Rems-Murr-Kreis

Nach Aus für Luca-App: Was können Corona-Warn-App, CovPass und Cosima?

Risikoermittlung
In Zeiten der gefährlichen Omikron-Variante wird die Corona-Warn-App wichtiger. © Alexandra Palmizi

Die Corona-Pandemie beschert uns vieles, unter anderem auch diverse Apps fürs Smartphone. Sie sollen helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen, Testergebnisse zu verwalten, sind digitale Impfnachweise und Helfer bei der Kontaktverfolgung. Was sind ihre Vorteile, was die Nachteile und muss man wirklich gleich vier Apps auf dem Mobiltelefon haben?

Land hat entschieden: Die Luca-App hat ausgedient

Mit der Luca-App war im Frühjahr 2021 viel Hoffnung verknüpft. Hoffnung auf ein Stück Normalität. Schluss mit der Zettelwirtschaft zur Kontaktnachverfolgung, stattdessen einfach schnell einen Barcode scannen, wenn man ins Café oder zu einer Veranstaltung möchte. Das Prinzip: Kommt es zu einem Infektionsfall, werden dem zuständigen Gesundheitsamt über die App die Daten der anderen Anwesenden übermittelt. Bedenken gab es von Anfang an, zuletzt stand die App in der Kritik, weil die Polizei in Mainz Daten genutzt hatte. Nun ist Schluss mit Luca. Das Land Baden-Württemberg verlängert den Vertrag mit dem privaten Betreiber der Software nicht über Ende März hinaus.

Landrat Richard Sigel hält das für richtig, auch wenn die Kreisverwaltung digitale Lösungen zur Pandemie-Bekämpfung grundsätzlich für wichtig halte: „Die Kontaktpersonennachverfolgung mit Luca hatte große Schwachstellen. So haben wir zum Beispiel bei unserem Modellprojekt ,Heimspiel-Konzert mit Andrea Berg‘ Luca eingesetzt und in der Praxis erprobt. Wenn aber im Nachgang nicht gefiltert werden kann, wo sich die betreffende Person genau aufgehalten hat, dann macht es wenig Sinn. Insgesamt haben wir die App nur viermal genutzt, um die Kontakte nachzuverfolgen.“

Viel mehr geholfen als Luca habe im Rems-Murr-Kreis die enge Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene, bei der die Mitarbeitenden der Kommunen vor Ort das Gesundheitsamt maßgeblich bei der Kontaktnachverfolgung unterstützt hätten. Ähnlich sieht das Steffen Diener, der mit seiner Tochter das Restaurant Kostbar in Weinstadt betreibt: „Wir haben immer darauf geachtet, dass alle Gäste einchecken, doch ich habe das Gefühl, dass die Kontaktnachverfolgung ins Leere läuft.“

Gefährliche Omikron-Variante: Corona-Warn-App wird wichtiger

Mit den stark steigenden Infektionszahlen in der Omikron-Welle häufen sich die roten Warnmeldungen in der Corona-Warn-App und es stellt sich die Frage, wie hilfreich die App noch ist. Aus Sicht der Gesundheitsministerien von Bund und Land ist die Corona-Warn-App nach wie vor ein nützliches Instrument in der Pandemiebekämpfung.

Laut dem Landratsamt hat die Corona-Warn-App sogar an Bedeutung gewonnen. Denn die Kontaktpersonennachverfolgung durch die Gesundheitsämter wurde Anfang November eingeschränkt, konzentriert sich auf größere Ausbrüche etwa in Einrichtungen aller Art. Wer heute positiv auf das Coronavirus getestet wird, soll selbst seine Kontakte informieren. Dabei hilft die App, wenn man sein Testergebnis über die Software teilt. Über die Corona-Warn-App kann man außerdem Testergebnisse sowie den Impfnachweis abrufen. Überdies verfügt die App über eine Check-in-Funktion.

Impfnachweis? Die Cov-Pass-App hat wenige Funktionen

Die Cov-Pass-App ist die zweite offizielle App, mit der man seinen digitalen Impf- oder Genesenennachweis auf dem Handy speichern und vorzeigen kann.

Zusatznutzen: Die RMK-Cosima-App hilft beim Testen

Eine andere Funktion hat die RMK-Cosima-App, es ist eine App rund ums Testen. Testergebnisse können zum Beispiel in andere Apps wie die Corona-Warn-App übertragen werden. Außerdem bietet die App die Möglichkeit, überwachte Selbsttests, die etwa am Arbeitsplatz gemacht werden, digital abzuwickeln und als Nachweis zu nutzen. Seit dem Start im April 2021 wurden laut dem Landratsamt mehr als 600.000 überwachte Schnelltests über Cosima abgewickelt. Insgesamt nutzen mehr als 112.000 Bürger, mehr als 1600 Unternehmen und 100 Schulen im Rems-Murr-Kreis die App. Auch können Termine für PCR- und Schnelltests über die App gebucht werden.

Die Corona-Pandemie beschert uns vieles, unter anderem auch diverse Apps fürs Smartphone. Sie sollen helfen, das Infektionsgeschehen einzudämmen, Testergebnisse zu verwalten, sind digitale Impfnachweise und Helfer bei der Kontaktverfolgung. Was sind ihre Vorteile, was die Nachteile und muss man wirklich gleich vier Apps auf dem Mobiltelefon haben?

Land hat entschieden: Die Luca-App hat ausgedient

Mit der Luca-App war im Frühjahr 2021 viel Hoffnung verknüpft. Hoffnung auf ein

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