Rems-Murr-Kreis

Mit dem E-Auto gut durch den Winter: Wie kann man die Reichweite erhöhen?

Bild Ellhofen
Beim Schnellladen in Ellhofen bei minus drei Grad. © Nipkau

Im Sommer war das Fahren mit dem Elektroauto eine reine Freude. Es gab schnelle Ladezeiten und hohe Reichweiten – selbst bei der Fahrt auf der Autobahn. Im Winter ist die Lage mit dem E-Auto anders. Die Ladezeiten steigen, die Reichweiten sinken und die Kosten für den Ladestrom schießen in die Höhe. Aber mit einem Trick kommen Sie trotzdem gut durch den Winter.

Ich fahre einen Kia EV6 und dies ist mein erster Winter mit einem Elektrofahrzeug. Nun muss man wissen: Die Ladeleistung des Autos wird ganz entscheidend von den Außentemperaturen beeinflusst. Im Sommer kann ich das Auto mit knapp 500 Kilometern Reichweite an einer Schnellladesäule in nur 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Voraussetzung sind aber Temperaturen ab ungefähr 24 Grad.  Aber wie sieht es bei Minustemperaturen aus?

Kia EV6: Funktioniert das Vorkonditionieren der Batterie?

Da gerade keine Langstreckenfahrt ansteht, muss ich das ausprobieren und fahre zum EnBW-Ladepark nach Ellhofen an der A 81, kurz vor dem Autobahnkreuz Weinsberg. Das sind knapp 40 Kilometer und die brauche ich auch, um eine neue Funktion des Kia EV6 zu testen: Eine sogenannte Batterie-Vorkonditionierung. Diese Funktion haben inzwischen einige Elektroautos. Beim Kia musste ich in der Werkstatt Anfang Dezember ein Software-Upgrade einspielen lassen.

Die Vorkonditionierung ist nichts anderes als eine Heizung der Autobatterie vor der Ladung. Das ist aber nur für Schnellladesäulen notwendig.  Ich gebe die EnBW-Ladesäulen als Ziel oder als Wegpunkt in der Navigation des Autos ein. Die Heizung der Batterie schaltet dann rechtzeitig vor der Ladung hoch. Dafür muss man aber eine gewisse Strecke fahren, vermutlich um die 20 bis 30 Kilometer. Von Kia gibt es dazu keine klaren Aussagen.

Der Winter-Effekt bei den Schnellladesäulen

Ankunft im Gewerbegebiet in Ellwangen. Die Batterie ist noch zu 32 Prozent geladen. Außentemperatur: minus drei Grad. Das Laden an der 300 Kilowatt starken EnBW-Säule klappt auf Anhieb. Angezeigt werden 23 Minuten Ladezeit bis 80 Prozent. Im Hochsommer würde das Auto nur zwölf Minuten brauchen. Aber es reicht für einen Gang zu McDonalds, um sich aufzuwärmen. Allerdings wird das Restaurant nicht geheizt und die Burger haben kaum Ähnlichkeit mit den Bildern auf der Leuchtreklame.

Den Winter-Effekt gibt es nur bei Schnellladesäulen, die man für Langstreckenfahrten braucht. Bei den normalen Ladesäulen mit 22 Kilowatt, die man überall in den Städten findet, ist auch im Winter die Ladung stabil. Der Kia zieht hier weiter seine 11 KW, das ist im Sommer nicht anders.

Das Ärgernis im Winter sind die schlecht geräumten Plätze rund um die Ladesäulen. Deshalb sollte man immer gute Winterstiefel mit ausreichend Profil anziehen. Erster Anlaufpunkt ist noch ein Geheimtipp in Winnenden: Kärcher hat vier öffentliche Ladepunkte an der Einfahrt zum Parkplatz an der Alfred-Kärcher-Straße kurz vor Krämer Bau. Allerdings ist der Schnee in Richtung Ladesäulen geschoben worden. Und mein Kia versperrt die Ausfahrt, wenn ich richtig einparke. Die Ladung funktioniert bei mir aber nicht. Also geht es weiter in Winnenden Richtung Holzmarkt. Hier ist es vor der Säule der Stadtwerke glatt, aber sie funktioniert stabil mit 11 KW.

Wie hoch ist der Reichweiten-Verlust bei Elektroautos im Winter?

Im Sommer steigt die Reichweite in meinem Elektroauto bis auf 540 Kilometer. Im Winter sinkt sie. Es gibt Studien, die sprechen von 30 Prozent Verlust. Das halte ich für übertrieben. Ich schätze den Verlust bei meinem Kia auf zehn bis 15 Prozent. Das ist aber abhängig von der Stärke und der Dauer der Fahrzeugheizung. Außerdem sind alle Reichweitenangaben immer abhängig von der Fahrweise und der Strecke.

Keine Angst, im Elektroauto muss man nicht mit Wintermantel, Handschuhen und Wollmütze sitzen. Im Gegenteil: Die Heizung im Elektroauto hat auch Vorteile. So kann ich das Auto vor der Fahrt auf die gewünschte Temperatur im Innenraum bringen. Dazu schalte ich die Klimaanlage per Kia Connect-App vor der Fahrt ein.

Heizung im Elektroauto im Winter: So geht es richtig

Jetzt gibt es einen Trick, um Reichweiten-Verluste durch die Heizung zu minimieren. Sie heizen das Auto vor, während es aufgeladen wird. Die Wärme kommt so vor der Fahrt über die Steckdose. Das reduziert nicht den Stromverbrauch. Aber die Batterie wird durch den vorgeheizten Innenraum während der Fahrt entlastet und die Reichweite sinkt nicht so stark.

Die Kosten an der Ladesäule sind inzwischen völlig unübersichtlich geworden. Sinnvoll wäre eine Preissuchmaschine, die vor jeder Ladesäule sagt, wer gerade der preisgünstigste Anbieter ist.

In den ersten Monaten mit dem Elektroauto war die Charge Card von Kia der Hit mit günstigen Preisen. Aber es gab schon drei Mal eine Preiserhöhung. Jedes Mal wird ein etwa 20 Seiten starkes Dokument geschickt, aus dem ich nicht schlau werde. Außerdem gibt es dazu den dezenten Hinweis: Wenn man den neuen Preisen nicht zustimmt, wird der Vertrag gekündigt.

Die EnBW erhöht zum 17. Januar die Ladetarife

Derzeit hat die EnBW noch an vielen Ladesäulen die günstigeren Preise, aber eine Erhöhung zum 17. Januar 2023 hat das Unternehmen auf seiner Webseite schon angekündigt.

Schauen wir uns mal die Ladesäule der Stadtwerke Winnenden am Holzmarkt an. Bei der EnBW zahle ich derzeit 42 Cent pro Kilowattstunde, ab 17. Januar werden es 60 Cent. Mit der Kia Charge Card sind es derzeit 44 Cent, im Frühjahr waren es noch 33 Cent. Am EnBW-Ladepark in Ellhofen sieht es so aus: Bei der EnBW kostet das Laden an den schnellen Säulen für mich 48 Cent, ab 17. Januar 51 Cent. Dazu muss man wissen, dass ich einen EnBW-Hausstromvertrag habe. Das reduziert etwas die Kosten an der Ladesäule.

Wie gut ist die Kia Charge Card?

Mit der Kia Charge Card sind es in Ellhofen 69 Cent, im Frühjahr waren es noch 47 Cent. Einen großen Vorteil hat die Kia Charge Card doch noch: Die Schnelllader von Ionity kosten weiterhin 29 Cent pro Kilowattstunde, normal sind 79 Cent. Diese Vergünstigung gilt aber nur im ersten Jahr des Elektroautos. Ich bin mal gespannt, wie sich die Preise im neuen Jahr entwickeln.

Im Sommer war das Fahren mit dem Elektroauto eine reine Freude. Es gab schnelle Ladezeiten und hohe Reichweiten – selbst bei der Fahrt auf der Autobahn. Im Winter ist die Lage mit dem E-Auto anders. Die Ladezeiten steigen, die Reichweiten sinken und die Kosten für den Ladestrom schießen in die Höhe. Aber mit einem Trick kommen Sie trotzdem gut durch den Winter.

Ich fahre einen Kia EV6 und dies ist mein erster Winter mit einem Elektrofahrzeug. Nun muss man wissen: Die Ladeleistung des

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