Rems-Murr-Kreis

Nach wie vor hohe Infektionszahlen: Was wird mit den Schulen im Rems-Murr-Kreis?

MPG Corona Unterricht
Noch findet der Unterricht in den meisten Schulklassen so statt, wie hier im Schorndorfer Max-Planck-Gymnasium. Vielleicht wird sich das aber demnächst wieder ändern. © Benjamin Büttner

„Einige Schulen sind wirklich sehr gebeutelt“, schreibt Sabine Hagenmüller-Gehring, Leiterin des Schulamts in Backnang. Es geht um Corona-Infektionsfälle, die immer wieder ganze Klassen in die Quarantäne schicken, was zu einem „ständigen Hin und Her“ von Präsenz- und Fernunterricht führt. Wie geht's weiter in den Schulen? Wie wird der Unterricht in den kommenden Winterwochen aussehen? Da die Infektionszahlen „aktuell ja leider wieder sehr hoch sind, gehe ich davon aus, dass in den nächsten Tagen Entscheidungen hierzu getroffen werden“, schreibt Sabine Hagenmüller-Gehring.

Kultusministerium besteht bislang auf dem Präsenzunterricht

Aus dem baden-württembergischen Kultusministerium heißt es: „Unser Ziel ist und bleibt der Präsenzunterricht“. Die Aussage stimmt mit der Haltung der Bundesregierung überein. Die forderte in ihrem Corona-Gipfel vor wenigen Tagen zwar strengste Kontaktbeschränkungen vor allem im privaten Bereich, die Schulen aber sollten grundsätzlich weiter offengehalten werden. Der Realschullehrerverband Baden-Württemberg reagierte darauf sofort: Präsenz-unterricht habe Priorität, aber nicht um jedem Preis. „Bei enorm angestiegenen Infektionszahlen spielen wir mit der Gesundheit von Schülern, Lehrern und deren Familien und riskieren womöglich einen erneut kompletten Lockdown wie aktuell in Österreich.“

Tatsächlich: In Österreich werden die Oberstufen schon länger im reinen Fernunterricht durch den Stoff geführt. Seit 17. November sind wieder alle Schulen komplett zu. Um so etwas zu vermeiden, schlägt der Realschullehrerverband vor, wieder das rollierende System einzuführen, das bereits im Sommer die Kinder wechselweise eine Woche in die Schule, eine Woche ins Home-Schooling schickte. Die Realschulen seien auf solch ein Szenario vorbereitet, Stundenpläne seien auf Lernplattformen, auf die die Schüler zurückgreifen könnten.

Schüler beurteilen den Lernerfolg im Home-Schooling als "unterdurchschnittlich"

Geradezu unglaublich deutlich wurde diesbezüglich allerdings Kultusministerin Susanne Eisenmann beim Unternehmensforum des Winnender CDU-Landtagsabgeordneten Siegfried Lorek. Das Urteil über die Versuche der Schulpolitik, den Unterricht auf verschiedene Weisen im Lauf des Jahres über die Bühne zu bringen, fiel nicht gut aus: Eine Umfrage unter Schülerinnen und Schülern hatte ans Tageslicht gebracht, dass 59 Prozent ihren Lernerfolg im Home-Schooling als „unterdurchschnittlich“ einschätzten. Die Schüler hatten massive Probleme bei der Selbstorganisation und der Bewältigung des Stoffes. Und so erklärt das Kultusministerium auch aktuell wieder, man habe sich bewusst für einen Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen entschieden – und damit ebenso bewusst gegen den Wechselbetrieb.

„Schule ist mehr als reine Wissensvermittlung“, heißt es aus dem Kultusministerium, das sich auf Kinder- und Jugendärzte bezieht, die Präsenzunterricht und offene Schulen „zum Wohle der psychischen Gesundheit der Kinder“ gefordert hätten. Ganz abgesehen davon, dass Eltern der Wechselbetrieb hinsichtlich der Betreuung vor „erhebliche Schwierigkeiten“ stellen würde.

Schulschließungen: Keine festgelegten Inzidenzzahlen

Schulen seien, das bestätigten Daten des Landesgesundheitsamts, keine Corona-Hotspots. Aber ganz gleich, wie die Infektionszahlen in einzelnen Schulen aussehen: „Flächendeckende Schulschließungen oder ein Wechselbetrieb sind im Übrigen nicht mit Inzidenzwerten verbunden; hier gibt es keinen Automatismus“. Soll heißen: Anders, als der Realschullehrerverband fordert, wird nicht festgelegt werden, ab welcher Anzahl von Infektionen die Schulen vom Regelbetrieb zum Wechselbetrieb übergehen oder gar ganz schließen müssen.

Sabine Hagenmüller-Gehring, mit ihren Schulleitungen ständig im Kontakt, schätzt die Lage inzwischen etwas anders ein: Das Infektionsgeschehen führe bereits seit einigen Wochen dazu, dass sich Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler und Eltern „hoch flexibel“ zeigen müssten. Die Schulleitungen müssten rund um die Uhr ansprechbar sein – man sehe diese Belastungen mit großer Sorge. Für Schulen, in denen das Infektionsgeschehen hoch ist, wäre daher ein Umstieg auf einen geregelten Wechselunterricht mit geteilten Klassen „sicher eine Entlastung“. Und tatsächlich, so vermutet sie, würde der wochenweise Wechsel von Präsenz- und Fernunterricht dann sogar zu mehr Planbarkeit und Verlässlichkeit führen.

„Einige Schulen sind wirklich sehr gebeutelt“, schreibt Sabine Hagenmüller-Gehring, Leiterin des Schulamts in Backnang. Es geht um Corona-Infektionsfälle, die immer wieder ganze Klassen in die Quarantäne schicken, was zu einem „ständigen Hin und Her“ von Präsenz- und Fernunterricht führt. Wie geht's weiter in den Schulen? Wie wird der Unterricht in den kommenden Winterwochen aussehen? Da die Infektionszahlen „aktuell ja leider wieder sehr hoch sind, gehe ich davon aus, dass in den nächsten

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper