Rems-Murr-Kreis

Polizei zum Drogenfund der Kripo Waiblingen: "Das finden wir nicht jeden Tag"

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Symbolfoto. © Pixabay.com

„Das finden wir nicht jeden Tag“, sagt Rudolph Biehlmaier, Pressesprecher der Polizeidirektion Aalen. Er spricht von den elf Kilo Marihuana, die die Kripo Waiblingen bei Durchsuchungen am Montag gefunden und sichergestellt hat. Auch die ebenfalls sichergestellten 300 Gramm Kokain sind, laut Biehlmaier, eine durchaus beträchtliche Menge. Es können, je nach dem, mehrere Zehntausend Verkaufsportionen daraus gemacht werden. Das gefundene Dealergeld dagegen sei im eher niedrigeren dreistelligen Bereich. 

Aktion in Waiblingen und Auenwald

Die Kriminalpolizei Waiblingen hatte am Montagmorgen zeitgleich an sechs verschiedenen „Objekten“, also Häusern oder Wohnungen, in vier Kommunen Durchsuchungen durchgeführt. Die Beamten waren zum einen in Kornwestheim und Stuttgart, zum anderen aber auch im Rems-Murr-Kreis in Auenwald und Waiblingen zugange. Der Hintergrund der Aktion, teilt die Polizei mit, waren umfangreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungen. Vier Personen waren in den Verdacht geraten, einen Rauschgifthandel zu betreiben. Der Verdacht erhärtete sich so, dass die Staatsanwaltschaft Stuttgart die Durchsuchungen genehmigte. Die vier Tatverdächtigen wurden während der Durchsuchungen vorläufig festgenommen. Zwei Mittäter im Alter von 25 und 39 Jahren wurden nach Abschluss der ersten notwendigen Ermittlungen wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen eine 32 Jahre alte Frau wurde von Seiten der Stuttgarter Staatsanwaltschaft Haftbefehl beantragt, der von einem Haftrichter auch erlassen wurde. Der Haftbefehl wurde aber gegen Auflagen wieder außer Vollzug gesetzt. Zu diesen drei Tatverdächtigen macht die Polizei keine weiteren Angaben. Sie sind aber nicht aus dem Rems-Murr-Kreis.

Hauptverdächtiger aus dem Rems-Murr-Kreis in Untersuchungshaft

Aus dem Rems-Murr-Kreis kommt der 28-jährige Hauptverdächtige. Der Haftbefehl gegen ihn wurde umgehend vollstreckt. Er befindet sich in Untersuchungshaft. Der Mann ist Deutscher. Weitere Informationen dürfen auch in diesem Fall nicht an die Öffentlichkeit gegeben werden. Zum einen sollen die weiteren Ermittlungen – diese sind noch nicht abgeschlossen – nicht gefährdet werden. Zum anderen genießt jeder Tatverdächtige Persönlichkeitsschutz.

Die Menge des gefundenen Rauschgifts lässt sich im Augenblick noch nicht genau einordnen. Die Drogen gingen, so Rudolf Biehlmaier, als Erstes ans Landeskriminalamt. Dort werde der Stoff bestimmt, denn das, was wie Kokain wirke, könne ja auch etwas ganz anderes sein. In diesem Zusammenhang werde auch der Wirkstoffgehalt bestimmt. Da gebe es eine große Spannbreite, nämlich zwischen 20 und bis zu 80 Prozent Reinheitsgehalt. Bis das Kokain dann beim Konsumenten lande, gehe es oft durch viele Hände, die den Stoff strecken. Üblicherweise kaufe der Konsument Kokain mit einem Reinheitsgehalt zwischen 15 und 20 Prozent. Konsumiert würde, je nach Verfahren, eine Menge zwischen zehn und 30 Milligramm. Geht man – rein theoretisch - davon aus, dass die sichergestellten 300 Gramm Kokain fertig für den Endverbraucher waren, so hätten daraus bis zu 30 000 Portionen gemacht werden können. Stellt sich heraus, dass das Kokain noch sehr rein war, wären daraus dementsprechend noch viel mehr Verkaufseinheiten geworden.

Schon mehrere Durchsuchungen wegen Drogen in diesem Jahr

Die Durchsuchung war nicht die erste in diesem Jahr. Erst am 8. Juni hatte die Polizei Asylbewerberunterkünfte in Fellbach und Remshalden durchsucht und in Remshalden einen 23 Jahre alten Mann aus Gambia festgenommen. Sie hatten bei ihm eine allerdings geringe Menge Marihuana sichergestellt. Dieser Einsatz der Polizei stand im Zusammenhang mit Ermittlungen, die schon seit längerer Zeit laufen. Auch die Asylbewerberunterkünfte in Waiblingen-Neustadt und Schorndorf waren in die Geschehnisse verwickelt. Im Dezember 2020 waren insgesamt acht Haftbefehle vollstreckt worden. Im April 2021 konnte die Polizei infolge ihrer Ermittlungen weitere fünf Männer festnehmen.

Immer wieder trifft die Polizei auch auf Menschen, die im Straßenverkehr mit Drogen unterwegs sind. Am Dienstag, 8. Juni, zog eine Streife in Fellbach einen 39-jährigen E-Scooter-Fahrer aus dem Verkehr. Am 11. Mai fiel der Polizei in Backnang ein 20-jähriger Autofahrer auf, der unter Drogen stand. Acht Gramm Rauschgift fanden Beamte am 12. April in Backnang bei einem 37 Jahre alten E-Bike-Fahrer.

Mehrere Gerichtsverfahren im Juni

Auch Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten gab es allein im Juni und vor dem Amtsgericht Waiblingen schon mehrere: Ein 28 Jahre alter Familienvater aus Winnenden musste sich verantworten: Er war kokainsüchtig – die Polizei fand bei ihm 280 Konsumeinheiten. Der Mann wurde zu 14 Monaten Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt.

Ein Korber stand vor Gericht, weil er im Oktober 2019 200 Gramm Marihuana gekauft, teilweise selbst konsumiert, teilweise weiterverkauft haben soll.

Ein 21 Jahre alter Azubi war in Leutenbach mit 25 Gramm Marihuana erwischt worden. Vor Gericht sagte er aus, dass er mit dem Verkauf sein Ausbildungsgehalt habe aufbessern wollen.

Und nochmals im Juni mussten sich ein Schwaikheimer und ein Leutenbacher verantworten: wegen des Besitzes und Verkaufs von Marihuana. In der Nähe des Drogenlagers fand die Polizei außerdem zwei Springmesser.

Auch wenn's spektakulär wirkt: Die Anzahl der Drogenermittlungen liegt im Durchschnitt

Auch wenn das alles jetzt nach sehr viel klingt: Was das aktuelle Geschehen angehe, sagt Polizei-Pressesprecher Rudolf Biehlmaier, läge man ganz im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Letztes Jahr um diese Zeit sei die Zahl der Drogen-Ermittlungen zwar höher gewesen. Das aber könne daran gelegen haben, dass wegen Corona viel mehr Menschen als gewöhnlich kontrolliert und dadurch eben auch mehr Rauschmittelvergehen festgestellt worden seien.

„Das finden wir nicht jeden Tag“, sagt Rudolph Biehlmaier, Pressesprecher der Polizeidirektion Aalen. Er spricht von den elf Kilo Marihuana, die die Kripo Waiblingen bei Durchsuchungen am Montag gefunden und sichergestellt hat. Auch die ebenfalls sichergestellten 300 Gramm Kokain sind, laut Biehlmaier, eine durchaus beträchtliche Menge. Es können, je nach dem, mehrere Zehntausend Verkaufsportionen daraus gemacht werden. Das gefundene Dealergeld dagegen sei im eher niedrigeren dreistelligen

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