Rems-Murr-Kreis

Landgericht urteilt: Exhibitionist aus Winnenden muss in die Psychiatrie

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Symbolbild: Exhibitionist auf Parkbank an einem Spielplatz in Winnenden. © Benjamin Büttner

Im Prozess gegen den Exhibitionisten vom Spielplatz am Winnender Bildungszentrum II (wir berichteten) ist vor dem Stuttgarter Landgericht das Urteil ergangen: Der Mann wird dauerhaft im Zentrum für Psychiatrie Weissenau bei Ravensburg untergebracht und kommt damit in den Maßregelvollzug für Rechtsbrecher.

Auffälligkeiten hat der schwer psychisch kranke Flüchtling aus Afrika der Urteilsverkündung zufolge schon länger gezeigt. Wie der Vorsitzende Richter der Jugendkammer, Dr. Johannes Steinbach, ausführte, verhielt er sich schon in seiner Unterkunft seltsam, bevor er am Nachmittag des 26. März auf und um den Spielplatz beim Herbert-Winter-Stadion sexuelle Handlungen vor 13-jährigen Kindern ausübte.

In seiner damaligen Unterkunft in der Nähe des Spielplatzes, so Steinbach, würden normalerweise nur Vier-Bett-Zimmer angeboten. Der 41-jährige nigerianische Staatsangehörige jedoch habe ein Einzelzimmer gehabt, weil ihn die anderen nicht hätten ertragen können.

Nachdem sich bereits mehrere Menschen bei der Winnender Polizei gemeldet hatten, weil ihnen der Mann, der zeitweise mit einem Besenstiel auf dem Gelände des Bildungszentrums II unterwegs war, seltsam vorkam, ließ er vor vier Kindern die Hosen herunter und nahm sexuelle Handlungen an sich vor.

Vor 22-jähriger Justizvollzugsbeamtin wieder die Hosen heruntergelassen

Die Kinder bekamen Angst und baten eine Spaziergängerin um Hilfe, welche die Polizei alarmierte. Bei seiner Festnahme versuchte der Nigerianer, der in Winnenden schon einmal einen Mann mit einem Messer angegriffen hatte, einem Polizeibeamten mit der Faust ins Gesicht zu schlagen.

Er wurde am Amtsgericht Waiblingen dem Haftrichter vorgeführt und kam ins Untersuchungsgefängnis Stuttgart-Stammheim, wo er an der Türe zu seiner Einzelzelle vor einer 22-jährigen Justizvollzugsbeamtin wieder die Hosen herunterließ. Das führte ihn ins Gefängniskrankenhaus Hohenasperg, wo sich der Gerichtspsychiater Professor Dr. Hermann Ebel seiner annahm und feststellte, dass der Mann eine Gefahr für die Allgemeinheit sei.

Die Jugendkammer verurteilte nun ganz im Sinne des Gutachters den schwer psychisch kranken Nigerianer, der keinerlei Behandlungseinsicht zeige, zu einer dauerhaften Unterbringung in der Psychiatrie.

Pflichtverteidiger fragt sich, ob sein Mandant „überhaupt bei sich ist“

Die bisherige Behandlung seit dem 28. Juli hat nach Einschätzung von Richter Steinbach noch gar nicht angeschlagen, und der Pflichtverteidiger, Bernd Kiefer, fragte sich am letzten Prozesstag, ob sein Mandant „überhaupt bei sich ist“.

Der Richter zitierte zur Begründung des Urteils noch einmal den klinisch und forensisch erfahrenen Psychiater, der in diesem Fall sagte: „Da können alle möglichen Straftaten kommen.“

Selbst der Verteidiger hegte keinerlei Zweifel daran, dass die Kinder und andere Zeugen vor Gericht alles so geschildert haben, wie es sich wirklich zugetragen hat, obwohl sein Mandant alles bestritt. Bei Eröffnung des Haftbefehls vor dem Amtsgericht Waiblingen, so der Anwalt, habe er den Nigerianer in einem „desolaten Zustand“ erlebt.

Die Straftaten, die der Mann auf dem Spielplatz und an der Toilette bei der Albertville-Realschule begangen habe, seien „heftig“ gewesen. Die betroffenen Kinder haben den Mann in der „Jogginghose ohne Unterhose“ also richtig eingeschätzt, als sie sich vor ihm ekelten und große Angst vor ihm bekamen.

Am Ende des Prozesses vor dem Landgericht sehen das der Gerichtspsychiater und die Richter der Jugendkammer genauso wie die Kinder.

Im Prozess gegen den Exhibitionisten vom Spielplatz am Winnender Bildungszentrum II (wir berichteten) ist vor dem Stuttgarter Landgericht das Urteil ergangen: Der Mann wird dauerhaft im Zentrum für Psychiatrie Weissenau bei Ravensburg untergebracht und kommt damit in den Maßregelvollzug für Rechtsbrecher.

Auffälligkeiten hat der schwer psychisch kranke Flüchtling aus Afrika der Urteilsverkündung zufolge schon länger gezeigt. Wie der Vorsitzende Richter der Jugendkammer, Dr. Johannes

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