Rems-Murr-Kreis

Omikron: Was tun, wenn die Corona-Warn-App rot wird?

Risikoermittlung
Wer eine Warnmeldung erhält, kann im Rems-Murr-Kreis einen kostenlosen PCR-Test machen. © ALEXANDRA PALMIZI

Die hoch ansteckende Omikron-Variante treibt die Inzidenz rasant in die Höhe. Am 14. Januar lag die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen im Rems-Murr-Kreis bei 543 (Stand 14. Januar, 13.03 Uhr). Deutschlandweit vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am 14. Januar erstmals mehr als 90.000 Corona-Neuinfektionen. Steigende Infektionszahlen bedeuten auch, dass es immer mehr rote Warnmeldungen in der Corona-Warn-App gibt. Mehr als 40 Millionen Mal wurde die App insgesamt bisher heruntergeladen. In der vergangenen Woche gab es mit rund 1,2 Millionen Warnmeldungen so viele wie nie zuvor.

Das führt bei manchen Nutzern zu Verdruss. Manche berichten, dass sie die App nur noch für das digitale Impfzertifikat nutzen, andere öffnen sie einfach gar nicht mehr oder deinstallieren sie gleich ganz. Denn hinzu kommt, dass die App die Nutzer aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht über die Uhrzeit und den Ort des Risikokontakts informieren kann. Es ist also unklar, ob man in der Schlange im Freien mit FFP2-Maske vor der Lieblingsbäckerei längere Zeit in der Nähe einer mit dem Coronavirus infizierten Person stand oder mit ihr im Restaurant saß. Ist die App also überhaupt noch ein sinnvolles Instrument, um das Infektionsgeschehen einzudämmen?

Gesundheitsministerien setzen auf die App

Ein klares Ja kommt vom Bundesgesundheitsministerium. Eine Sprecherin sagt auf Nachfrage, die Corona-Warn-App leiste einen wichtigen Beitrag dazu, unseren Alltag sicherer zu machen. Das gelte auch im Angesicht der Omikron-Welle: „Das RKI beobachtet und evaluiert die Grundlagen der Risikoberechnung der Corona-Warn-App fortlaufend. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt und auf Basis der aktuell verfügbaren Informationen sind die bisherigen Grundlagen der Risikoberechnung geeignet, um Nutzerinnen und Nutzer auch im Falle eines Kontakts mit der Omikron-Variante zuverlässig zu warnen.“

Auch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg sieht die App als eines von vielen nützlichen Instrumenten der Pandemiebekämpfung. „Ziel ist, dass Bürgerinnen und Bürger eigenverantwortlich mit diesen Infos umgehen. Wer zum Beispiel gefährdete Personen wie die Großeltern besucht, kann dann möglicherweise anders mit der Info umgehen als jemand, der nach einer Warnmeldung ohnehin längere Zeit für sich im Home-Office verbringt“, sagt ein Sprecher.

Doch wie verhält man sich richtig, wenn die App rot wird? Antworten auf fünf wichtige Fragen.

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Die App ermittelt potenzielle Risikobegegnungen im öffentlichen Raum. Dazu erfasst sie einerseits via Bluetooth den Abstand zu anderen Smartphones sowie die Dauer des Kontakts. Andererseits hat sie eine Check-in-Funktion, mit der sie QR-Codes, die für die Eventregistrierung mit der Luca-App erstellt wurden, scannen und einen eigenen Check-in-Prozess durchführen kann. Bei einem direkten Kontakt mit einer nachweislich positiv getesteten Person innerhalb der letzten 14 Tage erfolgt eine rote Warnung.

Die rote Warnung ist da, was soll ich jetzt tun?

Das RKI empfiehlt nach einer roten Warnmeldung:

  • nach Hause gehen oder zu Hause bleiben
  • auf Symptome achten
  • testen lassen
  • bei einem positiven Testergebnis isolieren und das Ergebnis des Tests in der App teilen.

Muss ich das Gesundheitsamt über eine rote Warnmeldung informieren?

Nein, das ist nicht nötig.

Ich bin frisch geboostert, kann ich die Warnung ignorieren?

Nein, diese Verhaltensempfehlungen gelten unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus.

Habe ich Anspruch auf einen PCR-Test?

Wer eine rote Warnung über die App erhält, hat Anspruch auf einen Test, auch das gilt unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Die Entscheidung, ob im konkreten Einzelfall ein PCR-Test durchgeführt wird, trifft laut Bundesgesundheitsministerium grundsätzlich der Arzt oder das Gesundheitsamt. Eine Sprecherin des Landratsamts Rems-Murr sagte auf Nachfrage, dass in den Testzentren im Kreis Kontaktpersonen (dazu gehört auch die rote Warnung über die Corona-Warn-App) kostenlos einen PCR-Test machen können. Dazu müsse man bei der Terminbuchung auf dem Testportal des Rems-Murr-Kreises einfach unter „Testgruppe“ den Eintrag „PCR-Test bei Kontaktpersonen (informierte KP1-Personen oder erhöhtes Risiko Corona-Warn-App)“ auswählen. Wer bereits Krankheitssymptome hat, sollte sich aber direkt an den Hausarzt oder eine Schwerpunktpraxis wenden.

Die hoch ansteckende Omikron-Variante treibt die Inzidenz rasant in die Höhe. Am 14. Januar lag die Zahl der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen im Rems-Murr-Kreis bei 543 (Stand 14. Januar, 13.03 Uhr). Deutschlandweit vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) am 14. Januar erstmals mehr als 90.000 Corona-Neuinfektionen. Steigende Infektionszahlen bedeuten auch, dass es immer mehr rote Warnmeldungen in der Corona-Warn-App gibt. Mehr als 40 Millionen Mal wurde die

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