Rems-Murr-Kreis

Polizei mahnt und kontrolliert den Verkehr zum Schulbeginn im Rems-Murr-Kreis

Schuljunge
Angesichts der immer noch hohen Unfallzahlen auf dem Schulweg kontrolliert in den ersten Wochen nach den Ferien die Polizei wieder den Verkehr. © Alexandra Palmizi

Für die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg geht es ab dem 12. September zurück auf die Schulbank. Für die künftigen Erstklässler, die an den darauffolgenden Tagen eingeschult werden, beginnt ein ganz neuer, aufregender Lebensabschnitt. Neben den vielen schulischen Herausforderungen beginnt nach Auffassung des Polizeipräsidiums Aalen die wohl wichtigste Herausforderung „täglich mit dem Verlassen der Haustüre: das sichere Ankommen in der Schule und nach der Schule wieder zu Hause“. Und hierzu müssten alle ihren Beitrag leisten: „Sowohl Schüler als auch Eltern und sonstige Verkehrsteilnehmer sind gleichermaßen gefordert, in den nächsten Tagen und Wochen noch mehr Vorsicht als ohnehin üblich walten zu lassen“, schreibt das Präsidium in einer Mitteilung.

Die Unfallstatistik

Im bundesweiten Vergleich sei in Baden-Württemberg das Risiko für Kinder und Jugendliche, im Straßenverkehr zu verunglücken, mit am geringsten. Dennoch ereigneten sich im Jahr 2021 insgesamt 237 sogenannte Schulwegunfälle, bei denen insgesamt 220 Kinder und Jugendliche leicht und 29 Kinder und Jugendliche schwer verletzt wurden. Regelmäßig zum Schulanfang steigt die Unfallgefahr für die Kinder und Jugendlichen, da sich sowohl die Verkehrsteilnehmer als auch die Schüler erst wieder aufeinander einstellen müssen.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aalen ereigneten sich im Jahr 2021 insgesamt 34 Schulwegunfälle (Ostalbkreis: 6, Rems-Murr-Kreis 22, Landkreis Schwäbisch Hall: 6) und damit erfreulicherweise rund acht Prozent weniger als im Vorjahr. Dennoch erlitten insgesamt 36 Schüler (OAK: 7, RMK: 23, SHA: 6) bei diesen Unfällen meist leichte, in vier Fällen auch schwere Verletzungen.

Angesichts der immer noch hohen Unfallzahlen auf dem Schulweg werden in den ersten Wochen nach den Ferien wieder verstärkt polizeiliche Verkehrsüberwachungsmaßnahmen mit den nachfolgenden Schwerpunkten im Bereich der Schulen durchgeführt, kündigt das Polizeipräsidium an:

  • Überwachung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht;
  • Geschwindigkeitskontrollen, insbesondere an Stellen mit erhöhten Unfallgefahren für Kinder und Jugendliche und im Bereich der Schulwege;
  • Verhalten der Kraftfahrer gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulbussen, an Bushaltestellen sowie Fußgängerfurten und Fußgängerüberwegen;
  • Park- oder Haltverbote auf Geh- und Radwegen, Schutzstreifen für Radfahrer, an Kreuzungen und in unübersichtlichen Kurvenbereichen, in „zweiter Reihe“, an Bushaltestellen oder an Fußgängerüberwegen;
  • Nutzung von Mobiltelefonen und elektronischen Kommunikations-, Informations- oder Unterhaltungsgeräten während der Fahrt;
  • technischer Zustand von Fahrrädern, insbesondere der Fahrräder von Kindern und Jugendlichen auf dem Weg von und zur Schule sowie
  • Verhalten von Schülern auf ihren Schulwegen – zu Fuß und mit dem Fahrrad.

Neben den genannten Verkehrsüberwachungsmaßnahmen würden zahlreiche Präventions- und Informationsveranstaltungen angeboten. Im Schulwegtraining werde den Schülern durch das Referat Prävention der Polizei das richtige Verhalten im Straßenverkehr erklärt. Zusätzlich sollen die Lerneffekte durch Besuche des Theaterstücks „Das kleine Zebra“ untermauert werden. Auch bei Elternabenden werde die Polizei die Gelegenheit nutzen, um die Eltern entsprechend zu sensibilisieren.

Trotz der Gefahren, die täglich auch auf dem Schulweg lauern, rät die Polizei dazu, die Kinder eigenständig zur Schule gehen zu lassen, um das richtige und sichere Verhalten im Straßenverkehr zu erlernen. Insbesondere mit den künftigen Erstklässlern sollten die Eltern den Schulweg zuvor mehrfach üben, um den Kindern das korrekte Verhalten zu vermitteln und entsprechende Sicherheit zu verleihen. Weiterhin rät die Polizei:

  • „Achten Sie darauf, dass Ihre Kinder auf dem Schulweg, insbesondere wenn die Tage kürzer werden und die Schüler sich bei Dunkelheit auf den Weg machen, richtig gekleidet sind (Stichwort Sichtbarkeit).“
  • „Kinder sollten erst nach bestandener Fahrradprüfung mit dem Fahrrad zur Schule fahren, da sie dort den sicheren Umgang mit dem Fahrrad im Straßenverkehr sowie die entsprechenden Verkehrsregeln lernen.“
  • Sogenannte „Eltern-Taxis“ erhöhen die Gefahr, im Straßenverkehr zu verunglücken. „Das kurze Anhalten vor den Schulen, oftmals auch in zweiter Reihe, um die Kinder möglichst direkt dort abzusetzen, macht den Verkehr unübersichtlich und erschwert allen anderen Kindern den Schulweg. Zudem lernen Kinder, die ihren Schulweg nur aus der Autoperspektive kennen, nie die richtigen Verhaltensweisen und die Gefahren richtig einzuschätzen.“
  • „Wenn Sie Ihr Kind dennoch mit dem Auto zur Schule fahren, dann nur entsprechend gesichert, das bedeutet angegurtet im Kindersitz ohne Schulranzen auf dem Rücken!“
  • „Achten Sie auf Ihre Vorbildfunktion den Kindern gegenüber! Wenn wir Erwachsenen uns in der Eile nicht an die Regeln halten, lernen die Kinder, dass es immer Ausnahmen von den Regeln gibt, es kommt dann nur noch auf die richtige Ausrede an.“

Anfragen für Schulwegprävention können interessierte Schulen direkt an die Prävention des PP Aalen senden. Das Kontaktformular findet sich auf: https://ppaalen.polizei-bw.de/praevention/

Für die Schülerinnen und Schüler in Baden-Württemberg geht es ab dem 12. September zurück auf die Schulbank. Für die künftigen Erstklässler, die an den darauffolgenden Tagen eingeschult werden, beginnt ein ganz neuer, aufregender Lebensabschnitt. Neben den vielen schulischen Herausforderungen beginnt nach Auffassung des Polizeipräsidiums Aalen die wohl wichtigste Herausforderung „täglich mit dem Verlassen der Haustüre: das sichere Ankommen in der Schule und nach der Schule wieder zu Hause“.

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