Rems-Murr-Kreis

Mehr als 400 auf Intensivstation: Teil-Lockdown für Ungeimpfte ab Mittwoch (17.11.)

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Die Intensivstationen in Baden-Württemberg werden immer voller mit Covid-Patienten. © Adobestock/aechit

Im Hochinzidenz-Landkreis Biberach gelten bereits die strengen Regeln der Alarmstufe. Dort droht die Landkreisverwaltung schon mit Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte wie in Österreich. Für ganz Baden-Württemberg wird der Teil-Lockdown mit 2G in vielen Bereichen am Mittwoch (17.11.) in Kraft treten, denn laut Divi-Intensivregister wurde die Marke von 390 Covid-Intensivpatienten das erste Mal an diesem Montag (15.11.) gerissen. Mit Stand von 10.15 Uhr betrug deren Anzahl 398, mit Stand von 14.15 Uhr 406. Bei 406 blieb es auch um 16.15 Uhr und das Landesgesundheitsamt bestätigte diesen Wert in seinem Corona-Tagesbericht gegen 17.15 Uhr. 180 der 406 Covid-Intensivpatienten müssen invasiv beatmet werden.

„Die Lage in den Krankenhäusern ist kritisch, Operationen müssen bereits verschoben werden“, wird Gesundheitsminister Manne Lucha in einer Mitteilung von 17.15 Uhr am Montag zitiert. "Wir alle wissen, wie die Lösung und der Weg aus der Pandemie aussieht. Die Impfungen sind der Schlüssel im Kampf gegen das Virus. Lassen Sie sich impfen, wenden Sie sich dazu an Ihren Hausarzt oder nehmen Sie lokale Impfangebote wahr.  Daneben appelliere ich aber auch an alle bereits Geimpften, die Masken- und Hygieneregeln weiterhin und ganz besonders in der jetzigen Situation konsequent einzuhalten, bei Symptomen einen Corona-Test zu machen und bis zum Ergebnis Kontakte zu anderen Personen zu reduzieren.“

Die Alarmstufe tritt in ganz Baden-Württemberg in Kraft, wenn zwei Werktage hintereinander der 390er-Grenzwert erreicht oder überschritten wurde. Damit kommt also frühestens der Mittwoch infrage, falls die Marke am Dienstag nicht wider Erwarten unterschritten wird. Am Donnerstag stimmt darüber hinaus der Bundestag ab über mögliche weitere Corona-Regelverschärfungen.

Das Landes-Sozialministerium geht fest von Mittwoch (15.11.) als Start-Tag der Alarmstufe aus, da auch am Dienstag (16.11.) auf den Intensivstationen im Land "aller Voraussicht nach am zweiten Werktag in Folge" die 390er-Marke gerissen werde.

Udpate: Die Anzahl der Corona-Intensivpatienten in den baden-württembergischen Krankenhäusern ist auch am Dienstag (16.11.), und damit den zweiten Tag in Folge, größer als der Grenzwert 390. Laut Divi-Intensivregister sind mit Stand 10.15 Uhr 420 Covid-Erkrankte in intensivmedizinischer Behandlung. 191 davon müssen beatmet werden. Klinik-Verantwortliche bezweifeln, dass die Einschränkungen der Alarmstufe ausreichen werden. . .

In Hochinzidenz-Kreisen auf jeden Fall ab Mittwoch Alarmstufe?

Allerdings warnte Lucha außerdem: „Würde die landesweite Alarmstufe nicht wie prognostiziert am Mittwoch in Kraft treten, müsste diese in jedem Fall für Landkreise mit sehr hohen Inzidenzen, wie zuletzt in Biberach, vorgezogen werden.“

In Frage kämen wahrscheinlich die Kreise mit Inzidenzen von über 500 (Samstag – Sonntag – Montag):

  • Landkreis Biberach: 679 – 693 – 644,
  • Landkreis Rottweil: 530 – 577 – 579,
  • Schwarzwald-Baar-Kreis: 500 – 524 – 556,
  • Landkreis Heidenheim: 557 – 569 – 548,
  • Landkreis Sigmaringen: 489 – 510 – 523,
  • Stadtkreis Heilbronn: 498 – 515 – 510.

Inzidenzen von über 400 haben (Samstag – Sonntag – Montag):

  • Landkreis Ravensburg: 469 – 495 – 493,
  • Landkreis Heilbronn: 448 – 466 – 482,
  • Stadtkreis Pforzheim: 462 – 461 – 475,
  • Alb-Donau-Kreis: 477 – 492 – 474,
  • Landkreis Calw: 401 – 423 – 438,
  • Enzkreis: 401 – 402 – 438,
  • Neckar-Odenwald-Kreis: 398 – 411 – 417,
  • Rems-Murr-Kreis: 432 – 433 – 413,
  • Stadtkreis Ulm: 402 – 425 – 409,
  • Landkreis Tuttlingen: 401 – 422 – 406,
  • Zollernalbkreis: 384 – 417 – 404.

Welche Regelungen gelten in der Alarmstufe in Baden-Württemberg im Einzelnen?

In vielen Fällen gilt dann 2G, das heißt, nur noch Genesene und Geimpfte haben Zutritt. 2G gilt in der Alarmstufe hier: Theater, Oper, Konzerte, Stadtfeste, Betriebs- und Vereinsfeiern, Galerien, Museen, Büchereien, Messen, Ausstellungen, Kongresse, Restaurants, Kneipen, Imbisse, Spielhallen, Freizeitparks, Sportstätten, Bäder, Saunen, Busreisen, VHS-Kurse, Musik- und Kunstschulen, Vereinssport in geschlossenen Räumen, Diskotheken.

Wo haben nicht Geimpfte in der Alarmstufe Zutritt mit Test?

  • Vereinssport im Freien, also etwa Fußballtraining, nur mit PCR-Test.
  • Körpernahe Dienstleistungen (ausgenommen Logopädie, Physio- und Ergotherapie) nur mit PCR-Test.
  • Gastronomie im Freien nur mit PCR-Test.
  • Hotelübernachtungen nur mit PCR-Test.
  • Berufliche Ausbildung, Fahrschulen, Sprach- und Integrationskurse nur mit Schnelltest.
  • Einzelhandel (ausgenommen Grundversorgung) nur mit Schnelltest.

Wo haben nicht Geimpfte in der Alarmstufe Zutritt ohne Test?

Alle Personen dürfen ohne Test öffentliche Verkehrsmittel nutzen, religiöse Veranstaltungen besuchen und Einzelhandelsgeschäfte betreten, die zur Grundversorgung zählen, das sind laut Sozialministerium:

Lebensmittelgeschäfte, Getränkehandel, Hofläden, mobile Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und Erzeugnisse, Metzgereien, Bäckereien und Konditoreien, Wochenmärkte, Apotheken, Reformhäuser, Drogerien, Sanitätshäuser, Orthopädieschuhtechniker, Hörgeräteakustiker, Optiker und Babyfachmärkte, Tankstellen, Reise- und Kundenzentren, außerdem Zeitschriften- und Zeitungsverkauf, Poststellen und Paketdienste, Banken und Sparkassen, Reinigungen und Waschsalons sowie Verkaufsstätten für Tierbedarf und Futtermittel, Blumengeschäfte, Gärtnereien, Baumschulen und Gartenmärkte, Bau- und Raiffeisenmärkte ohne Sortimentsbeschränkung.

Welche Kontaktbeschränkungen gelten in der Alarmstufe?

Ein Haushalt darf sich noch mit einer weiteren Person treffen. Geimpfte und Genesene, Personen bis einschließlich 17 Jahre sowie Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, werden nicht mitgezählt. Paare, die nicht zusammenleben, zählen als ein Haushalt.

Für welche Personengruppen gilt die 2G-Regel und PCR-Testpflicht nicht?

Folgende Personengruppen haben auch in der Alarmstufe Zutritt zu den genannten Bereichen des öffentlichen Lebens, auch wenn sie nicht geimpft sind:

  • Kinder bis einschließlich fünf Jahre,
  • Kinder bis einschließlich sieben Jahre, die noch nicht eingeschult sind,
  • Grundschüler/-innen, Schüler/-innen eines sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums, einer auf der Grundschule aufbauenden Schule oder einer beruflichen Schule (Testung in der Schule),
  • Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen (negativer Antigen-Test erforderlich),
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können (ärztlicher Nachweis notwendig, negativer Antigen-Test erforderlich),
  • Personen, für die es keine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt (negativer Antigen-Test erforderlich),
  • Schwangere und Stillende, da es für diese Gruppen erst seit dem 10. September 2021 eine Impfempfehlung der Stiko gibt (negativer Antigen-Test erforderlich).

Im Hochinzidenz-Landkreis Biberach gelten bereits die strengen Regeln der Alarmstufe. Dort droht die Landkreisverwaltung schon mit Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte wie in Österreich. Für ganz Baden-Württemberg wird der Teil-Lockdown mit 2G in vielen Bereichen am Mittwoch (17.11.) in Kraft treten, denn laut Divi-Intensivregister wurde die Marke von 390 Covid-Intensivpatienten das erste Mal an diesem Montag (15.11.) gerissen. Mit Stand von 10.15 Uhr betrug deren Anzahl 398, mit Stand von

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