Rems-Murr-Kreis

Mord an Seniorin in Hohenacker: Tatverdächtiger tötet sich im Gefängnis selbst

Polizist
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Wenige Tage, nachdem Mord-Anklage gegen ihn erhoben worden war, hat sich in der Justizvollzugsanstalt Ulm ein 48-Jähriger selbst getötet – er stand im Verdacht, im April seine 79-jährige Verwandte in Waiblingen-Hohenacker umgebracht zu haben.

Tod der 79-Jährigen sorgte im Rems-Murr-Kreis für großes Aufsehen

Die Leiche des 48-Jährigen sei bereits am vergangenen Montag in seiner Einzelzelle gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. „Die Obduktion und die bisherigen polizeilichen Ermittlungen bestätigen einen Suizid des zuvor nicht als suizidgefährdet eingestuften Gefangenen“, hieß es am Freitag. Der Mann habe zum Zeitpunkt seines Todes noch gar nichts von der Anklageschrift gewusst.

Leiche der Seniorin am Karfreitag gefunden

Der Tod der 79-jährigen Frau erregte im Rems-Murr-Kreis seinerzeit großes Aufsehen. Die Leiche der Seniorin wurde am Karfreitagvormittag aufgefunden, die Seniorin war in ihrer Wohnung in Hohenacker ums Leben gekommen.

Die Polizei teilte das seinerzeit erst nach Tagen mit, weil zunächst geklärt werden musste, ob die Frau eventuell an den Folgen eines häuslichen Unfalls gestorben sein könnte. Doch dann erhärtete sich der Verdacht auf ein Gewaltverbrechen.

Bei unklaren Todesumständen leitet die Polizei immer ein Ermittlungsverfahren ein, das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Sofern ein Arzt eine natürliche Todesursache ausschließt oder die Todesursache unklar ist, wird routinemäßig die Polizei hinzugezogen – so auch im Hohenacker Fall, nachdem Nachbarn die Leiche gefunden hatten. Es war zunächst nicht klar ersichtlich, ob die Verletzungen der Frau von einem Sturz herrühren könnten. Deshalb ordnete die Staatsanwaltschaft Stuttgart eine Obduktion an. Eine solche sei in diesem Fall „unumgänglich“ gewesen, erklärte ein Polizeisprecher seinerzeit.

Nach Haftbefehl: Polizei verfolgt den Tatverdächtigen auf der A8

Am Osterwochenende untersuchten Rechtsmediziner die Leiche. Das Ergebnis laut Polizei: Allem Anschein nach war die Frau nicht an den Folgen eines Unfalls gestorben. Die Kripo richtete eine Ermittlungsgruppe ein, der 25 Beamtinnen und Beamte angehörten – und dieses intern als „Ermittlungsgruppe Freitag“ bezeichnete Team leistete erfolgreiche Arbeit: Bald geriet ein 48-jähriger Angehöriger des Opfers in Tatverdacht.

Nachdem dieser Verdacht sich konkretisiert hatte, erwirkte die Staatsanwaltschaft Stuttgart beim zuständigen Amtsgericht einen Haftbefehl. Danach nahm der Fall eine spektakuläre Wendung.

Die Kriminalpolizei wollte den Mann am Mittwoch, 18. Mai, festnehmen. Im Vorfeld der Aktion hatten die Beamten festgestellt, dass der Tatverdächtige an jenem Morgen mit einem VW Golf unterwegs sein würde. Der Mann befuhr die Autobahn A8 in Richtung München – Polizisten in Zivil folgten dem Wagen unauffällig; sie wollten den Verdächtigen bei einer günstigen Gelegenheit festnehmen. Diese Chance schien gekommen, als der Mann bei Gruibingen im Landkreis Göppingen von der Autobahn zur dortigen Rastanlage abbog.

Prozess gegen den Tatverdächtigen hätte demnächst begonnen

Dann aber beschleunigte der Golf-Fahrer plötzlich – möglicherweise hatte er die hinter ihm fahrenden Zivilbeamten bemerkt. Jedenfalls: Auf dem Gelände der Rastanlage und während des Beschleunigungsvorgangs verlor der Tatverdächtige die Kontrolle über sein Auto – der Wagen prallte gegen eine Straßenlaterne.

Der 48-Jährige wurde dabei verletzt und musste notärztlich versorgt und danach per Rettungshubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Die Verletzungen waren allerdings nicht allzu dramatisch. Wenige Tage später wurde der Mann aus dem Krankenhaus entlassen, bei einem Amtsgericht einem Haftrichter vorgeführt, für gesundheitlich haftfähig befunden und in U-Haft gebracht.

Die weiteren Ermittlungen erhärteten danach den Mordverdacht, die Weichen Richtung Prozess waren gestellt – bevor es zur Gerichtsverhandlung kommen konnte, hat der Mann sich nun selbst das Leben genommen.

Wenige Tage, nachdem Mord-Anklage gegen ihn erhoben worden war, hat sich in der Justizvollzugsanstalt Ulm ein 48-Jähriger selbst getötet – er stand im Verdacht, im April seine 79-jährige Verwandte in Waiblingen-Hohenacker umgebracht zu haben.

Tod der 79-Jährigen sorgte im Rems-Murr-Kreis für großes Aufsehen

Die Leiche des 48-Jährigen sei bereits am vergangenen Montag in seiner Einzelzelle gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. „Die Obduktion und die bisherigen

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