Rems-Murr-Kreis

Prozess gegen Mann aus dem ZfP Winnenden: „Er versuchte, mich zu strangulieren“

Landgericht
Landgericht Stuttgart, Blick in einen Sitzungssaal. © ALEXANDRA PALMIZI

Im Fall des 43-jährigen Kranken, der in Winnenden und Schorndorf andere Menschen mit Messern in Angst und Schrecken versetzt hat, steht eine unbefristete Zwangsunterbringung in der Psychiatrie im Raum.

Das Stuttgarter Landgericht muss prüfen, ob der Mann gefährlich für die Allgemeinheit ist. Nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme hat der 43-jährige Suchtkranke den gravierendsten Anklagepunkt auf gefährliche Körperverletzung dadurch erfüllt, dass er einen Pfleger im ZfP Winnenden mit einem Tuch gewürgt und dem Opfer Würgemale am Hals zugefügt hat. Auseinandersetzungen mit dem Personal hatte er dort allerdings schon vorher gehabt, unter anderem wegen einer Sachbeschädigung mit einem Besenstiel und Gartenstühlen.

„Der versuchte, mich zu strangulieren“, sagte der Pfleger als Zeuge aus. Mit der Hilfe eines Kollegen habe er sich jedoch befreien können. Er habe Angst gehabt, zu ersticken. Krankgeschrieben wegen der Würgemale, so der Pfleger, sei er eine Woche gewesen.

Vom ZfP in eine Schorndorfer Obdachlosenunterkunft gekommen, sorgte der Angeklagte am 3. Januar dieses Jahres schon wieder für einen Polizeieinsatz am Schorndorfer Stadthallensee.

Dort beobachtete eine 30-Jährige, die auf den Spielplatz wollte, wie der Angeklagte auf einem Fahrrad und mit einem Messer in der Hand „ziemlich wild“ durch eine Gruppe Fußgänger raste. „Dort waren Kinder unterwegs“, sagte ein Schorndorfer Polizist dazu. Als er den Angeklagten durchsuchte, hatte dieser trotz einer von der Stadt Schorndorf gegen ihn ergangenen Verfügung ein Jagdmesser, ein Einhandmesser und einen kleinen Hammer bei sich. „Er sagte, er braucht das alles für seinen täglichen Bedarf“, beschrieb der Polizist einen „Gürtel mit vielen Taschen“ am Körper des Angeklagten.

Am Folgetag gab es einen Pfefferspray-Einsatz der Polizei, weil der 43-Jährige in seiner Unterkunft mit einem Messer seinen Zimmernachbarn bedrohte. In Anwesenheit der Polizei habe der 43-Jährige das Messer dann fallenlassen, erklärte ein Polizeibeamter im Zeugenstand. Laut einem polizeilichen Vernehmungsprotokoll soll der aggressive Mann danach gesagt haben: „Bringt mich doch endlich weg in den Bau, da ist es kuschelig und warm.“

Auch im Schorndorfer Mediamarkt soll der Mann schon einem Mitarbeiter, der ihn aufforderte, die Musik leiser zu stellen, mit den Worten „ich stech’ dich ab“ ein Messer an den Hals gehalten haben und abgehauen sein. Später sei er aus freien Stücken ins Polizeirevier gekommen und habe erklärt: „Ich habe gerade Scheiße im Mediamarkt gebaut.“

Vor der Entscheidung, ob der Mann auf unbestimmte Zeit in die Psychiatrie eingewiesen wird, erstattet Gerichtspsychiater Olaf von Maltzahn ein Gutachten. Der Prozess wird am Dienstag, 29. November, fortgesetzt.

Im Fall des 43-jährigen Kranken, der in Winnenden und Schorndorf andere Menschen mit Messern in Angst und Schrecken versetzt hat, steht eine unbefristete Zwangsunterbringung in der Psychiatrie im Raum.

Das Stuttgarter Landgericht muss prüfen, ob der Mann gefährlich für die Allgemeinheit ist. Nach dem bisherigen Stand der Beweisaufnahme hat der 43-jährige Suchtkranke den gravierendsten Anklagepunkt auf gefährliche Körperverletzung dadurch erfüllt, dass er einen Pfleger im ZfP Winnenden

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