Rems-Murr-Kreis

Preis-Explosion und Energie-Krise: Wie Betrüger die Nöte der Menschen ausnutzen

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Symbolfoto. © pixabay/geralt

Die Preise steigen. Im Supermarkt wird vieles teurer, an die kommenden Gas- und Stromrechnungen will man lieber gar nicht denken. Was für die einen bedeutet, den Gürtel etwas enger zu schnallen, ist für die anderen existenzgefährdend. Die Menschen sehnen sich nach finanzieller Entlastung.

Frei nach dem Motto „Krise als Chance“ versuchen Betrüger, diese Hoffnung auszunutzen. Und sich an der Not der Menschen zu bereichern – in dem sie diese Not noch verschlimmern.

Fake-SMS vom Finanzministerium: Geld vom Staat?

„Sie müssen noch einen Betrag von 254,33 erhalten. Verifizieren Sie sich und erhalten Sie den Betrag […]“ – danach folgt ein Link. Diese Nachricht erhalten gerade Menschen per SMS. Der angebliche Absender: „Bundesministerium der Finanzen“.

Geld vom Staat zurückbekommen? Immer her damit! Leider steckt hinter der vermeintlich guten Nachricht eine Betrugsmasche. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt: „Per SMS versuchen Kriminelle, Ahnungslose auf dubiose Internetseiten zu locken und Daten abzugreifen.“

Fake-Sparkasse: Betrug mit der Energiepauschale

Um persönliche Daten geht es auch bei einer anderen Betrugsmasche: „Aktuell werden betrügerische E-Mails im Namen der Sparkassen verbreitet“, schreibt die Sparkassen-Finanzgruppe auf ihrer Website. Im Betreff stehen dabei Sätze wie: „Sichern Sie sich ihre Energiepauschale!“; als Absender wird „Sparkassen-Kundenberatung“ und Ähnliches angezeigt.

In der Mail geht es um die Energiepreispauschale in Höhe von 300 Euro, die Teil der sogenanten „Entlastungspakete“ der Bundesregierung ist. Es wird behauptet, man müsse Konten- und Kundendaten übermitteln. Ein Link dafür wird bereitgestellt.

Was auch dank Sparkassen-Logo täuschend echt aussieht, ist in Wahrheit eine Phishing-Mail. Die eingegebenen Daten landen bei Betrügern, die Sie dann möglicherweise noch im Namen der Sparkasse anrufen, um weitere Betrugsmaschen durchzuziehen.

Daten-Diebstahl: Was machen Kriminelle damit?

Welchen Nutzen haben die Kriminellen davon, persönliche Daten abzugreifen? „Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Identitätsdiebstahl, der von einfachen Internet-Bestellungen auf Ihre Rechnung bis zu kriminellen Geschäften in Ihrem Namen reichen“, schreibt die Verbraucherzentrale.

Wer ungewöhnliche Abbuchungen bemerkt, oder plötzlich Rechnungen über Dinge erhält, die er gar nicht bestellt hat, sollte hellhörig werden.

Verdacht auf Betrug: Wie verhalte ich mich richtig?

Mit ein paar einfachen Mitteln lässt sich ein Betrug in vielen Fällen verhindern. Polizei und Verbraucherschützer raten:

  • Sie bekommen Mails oder Nachrichten, die angeblich von ihrer Bank, einer Behörde oder einem Dienstleister stammen? Checken Sie die Mailadresse. Falls Sie sich danach noch unsicher sind, suchen Sie sich die Nummer der Einrichtung raus und fragen dort telefonisch nach. Wichtig dabei: Verwenden Sie keine Telefonnummer, die in der Mail/der SMS angegeben wird.
  • Klicken Sie nicht auf Links in Nachrichten, deren Absender Sie nicht zweifelsfrei verifizieren können.
  • Antworten Sie nicht auf diese Nachrichten.
  • Bei einer SMS: Sperren Sie die Nummer. Bei einer Mail: Markieren Sie die Nachricht als Spam.

Zugegeben: Fake-Nachrichten und -Websites sehen immer professioneller aus. Oft ist es schwierig, Betrüger auf den ersten Blick zu entlarven. Das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik hat deshalb einige Hinweise zusammengestellt, die beim Erkennen von Fälschungen helfen können.

Zu spät: Was tun, wenn ich auf den Betrug reingefallen bin?

Sie haben schon Daten angegeben, geantwortet oder auf einen Link geklickt? Die Verbraucherschützer raten in solchen Fällen zur Anzeige bei der Polizei – „vor allem, wenn Sie ungewöhnliche Geld-Abbuchungen feststellen oder Rechnungen für nicht bestellte Waren und Dienstleistungen erhalten.“ Dazu kann man sich beispielsweise an die sogenannte „Online-Wache“ wenden.

Auch die Verbraucherzentrale selbst kann mit Beratungsangeboten helfen. Und wenn es um Bankdaten geht: Ihre Bank kann Online-Banking und Kreditkarten sperren lassen, damit niemand einfach so an Ihr Geld kommt.

Immerhin: Betrugsversuche im Zusammenhang mit der aktuellen Krisensituation stellen im Rems-Murr-Kreis "noch kein größeres Problem dar." Das teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Aalen auf Nachfrage mit. Aber: "Das heißt nicht, dass es solche Fälle nicht geben kann."

Die Preise steigen. Im Supermarkt wird vieles teurer, an die kommenden Gas- und Stromrechnungen will man lieber gar nicht denken. Was für die einen bedeutet, den Gürtel etwas enger zu schnallen, ist für die anderen existenzgefährdend. Die Menschen sehnen sich nach finanzieller Entlastung.

Frei nach dem Motto „Krise als Chance“ versuchen Betrüger, diese Hoffnung auszunutzen. Und sich an der Not der Menschen zu bereichern – in dem sie diese Not noch verschlimmern.

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