Rems-Murr-Kreis

Mehr Flüchtlinge im Rems-Murr-Kreis: Unterkünfte in Murrhardt und Allmersbach

Container
Im Jahr 2019 wurden nicht mehr benötigte Container versteigert, nun werden wieder mehr Flüchtlingsunterkünfte gebraucht. © ALEXANDRA PALMIZI

Seit einigen Monaten steigt die Zahl der Geflüchteten, die im Land ankommen, stark an. Justizministerin Marion Gentges sprach Ende November von einer „dynamischen Lage“. Die meisten Neuankömmlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Hintergrund für die steigenden Flüchtlingszahlen ist auch die Migrationskrise an der belarussisch-polnischen Grenze. Um die Aufnahmekapazitäten zu erhöhen, sucht das Land Baden-Württemberg nach Liegenschaften.

Auch im Rems-Murr-Kreis hat sich die Zahl der Zuweisungen nach Angaben des Landratsamts Ende des Jahres 2021 extrem erhöht. Wurden dem Kreis im Juni vergangenen Jahres rund 30 Personen zugewiesen, stieg deren Zahl im Oktober 2021 auf 80 Personen. Im November und Dezember 2021 waren es sogar jeweils mehr als 120 Personen. Die Kreisverwaltung geht derzeit von insgesamt etwa 660 zugewiesenen Personen im Jahr 2021 aus, das sind etwa so viele wie zuletzt im Jahr 2017.

Steigende Flüchtlingszahlen, zu wenig Unterkünfte

„Wenn ich an die Flüchtlingskrise 2015 zurückdenke, dann habe ich ein ,Déjà-vu‘: steigende Flüchtlingszahlen und zu wenig Unterkünfte“, sagt Landrat Richard Sigel. „Im Oktober und November hat sich die Zahl der Menschen, die zu uns kommen, vervierfacht und wir bekommen als Landkreis die Menschen sehr schnell vom Land Baden-Württemberg aus der Erstaufnahme zugewiesen. Die Landeserstaufnahme scheint auf eine steigende Anzahl von Geflüchteten nicht gut vorbereitet.“ Das ist für den Landrat des Rems-Murr-Kreises nicht nachvollziehbar, nachdem die Landkreise im Land in den letzten Jahren Kapazitäten abbauen mussten, was zum Teil mit hohen Kosten verbunden gewesen sei. „Wir müssen als Landkreis trotzdem auf eine steigende Anzahl von Geflüchteten vorbereitet sein, weil es das Land nicht ist“, so Sigel.

Auch wenn die Neuzuweisungen im Jahr 2021 noch lange nicht an die rund 2600 Neuzuweisungen aus dem Jahr 2016 heranreichten, sei der sprunghafte Anstieg der letzten Monate eine Herausforderung. „Als Landkreis sehen wir uns für diese Herausforderung allerdings gut gerüstet, da wir auf funktionierende Strukturen und eine enge Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden bauen können“, sagt Sigel.

Ende Dezember hatte die Flüchtlingsunterbringung des Landratsamts eine Gesamtkapazität von rund 1000 Plätzen, von denen Ende 2021 etwas mehr als 900 belegt waren. Die Plätze verteilten sich auf insgesamt 17 Unterkünfte im gesamten Kreis. Die Zahl der Unterkünfte wurde im Lauf der vergangenen Jahre immer weiter reduziert, nachdem sie im Lauf der Flüchtlingskrise 2015/2016 im Mai 2016 mit 71 Unterkünften im Kreis einen Höchststand erreicht hatte. Die größten Unterkünfte befinden sich aktuell in Schorndorf, Waiblingen, Weinstadt, Kirchberg und Plüderhausen.

Zahlen werden vermutlich weiter steigen

„Da wir davon ausgehen müssen, dass die Zahlen weiter steigen, schaffen wir gerade in enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden neue Plätze“, sagt Richard Sigel. Dabei gibt es bereits erste Ergebnisse. Von Mitte Januar an wird eine Gemeinschaftsunterkunft in Murrhardt reaktiviert, in der bereits während der Flüchtlingskrise Asylbewerber untergebracht waren. Bis zu 50 Personen sollen in der Wohncontainer-Anlage in der Fritz-Schweizer-Straße untergebracht werden. Von Ende Januar an soll außerdem eine neue Unterkunft in der Gemeinde Allmersbach im Tal zur Verfügung stehen. Die Kosten für den Wiederaufbau von Unterbringungskapazitäten sollen den Kreisen weiterhin vom Land über die sogenannte Spitzabrechnung erstattet werden.

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden bereitet sich die Kreisverwaltung weiterhin darauf vor, ihrer Aufnahmeverpflichtung nachzukommen. Was genau auf den Rems-Murr-Kreis zukommt, lässt sich derzeit nicht beziffern, da das Land die kommenden Zuweisungszahlen nicht prognostizieren und die gestiegenen Zugangszahlen auch nach wie vor nicht in seiner Erstaufnahme puffern könne, erklärt der Landrat. Die Kreisverwaltung müsse also weiterhin auf Sicht fahren, sei aber zuversichtlich, die Herausforderung gut zu meistern. In den Städten und Gemeinden gibt es laut Richard Sigel ein in der Flüchtlingsunterbringung erfahrenes Haupt- und Ehrenamt, auf das man bauen könne.

Seit einigen Monaten steigt die Zahl der Geflüchteten, die im Land ankommen, stark an. Justizministerin Marion Gentges sprach Ende November von einer „dynamischen Lage“. Die meisten Neuankömmlinge kommen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak. Hintergrund für die steigenden Flüchtlingszahlen ist auch die Migrationskrise an der belarussisch-polnischen Grenze. Um die Aufnahmekapazitäten zu erhöhen, sucht das Land Baden-Württemberg nach Liegenschaften.

Auch im Rems-Murr-Kreis hat sich die

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