Rems-Murr-Kreis

Neues Klimabündnis Rems-Murr: Organisationen vernetzen sich für mehr Klimaschutz

Klima-Bündnis
Thomas Jüttemann, Markus Koch, Dörte Schnitzer und Silke Müller-Zimmermann vom Klimabündnis Rems-Murr. © Gabriel Habermann

Das Pariser Klimaabkommen gab 2015 das 1,5-Grad-Ziel vor. Die globale Erwärmung sollte demnach auf maximal 1,5 Grad begrenzt werden (gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter). Doch der Weltklimarat warnt, dass dieses Ziel nicht zu halten ist. Vor einigen Tagen hat die Weltorganisation für Meteorologie neue Daten zum weltweiten Temperaturanstieg veröffentlicht. Demnach könnte die Jahresdurchschnittstemperatur der Welt sogar schon bis 2026 erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen.

„Ein bisschen Engagement reicht nicht, denn eigentlich ist es schon zu spät“, sagt auch Silke Müller-Zimmermann aus Backnang. Sie ist Teil des in der Regel achtköpfigen Teams, das sich regelmäßig trifft, um die Ziele des vor wenigen Monaten gegründeten Klimabündnis Rems-Murr voranzutreiben, vorrangig die Erreichung großer und kleinerer Klimaziele im Rems-Murr-Kreis. Im Klimabündnis haben sich die lokalen Initiativen Klimaentscheid Backnang, Klimaneutrales Waiblingen, Nachhaltiges Kernen, Klimabündnis Weinstadt, Zusammen Zukunft Gestalten Remshalden und Klimaentscheid Schorndorf zusammengeschlossen.

Sechs Klimaentscheide im Rems-Murr-Kreis

In puncto Klimaschutz vor Ort in den Kommunen haben diese Gruppen schon einiges erreicht. Beispielsweise haben die Gemeinderäte aller beteiligten Kommunen Grundsatzbeschlüsse gefasst, dass die jeweiligen Städte oder Gemeinden bis 2035 klimaneutral werden sollen. Für dieses Anliegen waren die Klimaschützerinnen und -schützer unter anderem in Schorndorf unterwegs, um Unterschriften zu sammeln. „Es war sehr motivierend, dass sechs Klimaentscheide bei uns im Kreis angesiedelt sind“, sagt Dörte Schnitzer aus Schorndorf. Damit ist man deutschlandweit von der Dichte her spitze.

Schnitzer ist überzeugt: In der Gruppe erreicht man mehr, und dabei gilt: Je mehr, desto besser, neue Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind sehr willkommen. Insgesamt rund 150 aktive Klimaschützer zähle der Zusammenschluss in allen sechs örtlichen Gruppen derzeit. Nun wollen die einzelnen Organisationen ihre Kräfte bündeln und den Blick über die Kommunen hinaus auf den gesamten Kreis richten. Dazu haben sich Vertreterinnen und Vertreter des Klimabündnisses unter anderem mit dem Landrat sowie einigen Kreistagsfraktionen zu Gesprächen getroffen. Mehr Vernetzung könne beispielsweise sinnvoll sein, wenn eine Gemeinde zur Erreichung ihre Klimaziels Tempo 30 auf einer Straße innerhalb der Gemeinde einführen wolle, die aber eine Kreisstraße ist, erklärt Thomas Jüttemann aus Kernen einen praktischen Vorteil. Es gehe aber auch um für den ganzen Kreis relevante Themen wie den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und mehr Bürgerbeteiligung, diese sei beispielsweise beim Thema Windkraft unerlässlich.

Lokale und kreisweite Aktionen geplant

Aber auch viele andere Themen rund um Klimaschutz und Nachhaltigkeit beträfen jedermann: „Wir können den Landkreis zum Beispiel bei der Einführung eines Mehrwegsystems unterstützen, indem wir auf die Gastronomen vor Ort in unseren jeweiligen Kommunen zugehen“, sagt Markus Koch aus Weinstadt. Er gehört keiner der sechs örtlichen Gruppen an, versteht sich als Netzwerker. Nicht nur als Vermittler zwischen den Organisationen, sondern auch auf der Suche nach Partnern, mit denen man sich gemeinsam für Klimaziele einsetze, in Backnang wurden beispielsweise schon der ADFC und der Nabu als solche ideellen Partner gewonnen.

Aber auch ganz konkrete Aktionen und Veranstaltungen wurden und werden sowohl in den örtlichen Organisationen als auch kreisweit geplant, zum Beispiel Fahrrad-Demonstrationen, ein Bürger- und Bürgerinnenrat oder die Ausbildung einiger Gruppenmitglieder zu Fotovoltaikberaterinnen und -beratern, um bei dieser Form der erneuerbaren Energie schneller voranzukommen.

Info

Wer Fragen oder Anregungen hat oder sich engagieren möchte, schreibt an eine E-Mail an willkommen@klimabuendnis-rems-murr.de.

Das Pariser Klimaabkommen gab 2015 das 1,5-Grad-Ziel vor. Die globale Erwärmung sollte demnach auf maximal 1,5 Grad begrenzt werden (gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter). Doch der Weltklimarat warnt, dass dieses Ziel nicht zu halten ist. Vor einigen Tagen hat die Weltorganisation für Meteorologie neue Daten zum weltweiten Temperaturanstieg veröffentlicht. Demnach könnte die Jahresdurchschnittstemperatur der Welt sogar schon bis 2026 erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen

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