Rems-Murr-Kreis

Landgericht verhandelt blutiges Ehedrama in Winnenden: Mann verletzte seine Frau mit abgebrochener Bierflasche

Landgericht
Das Wappen des Landgerichts © ALEXANDRA PALMIZI

Die 19. Große Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat am Freitag (18.12.) den Prozess gegen den 35-jährigen Iraker eröffnet, der am 25. Juni dieses Jahres zwischen der Haselsteinschule und dem Lessing-Gymnasium mit einem abgebrochenen Flaschenhals auf seine Noch-Ehefrau eingestochen hat. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Der Verhandlung um das blutige Ehedrama wohnen zwei Sachverständige bei.

War Verletzung lebensgefährlich?

Dr. Adina Schweickhardt von der Gesellschaft für rechtsmedizinische Untersuchungen und Sachverständigentätigkeit in Tübingen hat die Aufgabe, etwas über die Lebensgefährlichkeit der Verletzungen zu sagen, die der Angeklagte seiner 35-jährigen Noch-Ehefrau beigebracht hat. Sie wurde mit blutendem Scheitel, drei langen Schnitten im Oberarm und einem Schnitt in der linken Körperseite ins Krankenhaus gebracht.

Der ärztliche Direktor und Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Christophsbad in Göppingen, Professor Nenad Vasic, soll etwas zur Schuldfähigkeit des Angeklagten sagen, der am ersten Prozesstag angab, vor der Tat täglich acht bis zwölf Bier getrunken zu haben. Die Tatwaffe war der Hals einer abgebrochenen Bierflasche.

Mit diesem ging der Mann auf die Mutter seiner sieben Kinder los, nachdem das Paar schon seit Mai dieses Jahres immer wieder so in Streit geraten war, dass die Polizei einschreiten musste. Bereits am 23. Juni war der Streit laut Anklage der Stuttgarter Staatsanwaltschaft derart eskaliert, dass der Beschuldigte seine Frau in der Garage würgte. Sie konnte ihn aber von sich wegstoßen.

Für die gemeinsame Winnender Ehewohnung hatten Polizeibeamte dem Mann einen Platzverweis erteilt, als es am Donnerstag, 25. Juni, zu dem Vorfall zwischen der Haselsteinschule und dem Lessing-Gymnasium kam. Die Ehefrau kam mit den Kindern vom Spielen und hatte vorher jegliches Zusammentreffen des Vaters mit seinen Kindern abgelehnt. Dafür, so die Stuttgarter Staatsanwaltschaft, habe der Angeklagte seine getrennt lebende Frau bestrafen wollen.

Festnahme um 2 Uhr in der Nacht

Zunächst habe er sein Opfer mit den Fäusten geschlagen, gewürgt, getreten und es an den Haaren gezogen. Als der Angreifer mit dem abgebrochenen Flaschenhals auf die Frau einstach, gingen glücklicherweise drei junge Männer dazwischen. Sie hielten den Mann vom weiteren Zustechen ab. Die Frau konnte sich wieder aufrappeln und weglaufen, wobei ihr der Angreifer den Flaschenhals hinterherwarf.

Kurz vor zwei Uhr in der Nacht hat die Polizei dann den Iraker an seiner damaligen Wohnanschrift festgenommen. Am Folgetag wurde er dem Haftrichter vorgeführt und kam in Untersuchungshaft in die Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim.

Der vorsitzende Richter am Landgericht Stuttgart, Norbert Winkelmann, stellte den Angeklagten unter seinen richtigen und unter seinen Aliaspersonalien vor. Zu seiner Person machte der Beschuldigte gestern Angaben, zur Sache noch nicht. 2016 nach Deutschland geflüchtet, habe er Anfang des Jahres 2000 seine Noch-Ehefrau geheiratet, erzählte der Beschuldigte. Er gehöre der Glaubensgruppe der Jesiden an und seine Familie habe es früher im Irak nicht leicht gehabt.

Als Winnender habe er vor seiner Inhaftierung bei einer Firma als Fußbodenleger gearbeitet.

Die Verhandlung wird am Montag, 11. Januar, um 13.30 Uhr fortgesetzt und bis dahin kann sich der Angeklagte überlegen, ob er auch etwas zu den Tatvorwürfen sagen oder lieber von seinem Schweigerecht Gebrauch machen möchte.

Die 19. Große Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat am Freitag (18.12.) den Prozess gegen den 35-jährigen Iraker eröffnet, der am 25. Juni dieses Jahres zwischen der Haselsteinschule und dem Lessing-Gymnasium mit einem abgebrochenen Flaschenhals auf seine Noch-Ehefrau eingestochen hat. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Der Verhandlung um das blutige Ehedrama wohnen zwei Sachverständige bei.

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