Rems-Murr-Kreis

Mein Auto, die Angst und ich: Sieben Nachteile, die Autofahren mit sich bringt

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Symbolfoto. © pixabay.com

Mit 18 freute ich mich darauf, meinen Führerschein anfangen zu dürfen. Gemacht habe ich ihn dann erst viele Jahre später. Das Geld war in jungen Jahren noch knapp und zurückgelegtes Geld – wie viele meiner Freunde – hatte ich nicht. Irgendwann im Laufe der Jahre kam zwar das Geld, wurde aber durch etwas anderes überschattet: Angst. Und eben aus dieser Angst heraus habe ich mir nach meinem bestandenen Führerschein nur drei Tage später mein erstes Auto gekauft. Meine Befürchtung war nämlich, dass ich mich ansonsten nie wieder ans Steuer setze. 

"Das ist meins!" 

Ein Führerschein hat seine Vorteile – muss ich zugeben. Es ist dieses Gefühl von Unabhängigkeit; problemlos von A nach B zu kommen und es dabei so viel bequemer zu haben als in einer überfüllten, nach Schweiß riechenden Bahn. Wie oft kam es schon vor, dass ich von merkwürdigen Gestalten angesprochen und in ein Gespräch verwickelt wurde - zu oft. Oder aber auch als Frau diese fast schon permanente Angst habe, nachts, allein auf dem Heimweg, verfolgt zu werden. Ich bin nicht mehr auf die Unpünktlichkeit von Bus und Bahn angewiesen und kann dadurch auch nicht mehr irgendwo im Nirgendwo stranden. Tolles Gefühl.

Das erste Mal allein im eigenen Fahrzeug zu sitzen war eine surreale und sehr ungewohnte Situation. Bis ich wirklich realisiert habe „Das ist meins!“, sind tatsächlich ein paar Wochen vergangen. Meinen Führerschein habe ich jetzt seit rund zwei Monaten und ich kann froh sagen: Die Angst vor dem Autofahren nimmt ab!

In gewissen Situationen bin ich immer noch etwas angespannt und nervös. Vor allem, wenn ich auf die Autobahn muss, eine Strecke nehme, die ich noch nicht kenne, oder auf offener Straße mein Glück beim Rückwärts-Einparken versuche. Meide ich deswegen vielleicht solche Situationen? Ja! Bekanntlich macht Übung den Meister und das kann ich hiermit bestätigen. Umso öfter ich mich hinter das Steuer setze, desto flüssiger läuft es. Was als Fahranfängerin vermutlich nicht ganz ungewöhnlich ist.

Zwar bin ich glücklich über meinen Führerschein und mein Auto, doch gibt es ein paar Kehrseiten bei dem Ganzen – zumindest für mich. Aus diesem Grund folgen meine Top-7-Gründe, warum Autofahren für mich nicht immer von Vorteil ist.

1. Beifahrer sein? Der reinste Wohlfühlmoment!

Ich müsste lügen, würde ich behaupten Autofahren bereitet mir Freude – zumindest tut es das noch nicht. Als Beifahrerin hingegen habe ich den Spaß meines Lebens. Der Film „Voll abgezockt“ aus dem Jahre 2013 mit Melissa McCarthy und Jason Bateman beschreibt sehr gut, wie man mich normalerweise im Auto vorfindet – nämlich singend und tanzend. Abgesehen davon muss ich mich auf nichts konzentrieren, könnte ein Schläfchen einlegen, wenn ich wollte und – was fast schon wichtiger ist – Alkohol trinken ohne Einschränkungen.

2. Autofahren macht faul

Wenn ich darüber nachdenke, wie wenig ich mich mittlerweile noch zu Fuß fortbewege, bin ich selbst darüber erstaunt. Zwar habe ich meine 10.000 Schritte am Tag durch das Home-Office sowieso nicht geschafft, aber jetzt noch weiter darunterzuliegen, deprimiert mich. Sollte mich plötzlich der Heißhunger auf einen Döner überkommen, setze ich mich ins Auto und fahre los. Noch vor rund zwei Monaten wäre ich 15 Minuten zu meinem Lieblingsdönerladen gelaufen. Spaziergänge im Wald – nur noch, wenn ich davor den anstrengenden Berg mit dem Auto hochfahre. Zum Bus rennen, weil ich zu spät dran bin – kenne ich (fast) schon nicht mehr.

3. Stadtkinder fahren Bahn

Ich als Stadtkind durch und durch, das sich nicht vorstellen kann, auf dem Dorf zu leben, war nie wirklich auf ein Auto angewiesen. Die öffentlichen Verkehrsmittel haben mich jahrelang gut von A nach B gebracht. Sicher, auf den Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS), die Deutsche Bahn (DB) und die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) ist nicht immer zu 100 % Verlass – aber zumindest machen sie öfter mal einen ganz vernünftigen Job.

4. Wartung, TÜV, Tanken

Bis jetzt sind diese Dinge in meinem Kopf mit viel Arbeit verbunden, auch wenn ich sie verständlicherweise nicht selbst machen muss. Ich bekomme jetzt schon leichte Magenschmerzen, wenn ich darüber nachdenke, in ein paar Monaten das erste Mal zum TÜV zu müssen. Derzeit liegen die Preise für die Haupt- und Abgasuntersuchung zwischen 107 Euro und maximal 125,50 Euro. Darin inbegriffen sind aber noch nicht die zusätzlichen Kosten für die Arbeitszeit oder benötigte Ersatzteile. Die derzeitigen Spritpreise machen Autofahren im Moment auch nicht zu einem günstigen Erlebnis. 

5. Parken = teure Angelegenheit

Ob aus mir noch eine 1A-Einpark-Königin wird - schwer zu sagen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden! Das wäre auch für meinen Geldbeutel besser, denn Parkhäuser sind (vor allem in Stuttgart) teuer. Das bisher günstigste Parkhaus, das ich finden konnte, befindet sich am Cannstatter Bahnhof. Hier parkt man auf dem obersten Deck für nur 3 Euro am Tag, während man im Gerber auch schon mal 9,40 Euro für nicht volle drei Stunden bezahlen darf.

6. Die Angst vor einem Autounfall bleibt

Vielleicht bin ich durch meinen Beruf und dem ständigen Kontakt zur Polizei etwas vorbelastet, doch die Angst, bei einem Autounfall schwer verletzt zu werden oder gar zu sterben, ist da. Laut Statistischem Bundesamt sind die Zahlen der Schwerverletzten und der Verkehrstoten seit Jahren stark rückläufig. Es passieren aber genügend Unfälle, die dann ein mulmiges Gefühl in mir auslösen. Im Zeitraum von Januar bis Februar 2022 gab es 656 Unfälle in Baden-Württemberg, bei denen Personen schwer verletzt wurden. Gestorben sind 31 (vorläufige Zahlen der Straßenverkehrsunfallstatistik)

7. Im Stau stehen raubt mir den letzten Nerv

Vorneweg gesagt: In einer vollen Bahn stecken bleiben ist definitiv unangenehmer, aber dennoch: Ein Stau oder stockender Verkehr rauben mir den letzten Nerv. Zum Glück habe ich ein Auto mit Automatik-Getriebe. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie sehr ich mit einem Wagen mit Gangschaltung in solchen Situationen ins Schwitzen geraten würde.

Ich bin sicher, mit der Zeit werde ich womöglich anders über das Autofahren denken, aber bis dahin bleibt es für mich ein anstrengendes Abenteuer im Verkehrsdschungel.

Mit 18 freute ich mich darauf, meinen Führerschein anfangen zu dürfen. Gemacht habe ich ihn dann erst viele Jahre später. Das Geld war in jungen Jahren noch knapp und zurückgelegtes Geld – wie viele meiner Freunde – hatte ich nicht. Irgendwann im Laufe der Jahre kam zwar das Geld, wurde aber durch etwas anderes überschattet: Angst. Und eben aus dieser Angst heraus habe ich mir nach meinem bestandenen Führerschein nur drei Tage später mein erstes Auto gekauft. Meine Befürchtung war nämlich,

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