Rems-Murr-Kreis

OVR und Fischle-Busse im Streik - Linien in Waiblingen, Fellbach, Korb und Weinstadt betroffen

Bus Streik
Mit harten Bandagen wurde schon am 4. Januar 2019 am Waiblinger Bahnhof im privaten Omnibusgewerbe gekämpft. Die Gewerkschaft Verdi hat nun die Fahrer von OVR und Fischle erneut zum ganztägigen Warnstreik aufgerufen, auch weil, so Gewerkschaftssekretärin Suzanna Tedesco, Dinge, die damals vereinbart worden seien, in den Betrieben noch immer nicht umgesetzt würden. © ALEXANDRA PALMIZI

Im Rahmen der Tarifrunde für das private Omnibusgewerbe ruft die Gewerkschaft Verdi diese Woche zu weiteren Warnstreiks an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg auf, zunächst am Dienstag in Waiblingen und Heidenheim. Im Rems-Murr-Kreis betroffen sind alle Buslinien des Omnibusverkehrs Ruoff. Nachdem sich der Omnibusbetrieb Fischle das Busdepot in Waiblingen mit dem OVR teilt, wurden auch die Fischle-Fahrer zum Streik aufgerufen. Da sie nicht tarifgebunden sind, geschieht dies im Rahmen eines Partizipations-Aufrufs, weil die Fahrer somit für ihre eigene Tarifbindung streiken.

Betroffen sind also nicht nur die Buslinien von OVR in Waiblingen, Korb und eine Linie in Fellbach, sondern auch die Linien von Fischle Regionalverkehr in Waiblingen und Weinstadt. Der S-Bahn- und Regionalverkehr sowie die Busse und Bahnen der Stuttgarter Straßenbahnen AG sowie der Busverkehr in den anderen Landkreisen und Städten werden nicht bestreikt.

In den Manteltarifverhandlungen für das private Omnibusgewerbe zwischen Verdi und dem Arbeitgeberverband von Baden-Württemberg WBO fand am 11. Juni die dritte Verhandlungsrunde statt. Verdi fordert unter anderem eine Pausenregelung nach dem Arbeitszeitgesetz, eine Vereinheitlichung der Sonntags- und Nachtzuschläge auf höherem Niveau sowie die Aufnahme von Verhandlungen für eine betriebliche Altersvorsorge. Nachdem die Arbeitgeber auch in dieser dritten Runde nach Verdi-Ansicht kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt hatten und weiterhin auf einer Absenkung der Jahressonderzahlung beharren, hatte die Tarifkommission beschlossen, zu ersten Warnstreiks aufzurufen. Diese fanden letzte Woche am Mittwoch und Donnerstag unter anderem in Reutlingen, Tübingen, Backnang, Neuenstadt, Murrhardt, Schwäbisch Hall und im Raum Karlsruhe statt. Zu Streiks im Busverkehr an weiteren Standorten wird es am Donnerstag kommen.

„Fahrer akzeptieren belastende Arbeitsbedingungen nicht länger“

Hanna Binder, Verdi-Verhandlungsführerin: „Die hohe Streikbeteiligung bei den ersten Arbeitsniederlegungen letzte Woche zeigen, die Fahrerinnen und Fahrer akzeptieren diese belastenden Arbeitsbedingungen nicht mehr länger. Standzeiten von mehreren Stunden sind keine Freizeit, sie müssen bezahlt werden.“

Busfahrer müssten in etlichen Betrieben drei, vier oder mehr Stunden Pause pro Schicht nehmen. Die Schichten seien dadurch bisweilen sogar länger als zehn oder gar zwölf Stunden. Verdi erwarte, dass die Rechtsprechung von 2016 endlich in den Betrieben umgesetzt wird, nach der mehr als eine Stunde unbezahlter Pausenzeit innerhalb einer Schicht regelmäßig unzulässig ist. „Das ist seit fünf Jahren geltendes Recht. Dass wir darüber überhaupt verhandeln müssen, ist bitter. Die Arbeitgeber wissen das und fordern selbst auch eine Aktualisierung der Pausenregelung - allerdings mit dem Ziel, die gängige Praxis weitgehend zu legalisieren, anstatt den Fahrerinnen und Fahrern die Schichtzeit samt Standzeiten zu bezahlen“, so Binder.

Betroffen sind von den Verhandlungen rund 9000 Fahrer der privaten Omnibusunternehmen in ganz Baden-Württemberg. Die Verhandlungen werden am Samstag, 26. Juni, fortgesetzt. Verdi droht schon jetzt damit, nach dieser Verhandlungsrunde eine Urabstimmung durchführen zu wollen, wenn es kein Ergebnis gibt. Dann, so Verdi, werde es auch unangekündigte Streiks geben.

Suzanna Tedesco, zuständige Gewerkschaftssekretärin in Waiblingen, erklärt: „Wir haben das nicht gewollt, aber die Arbeitgeber zwingen uns geradezu dazu.“ Verdi habe zwei Forderungen gestellt zu Pausenregelung und Nachtzuschlägen, die eigentlich schon geltendes Recht seien. Die Arbeitgeber hätten acht Forderungen dagegengestellt mit der Maßgabe, die Tarifverhandlungen müssten sich auch für den Arbeitgeber lohnen. Es ging dabei etwa um schlechtere Bezahlung von Sonderschichten, eine Absenkung des Urlaubsgelds oder eine sogenannte Produktivitätsprämie, bei der Krankheitstage sich vermindernd auswirken sollen.

Verdi wird in dieser Woche noch an verschiedenen Standorten zu weiteren Warnstreiks aufrufen. Diese werden mindestens zwei Tage im Voraus bekanntgegeben.

Im Rahmen der Tarifrunde für das private Omnibusgewerbe ruft die Gewerkschaft Verdi diese Woche zu weiteren Warnstreiks an verschiedenen Standorten in Baden-Württemberg auf, zunächst am Dienstag in Waiblingen und Heidenheim. Im Rems-Murr-Kreis betroffen sind alle Buslinien des Omnibusverkehrs Ruoff. Nachdem sich der Omnibusbetrieb Fischle das Busdepot in Waiblingen mit dem OVR teilt, wurden auch die Fischle-Fahrer zum Streik aufgerufen. Da sie nicht tarifgebunden sind, geschieht dies im

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper