Rems-Murr-Kreis

Nach Bahnunfall in Haubersbronn:  Könnte eine Ampel am Übergang installiert werden?

Schorndorf-Haubersbronn: 15-jaehriger uebersieht Zug und wird erfasst - Rettungshubschrauber im Einsatz
Am Bahnübergang Haubersbronn Mitte hat ein 15-Jähriger am 9. November bei einem Bahnunfall schwere Verletzungen erlitten. © SDMG / Boehmler

Nach dem Bahnunfall mit einem schwer verletzten Jugendlichen in Haubersbronn meldet sich nun der Ortschaftsrat zu Wort: In einem Schreiben an die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) regt der Haubersbronner Ortsvorsteher Erich Bühler an, am Bahnübergang Haubersbronn Mitte eine Ampel zu installieren. An diesem unbeschrankten Bahnübergang war am 9. November ein 15-Jähriger verunglückt. Ein Rettungshubschrauber brachte seinerzeit den Schwerverletzten in eine Klinik. Der Jugendliche hatte den unbeschrankten Bahnübergang überqueren wollen und nicht bemerkt, dass sich eine Wieslauftalbahn näherte. Der Zug erfasste den Jugendlichen.

Ein Lichtsignal als "visuelle Begrenzung"

Der Übergang sei „schwer einsehbar“, sagt Bühler: Passanten befinden sich bereits relativ nahe an den Gleisen, bevor die Sicht nach links und rechts frei wird. Am Übergang sind Geländer angebracht, die man passieren muss – mehr aber nicht. Eine Ampel wäre sinnvoll, findet Bühler, um eine weitere „visuelle Begrenzung“ an besagter Stelle zu haben. Der Übergang Haubersbronn Mitte sei zwar kein Unfallschwerpunkt. Doch wegen der nicht optimalen Sichtverhältnisse sei es sinnvoll, eine Ampel anzubringen. Eine Sicherung dieser Art ließe sich kostengünstig und ohne großen Aufwand installieren.

Rückfrage bei Horst Windeisen, Geschäftsführer der WEG, welche die Wieslauftalbahn betreibt: Wie stehen die Chancen, dass am Übergang Haubersbronn Mitte eine Ampel angebracht wird?

Aufsichtsbehörde soll den Vorschlag diskutieren

Nicht besonders gut. Horst Windeisen verweist auf die Eisenbahn-Betriebsordnung, die Ampeln an Übergängen wie diesen nicht vorsieht. Nichtsdestotrotz hält der Geschäftsführer den Vorschlag für eine „vom Ansatz her gute Idee“. Er habe den Eisenbahnbetriebsleiter gebeten, mit der Aufsichtsbehörde Kontakt aufzunehmen, „damit dort der Vorschlag diskutiert wird.“

So schlimm und tragisch der Unfall auch sei: Die Wieslauftalbahn gehöre zu den „absolut sicheren Eisenbahnen“, betont Horst Windeisen. Früheren Angaben der Polizei zufolge gibt es Hinweise, dass der Jugendliche Kopfhörer getragen und deshalb den Zug nicht gehört hatte.

Tödlicher Unfall in Nellmersbach im April

Der junge Mann hatte Glück im Unglück. Bahnunfälle dieser Art enden oftmals tödlich. Im April starb ein 17-Jähriger, der am Nellmersbacher Bahnhof die Gleise überqueren wollte. Ein Regionalexpress erfasste ihn. Vor knapp einem Jahr wurde ein 78-Jähriger in Waiblingen lebensgefährlich verletzt. Der Mann hatte sein Fahrrad in der Gleismulde unterhalb der Brücke der Westumfahrung neben den Gleisen entlanggeschoben. Ein Zug erfasste ihn.

Mit emotionalen Videos auf Gefahren aufmerksam machen

Mit emotionalen Videos versucht die Deutsche Bahn seit langem, besonders Jugendliche auf die Gefahren an Bahnhöfen und Übergängen aufmerksam zu machen. In einem der Spots nimmt ein junger Pendler, der es eilig hat, statt der Brücke die Abkürzung über die Gleise – mit fatalen Folgen. Im zweiten Film sind Jugendliche mit dem Auto unterwegs zu einer Party. Unachtsamkeit führt dazu, dass der Fahrer die Beschilderung und das Andreaskreuz am Bahnübergang übersieht. In einem weiteren Film nutzen Jugendliche einen Güterbahnhof als Hindernisparcours. Aus dem vermeintlichen Spaß wird schrecklicher Ernst, als ein Junge auf einen Güterwagen steigt und der Oberleitung zu nahe kommt.

Nach dem Bahnunfall mit einem schwer verletzten Jugendlichen in Haubersbronn meldet sich nun der Ortschaftsrat zu Wort: In einem Schreiben an die Württembergische Eisenbahngesellschaft (WEG) regt der Haubersbronner Ortsvorsteher Erich Bühler an, am Bahnübergang Haubersbronn Mitte eine Ampel zu installieren. An diesem unbeschrankten Bahnübergang war am 9. November ein 15-Jähriger verunglückt. Ein Rettungshubschrauber brachte seinerzeit den Schwerverletzten in eine Klinik. Der Jugendliche

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