Rems-Murr-Kreis

Miss Germany ist für starke Frauen im Einsatz

e8d9514a-d0e9-4128-b054-698d3cc72118.jpg_0
Nadine Berneis ist zurzeit vom Polizeidienst freigestellt: Sie wurde zur Miss Germany gekürt. © Landeskriminalamt

Waiblingen.  Frauen können bald in den Rems-Murr-Kliniken Spuren sichern lassen, ohne dass sie eine Antwort darauf haben müssen. Die amtierende Miss Germany, Polizistin Nadine Berneis, engagiert sich für die Sicherheit von Frauen.

Sie wollte es doch so – sagt er später vor Gericht. Nein, wollte ich nicht, sagt sie. Es steht Aussage gegen Aussage – und wer lügt jetzt? Sofern professionell gesicherte Spuren vorliegen, lässt sich die Frage womöglich schnell beantworten.

„Aus Angst, man könnte über ihren Kopf hinweg eine Anzeige erstatten, suchen die Opfer häufig keine Hilfe“, erklärt Landratsamtssprecherin Martina Keck, warum sich der Landkreis am Projekt „medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung“ beteiligt. Opfer einer Vergewaltigung sollen die Chance haben, Spuren sichern zu lassen – und erst irgendwann später zu entscheiden, ob sie Anzeige erstatten möchten. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Spuren professionell erhoben und aufbewahrt werden und sich ansonsten kein Außenstehender einmischt in die Entscheidung. Opfer von sexueller Gewalt können sich vertraulich rund um die Uhr bei den Rems-Murr-Kliniken melden. Dort werden sie psychologisch und medizinisch betreut.

Frauen sollten nach einem Übergriff schnell in die Klinik

Es leuchtet ein, dass Spuren umso besser beweissicher dokumentierbar sind, je schneller sich eine betroffene Frau für den Gang in eine Klinik entscheidet. „Eine gute Befundung lässt sich nicht nachholen“, heißt es auf den Infoseiten zur medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung. Auch wenn keine sichtbaren äußeren Verletzungen vorlägen, sei es sinnvoll, Befunde zu erheben. All das kann später von Bedeutung sein – nicht nur, um einen Täter strafrechtlich zu belangen. Eine Auseinandersetzung könnte sich später auch um Schmerzensgeld oder Schadenersatz drehen. Ein Jahr lang werden gesicherte Spuren aufbewahrt.

Miss Germany macht sich stark

Nadine Berneis, amtierende Miss Germany und Polizistin, engagiert sich unterdessen aus gutem Grund für die Sicherheit von Frauen. Sie selbst hat des Öfteren Belästigung erlebt, etwa dumme Anmache in der Bahn, wie sie erzählt. Sie hat hart gearbeitet am Selbstwertgefühl; die Wahl zur Miss Germany hat sie in diesem Punkt enorm vorangebracht, berichtet Nadine Berneis im Gespräch mit dieser Zeitung. Es gehe bei dieser Wahl nicht nur um ein optisch ansprechendes Äußeres, es gehe auch um Ausstrahlung, um Persönlichkeit. Wer sich selbst als klein und schwach und unbedeutend empfindet, wird diese Ausstrahlung nicht haben.

Selbstbewusste Frauen werden tendenziell seltener Opfer, heißt es oftmals. In der Kampagne „Sicher unterwegs“ nutzt Nadine Berneis ihre Prominenz, um Tipps für Frauen zum Schutz vor Gewalt einen hohen Aufmerksamkeitswert zu verschaffen. Die Tipps selbst sind nicht neu, wie sollten sie auch: Beleuchtete Straßen und Wege statt dunkle Abkürzungen wählen. Nicht durchs Smartphone und Musik über Kopfhörer ablenken lassen. Bei nicht erwünschtem Kontakt ein klares „Nein!“ formulieren. Gewalt anwenden: „Wehren Sie sich mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, zum Beispiel durch Tritte oder Schläge ins Gesicht eines Angreifers.“

Unterdessen richtet die Polizei 2019 den Fokus ganz besonders auf die „Bekämpfung von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, wie das Innenministerium mitteilt. Die Begründung klingt fast zynisch: „Vor allem Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stören das Sicherheitsempfinden der Bürgerinnen und Bürger.“

Seminar: Schutz vor Gewalt


Frauen und Mädchen sind im Rems-Murr-Kreis grundsätzlich nicht gefährdeter als anderswo. Dennoch können sie ihre eigene Sicherheit verbessern und lernen, wie sie sich gegen gewalttätige Angriffe schützen. Um Ängste abzubauen und der Gewalt richtig zu begegnen, bieten die Initiative Sicherer Landkreis e. V. und das Polizeipräsidium Aalen das Seminar „Schutz vor Gewalt“ für Frauen an. Das Seminar findet am Dienstag, 5. November, am Dienstag, 12. November, jeweils von 19.30 bis 21 Uhr, sowie am Samstag, 16. November, von 9.30 bis 15.30 Uhr in der Kriminalpolizeidirektion Waiblingen, Alter Postplatz 20, statt. Anmeldung bis 31. Oktober: ) 07 11/57 72-210, fellbach.praevention@polizei.bwl.de.


Waiblingen.  Frauen können bald in den Rems-Murr-Kliniken Spuren sichern lassen, ohne dass sie eine Antwort darauf haben müssen. Die amtierende Miss Germany, Polizistin Nadine Berneis, engagiert sich für die Sicherheit von Frauen.

Sie wollte es doch so – sagt er später vor Gericht. Nein, wollte ich nicht, sagt sie. Es steht Aussage gegen Aussage – und wer lügt jetzt? Sofern professionell gesicherte Spuren vorliegen, lässt sich die Frage

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper