Rems-Murr-Kreis

Omikron im Rems-Murr-Kreis, 17.1.: Rekord-Inzidenz - aber wenige Alte infiziert

Corona Testzentrum
Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Frappierend: Zwar treibt derzeit Omikron die Infektionszahlen hoch und ließ die Inzidenz am 17. Januar auf den neuen Rekordwert von 603 schnellen – die mit Abstand am stärksten gefährdeten Altersgruppen aber sind momentan im Rems-Murr-Kreis bemerkenswert, fast staunenswert wenig betroffen. Das ist ein sehr gutes Zeichen und nährt die Hoffnung, dass die nächsten Wochen nicht zum erneuten Ausnahmezustand in den Kliniken führen. Wie aber sieht es in den anderen Altersgruppen aus, zum Beispiel bei den Kindern? Die Aufschlüsselung liefert Fingerzeige, welche Maßnahmen die Politik tunlichst unterlassen sollte ...

Wenn Ihnen im Folgenden vor lauter beweiskräftigen Zahlen der Kopf schwirrt, überspringen Sie bitte einfach die genauen Aufschlüsselungen in den eingerückten Textpassagen und lesen nur den Fließtext.

Infektionen nach Alter: Rückblick auf Ende Dezember 2020

Um ermessen zu können, wie stark sich die Altersstruktur bei den Infizierten zuletzt verändert hat (wir hatten darauf schon früher hingewiesen), müssen wir zurückblicken. Schlaglicht auf den 31. Dezember 2020: Akut infiziert und deshalb in Isolation waren seinerzeit in der Altersgruppe ...

  • 0 bis 10 Jahre: 21 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 2,4 Prozent.
    Dieser Gruppe gehören im Rems-Murr-Kreis rund 45.100 von gut 427.000 Menschen an – also etwa 10,6 Prozent.
  • 11 bis 20 Jahre: 71 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 8,1 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 41 700 Menschen – etwa 9,8 Prozent.
  • 21 bis 30 Jahre: 144 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 16,5 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 49.000 Menschen – etwa 11,5 Prozent.
  • 31 bis 40 Jahre: 137 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 15,7 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 52.800 Menschen – etwa 12,4 Prozent.
  • 41 bis 50 Jahre: 114 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 13,0 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 53.800 Menschen – etwa 12,6 Prozent.
  • 51 bis 60 Jahre: 190 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 21,7 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 71.000 Menschen – etwa 16,6 Prozent.
  • 61 bis 70 Jahre: 87 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 9,9 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 50.400 Menschen – etwa 11,8 Prozent.
  • 71 bis 80 Jahre: 45 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 5,2 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 37.300 Menschen – etwa 8,7 Prozent.
  • 81 und älter: 65 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 7,4 Prozent.
    Bevölkerungsanteil: rund 26.300 Menschen – etwa 6,2 Prozent.

Die älteren, besonders gefährdeten Gruppen waren damals, als noch fast niemand geimpft war, recht stark von Infektionen betroffen. Das machte die Lage außerordentlich sprengkräftig: Viele Todesfälle im Winter 2020/21 waren die Folge.

Die Jüngsten – Kinder bis 10 – waren hingegen weit unterdurchschnittlich am Infektionsgeschehen beteiligt. Kein Wunder: Sie saßen seit Mitte Dezember 2020 zu Hause, die Schulen waren geschlossen.

Infektionen nach Alter: Die Lage Mitte Januar 2022

Nun zum Vergleich die Momentaufnahme von Montag, 17. Januar 2022:

  • 0 bis 10 Jahre:  351 Infizierte. Anteil am Infektionsgeschehen: 12,4 Prozent – bei 10,6 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 11 bis 20 Jahre: 611 Infizierte. Anteil am Infektionsgeschehen: 21,6 Prozent – bei 9,8 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 21 bis 30 Jahre: 502 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 17,8 Prozent – bei 11,5 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 31 bis 40 Jahre: 443 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 15,7 Prozent – bei 12,4 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 41 bis 50 Jahre: 3923 Fälle. Anteil am Infektionsgeschehen: 13,9 Prozent – bei 12,6 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 51 bis 60 Jahre: 330 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 11,7 Prozent – bei 16,6 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 61 bis 70 Jahre: 107 Menschen. Anteil am Infektionsgeschehen: 3,8 Prozent – bei 11,8 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 71 bis 80 Jahre: 48 Fälle. Anteil am Infektionsgeschehen: 1,7 Prozent – bei 8,7 Prozent Bevölkerungsanteil.
  • 81 und älter: 35 Fälle. Anteil am Infektionsgeschehen: 1,2 Prozent – bei 6,2 Prozent Bevölkerungsanteil.

Mit anderen Worten: Obwohl im Rems-Murr-Kreis fast 27 Prozent der Menschen älter als 60 sind, entfallen auf diese Gruppe weniger als 7 Prozent der aktuellen Ansteckungen! Müssen wir überhaupt darauf hinweisen, woran das liegt? Deutschlandweit beträgt die Impfquote bei der Generation 60 plus mittlerweile fast 88 Prozent. Und beinahe 70 Prozent sind sogar schon geboostert.

Kinder bis 10 sind am Infektionsgeschehen mittlerweile zwar leicht überdurchschnittlich beteiligt, aber nicht besonders stark, wenn man bedenkt, dass die meisten ungeimpft sind. Schulschließungen sind deshalb derzeit absolut indiskutabel.

Besonders auffällig ins Infektionsgeschehen involviert sind momentan die 11- bis 20-Jährigen. Sie werden aber auch sehr viel getestet in den Schulen. Die Ansteckungsdunkelziffer dürfte in dieser Gruppe so niedrig sein wie in keiner anderen.

Was aus all dem folgt: Vorsichtiger Versuch einer Prognose

Wenn die Inzidenz jetzt nicht noch dramatisch viel höher steigt auf weit über 1000, lässt sich mit aller Vorsicht eine Prognose wagen: Omikron wird in den Intensivstationen nicht mehr zu Belastungen führen, wie wir sie aus früheren Wellen kannten.

Denn erstens scheint Omikron insgesamt nicht so gefährlich zu sein wie frühere Varianten.

Zweitens tragen die Alten ein krass höheres Risiko – und sie sind ja mittlerweile weitgehend geschützt.

Bemühen wir dazu die Daten vom 13. Januar 2022: Bis dahin waren in Deutschland mehr als 114.500 Corona-Todesfälle zu verzeichnen. Fast 10 Prozent davon ließen sich der Altersgruppe 60 bis 69 zuordnen, beinahe 21 Prozent der Gruppe 70 bis 79 und gar rund 64 Prozent der Gruppe 80 und älter. Fast 95 Prozent der Verstorbenen waren also 60 und älter. Man kann nicht oft genug betonen, wie segensreich die Impfung für die am stärksten Bedrohten ist.

Dazu fügt sich die Information, dass in den Rems-Murr-Kliniken derzeit sieben Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden müssen; das ist der niedrigste Wert seit dem Spätsommer.

Frappierend: Zwar treibt derzeit Omikron die Infektionszahlen hoch und ließ die Inzidenz am 17. Januar auf den neuen Rekordwert von 603 schnellen – die mit Abstand am stärksten gefährdeten Altersgruppen aber sind momentan im Rems-Murr-Kreis bemerkenswert, fast staunenswert wenig betroffen. Das ist ein sehr gutes Zeichen und nährt die Hoffnung, dass die nächsten Wochen nicht zum erneuten Ausnahmezustand in den Kliniken führen. Wie aber sieht es in den anderen Altersgruppen aus, zum Beispiel

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