Rems-Murr-Kreis

Obermeister der Kfz-Innung stellt sich vehement gegen „Autohasser“ in der Politik unter dem Banner des Klimaschutzes

Torsten Treiber
Torsten Treiber. © Privat

Torsten Treiber, Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, sieht derzeit eine kritische politische Entwicklung für die Branche und für alle Menschen mit Auto. Bei der Delegiertenversammlung der Kfz-Innung hielt er scharf dagegen: „Am Wochenende haben die Autogegner, oder besser Autohasser, ihre Reihen geschlossen. Unter dem Banner des Klimaschutzes wird dem Auto heftiger Gegenwind bis zur Sturmstärke entgegenschlagen“, dem es entgegenzuwirken gelte.

Treiber sprach wohl aus Anlass der Parteitage der Grünen und der CDU zum Bundestagswahlkampf und forderte bei der Innungs-Versammlung mehr Engagement des Zentralverbandes des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK): „… wir würden uns von unserem ZDK mehr Aktivitäten auf der Bundes- und der EU-Ebene wünschen. Vielleicht so etwas wie eine Taskforce Klimaschutz, die das mediale Feld nicht nur den Katastrophenpropheten überlässt und die Verhältnisse zurechtrückt.“

Den richtigen Mann für diese Aufgabe glaubt er auch zu kennen: den Präsidenten des Verbandes des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg, Michael Ziegler. Treiber: „Er hat als Vorstandsmitglied auch Gewicht im Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes.“

Brauchen klare Linie von EU, Bund und Land, wie es technologisch weitergeht

Michael Ziegler, der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes und die Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart sind laut Treiber in den Kernaussagen zur Mobilitätspolitik deckungsgleich: „Erstens brauchen wir eine klare Linie von EU, Bund und Land, wie es technologisch weitergehen soll. Wenn die Verbrenner-Technologie per Gesetz abgeschaltet werden soll, wird das nur mit einer Abwrackprämie in noch nie da gewesenem Ausmaß gehen, um die jetzigen Autos mit Verbrennermotoren von der Straße zu bekommen und Ersatzbeschaffungen auch für Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen zu ermöglichen“, zitierte Torsten Treiber aus einem Statement des Präsidenten.

Außerdem seien von Seiten der Politik klare Aussagen nötig, wie die jetzige Infrastruktur der Tankstellen sozialverträglich abgebaut und durch was sie ersetzt werden solle, wenn E-Fuels für Verbrenner politisch abgelehnt werden und fossile Treibstoffe wegen der Klimabelastung zusammen mit den Verbrennern verboten werden sollten. Und weiter fragte Treiber: „Wer bezahlt das alles? Einnahmen aus der Energiesteuer auf Benzin und Diesel stehen dann nicht mehr zur Verfügung, also müssen andere Steuern erhöht oder neue Steuern eingeführt werden. Gleichzeitig steigen die Kosten immens an. Wir sehen das jetzt schon in der Diskussion, wer für die Ladesäulen verantwortlich ist.“

Torsten Treibers Kritik an den politischen Entscheidungen bezog sich aber auch auf das Vorgehen in der Corona-Krise: „Es war nicht logisch, die Autohäuser seit 16. Dezember 2020 zu schließen. Die Inzidenzen gingen ohne uns rauf, hoffen wir, dass sie jetzt dauerhaft nach unten gehen.“ Und an die Delegierten gewandt, sagte er noch: „Welche Folgen das für ihre Betriebe hat, wissen Sie besser als ich: Hoffen wir, dass sich wenigstens ein Teil der Umsatzverluste noch ausgleichen lässt. Momentan liegen wir allein im Neuwagenhandel in der Region Stuttgart bei schätzungsweise 840 Millionen Euro weniger im Vergleich zu 2019.“

Kfz-Gewerbe braucht "starke Interessenvertretung gegenüber den autofeindlichen Kräften"

Die rund 700 Kfz-Betriebe in der Region, aber auch ihre rund 12 000 Beschäftigten, darunter 2000 Azubis, bräuchten angesichts dieser Entwicklung eine starke Interessenvertretung gegenüber den autofeindlichen Kräften, denen „es darum geht, einen Teufel an die Wand zu malen und dann mit seiner Hilfe ein politisches Süppchen zu kochen und/oder Geld zu verdienen“.

Und eigentlich gelte das auch für alle Pkw-Fahrer in der ganzen Region, die von den kommenden Treibstoffentscheidungen betroffen seien: „Rund 23 000 Elektroautos werden in der Region gefahren, rund 1,65 Millionen Mal besitzen die Menschen ein Auto, das Treibstoff braucht - da schafft es das E-Auto mit rund 1,2 Prozent nicht mal über die Fünf-Prozent-Hürde. Eigentlich klare Verhältnisse für vernünftige Entscheidungen.“

Torsten Treiber aus Ludwigsburg ist bei der Delegiertenversammlung der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart für weitere drei Jahre im Amt bestätigt worden. Reiner Äckerle, Geschäftsführer des Autohauses Äckerle in Korb, wurde als Rems-Murr-Kreisvorsitzender und Pressesprecher der Gesamtinnung bestätigt.

Mit von der Partie sind als weitere Vorstandsmitglieder für die nächsten drei Jahre: Frank Schnierle (Wilhelm Jesinger KG, Esslingen) als stellvertretender Obermeister und Kreisvorsitzender für den Kreis Esslingen; Daniel Kargl, Autohaus Weeber GmbH & Co. KG (Kreis Böblingen); Markus Klein, Autohaus Klein GmbH (Kreis Ludwigsburg) und Roger Schäufele, Autohaus Lutz GmbH & Co. KG, Kreisgruppe Stuttgart.

Delegierte der Innung für die Delegiertenversammlung des Landesverbandes sind Torsten Treiber, Frank Schnierle und Michael Ziegler.

Torsten Treiber, Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Region Stuttgart, sieht derzeit eine kritische politische Entwicklung für die Branche und für alle Menschen mit Auto. Bei der Delegiertenversammlung der Kfz-Innung hielt er scharf dagegen: „Am Wochenende haben die Autogegner, oder besser Autohasser, ihre Reihen geschlossen. Unter dem Banner des Klimaschutzes wird dem Auto heftiger Gegenwind bis zur Sturmstärke entgegenschlagen“, dem es entgegenzuwirken gelte.

Treiber sprach wohl aus

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