Rems-Murr-Kreis

Planen, absagen, umplanen, absagen, umplanen: Kulturschaffende sprechen sich dennoch Mut zu

coronavirus-5260995_1920
Kulturschaffende haben es in der Corona-Pandemie besonders schwer. © Pixabay

„Im Moment geht es überhaupt darum, mein Team zu ermuntern, weiterzumachen. Spätestens mit dem zweiten Lockdown war die Luft raus.“ Mit diesen Worten sprach Maja Heidenreich, die Fellbacher Kulturamtsleiterin sicherlich den meisten anderen rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten Regionalkonferenz Kultur des Rems-Murr-Kreises aus dem Herzen. Per Online-Videokonferenz hatte der Landkreis via seine Regionalmanagerin für Kultur, Claudia Erlekamm, eingeladen. Maja Heidenreich war dabei eine von mehreren „Profis aus der Praxis“ des Kulturbetriebs, die kurze Einblicke in die schwierige Situation während er Corona-Pandemie gaben.

„Wir sind gerade auf der Suche nach kleineren Formaten für ein pandemiekonformes Open-Air-Sommerprogramm und Kultur-Picknicks an besonderen Orten“, sagte Heidenreich. „Wir freuen uns über jedes Angebot von Kulturschaffenden, die, sobald es wieder Lockerungen gibt, kleinere maßgeschneiderte, mit Hygienekonzepten durchführbare Veranstaltungen anbieten wollen.“ Größere Veranstaltungen seien im Moment wegen Corona kaum planbar.

„Wir fragen uns gerade zum Beispiel auch, ob wir das digitale Aboprogramm in Fellbach fortsetzen sollen.“ Auch die Vorbereitungen für die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 900-jährigen Bestehen der Stadt Fellbach seien äußerst schwierig. „Chöre und Orchester können ja nicht proben. Das ist gerade alles sehr frustrierend. Planen, absagen, umplanen, absagen und wieder umplanen“, sagte Maja Heidenreich.

Thomas Weber von der „publikumsverwöhnten“ Theater- und Kleinkunstbühne „Kabirinett“ in Spiegelberg-Großhöchberg hofft, den Kontakt zum Publikum nicht zu verlieren. „Denn genau das macht Kultur und Kunst bei uns aus. Wir bieten sinnliche Erlebnisse: Vorstellungen in der Natur und mit Essen und Bewirtung.“ Und Kabarett lebe sowieso vom Publikumskontakt.

Weber sprach aber allen Teilnehmern der Videokonferenz Mut zu. Theaterstücke könnten coronakonform auch auf digitale Vorstellungen umgeschrieben werden, so dass sie selbst ein nur virtuelles Publikum zu bannen vermögen. Vielleicht sind kürzere Formate das Gebot der Stunde. Auch rührt Weber die Werbetrommel für die Luca-App, die jetzt zur Kontaktenachverfolgung von Infizierten beim Gesundheitsamt „scharfgeschaltet“ sei und sich perfekt in Hygienekonzepte für Veranstaltungen einfügen lasse. „Zusammen mit der vom Kreis angebotenen Cosima-App für Schnelltests bildet die Luca-App einen wichtigen Baustein, dass wir alle bald wieder Kultur vor Ort anbieten können.“

Prof. Dr. Andrea Hausmann vom Institut für Kulturmanagement der PH Ludwigsburg und ihre Mitarbeiterin Olivia Braun begleiteten die Videokonferenz moderierend. Braun stellte die Ergebnisse einer Online-Befragung von Kulturschaffenden im Rems-Murr-Kreis vom Juni/Juli 2020 vor. Heraus kamen drei zentrale Bedarfe, über die in der Videokonferenz in Arbeitsgruppen debattiert wurde: Wie bewerbe ich meine Veranstaltung (Kulturmarketing)? Wie lassen sich Veranstaltungen in Pandemiezeiten organisieren (Projektmanagement)? Wie bekomme ich Fördergelder (Fördermittel-Akqusie).

Kultur-Regionalmanagerin Claudia Erlekamm versprach, dass es eine regelmäßige Sprechstunde für solche und andere den Kulturbetrieb betreffende Fragen geben wird und dies nur die erste von einer hoffentlich ganzen Reihe von Regionalkonferenzen Kultur sein werde.

„Im Moment geht es überhaupt darum, mein Team zu ermuntern, weiterzumachen. Spätestens mit dem zweiten Lockdown war die Luft raus.“ Mit diesen Worten sprach Maja Heidenreich, die Fellbacher Kulturamtsleiterin sicherlich den meisten anderen rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten Regionalkonferenz Kultur des Rems-Murr-Kreises aus dem Herzen. Per Online-Videokonferenz hatte der Landkreis via seine Regionalmanagerin für Kultur, Claudia Erlekamm, eingeladen. Maja Heidenreich war dabei

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper