins ist klar: Wir sind es, die den Laden mit unserer Arbeit am Laufen halten. Einfach alle Zumutungen still hinzunehmen, ist für uns keine Option. Deswegen gehen wir ab jetzt montags auf die Straße!“

Beim Auftakt der Montagsdemo rechnet Vanessa Rücker mit rund 30 Teilnehmern. Sie hofft, dass sich mit der Zeit Gewerkschaften den Protesten anschließen und die Kundgebungen auf dem Alten Postplatz größer werden.

„Uns reicht’s“, steht schwarz auf gelb auf dem Flugblatt „Löhne rauf! Preise runter!“ Vom kommenden Montag, 12. September, an soll jeden Montag um 18 Uhr auf dem Alten Postplatz in Waiblingen gegen steigende Preise und die Politik der Ampel-Regierung demonstriert werden. Eine Verdi-Frau ist Sprecherin der Demonstranten.

„Die enorm gestiegenen Preise sind in aller Munde und belasten uns alle,“ sagt Vanessa Rücker, Sprecherin der Montagsdemos in Waiblingen.  Hinter der Montagsdemo stehe

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