Rems-Murr-Kreis

Prozess: Totschlagversuch mit Eisenstange in Fellbach-Schmiden

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Symbolfoto. © ZVW/Joachim Mogck

Die Schwurgerichtskammer am Stuttgarter Landgericht hat den Prozess um den versuchten Totschlag auf einem Gartengrundstück in Fellbach-Schmiden eröffnet. Die Anklage gegen den 44-Jährigen lautet auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Mann soll auf sein 55-jähriges Opfer mit einer Pflanzstange aus Eisen eingestochen und dessen Auto demoliert haben.

Die Staatsanwaltschaft legt dem 44-jährigen Glaser aus Ingersheim zur Last, den 55-jährigen Oeffinger am 8. April dieses Jahres kurz nach 10 Uhr mit der Stange angegriffen, mehrfach geschlagen und unter Todesdrohungen auf ihn eingestochen zu haben. Der Angeklagte soll auch das Fahrzeug des Opfers zertrümmert haben.

Die vom Opfer gerufene Polizei brachte den Angreifer in die Psychiatrie. Zu seiner Gerichtsverhandlung wurde der 44-Jährige aus der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim vorgeführt. Der deutsche Angeklagte, ein gebürtiger Rumäne, war vier Tage vor der Tat in ein Gartenhäuschen in Schmiden gezogen, weil er Krach mit seiner Partnerin hatte. Er gab bei Richter Jörg Geiger an, von Jugend an außer Heroin so ziemlich alles an Drogen konsumiert zu haben.

Der Tierschutzverein Oeffingen ließ den Tatverdächtigen im Gartenhäuschen schlafen

Bedingt durch den Corona-Lockdown habe er zur Tatzeit unentgeltlich Freunden im Garten ausgeholfen. Einer davon war der 55-jährige Oeffinger mit bosnisch-herzegowinischen Wurzeln. Er hat den Angeklagten gebeten, in seinem Garten in Schmiden Platten zu verlegen. „Als Gegenleistung sollte ich ihn zu ein paar Terminen fahren, weil er keinen Führerschein hat“, sagte das Opfer. Der Mann habe keinen Platz zum Schlafen gehabt. Da habe ihn einer aus dem Vorstand des Tierschutzvereins Oeffingen in seinem Gartenhäuschen schlafen lassen.

Dort holte der Geschädigte den Angeklagten am Tat-Morgen ab. „Verpiss’ dich, ich bring’ dich um“, habe ihn der Angeklagte mit knallrotem Gesicht empfangen und sei unvermittelt mit der Stange auf ihn losgegangen. „Ich konnte nicht so schnell rennen“, beschrieb der Geschädigte, wie er unter Schlägen auf den Rücken bis zum Auto verfolgt wurde. Er rettete sich in den Wagen, wo er Splitter von den eingeschlagenen Scheiben und Stiche mit der Stange abbekommen habe. Dann sei es ihm gelungen, ein Stück wegzufahren und die Polizei zu rufen, bevor er mit einer Unterschenkelprellung, einem gebrochenen Ringfinger und Rippenprellungen im Winnender Krankenhaus gelandet sei.

Ein Polizist berichtete vor Gericht, das Opfer sei „völlig durch den Wind gewesen“, und der Angeklagte habe einfach nicht aus dem Gartengrundstück herauskommen wollen. Stattdessen habe der Angeklagte geschrien, er soll das Opfer mitnehmen, denn dieses gehöre zur Mafia. „Der war am Limit“, sagte der Polizist über den Angeklagten, den selbst die Hundestaffel nicht habe beeindrucken können. „Jeder, der hier reinkommt, ist tot“, habe der Mann aus dem umzäunten Garten geschrien.

Das Pfefferspray, die Bodycam, alles drohten die Polizeibeamten dem Beschuldigten an, damit er aus dem Garten herauskommt. „Ich hatte mein Holster offen“, erklärte der Zeuge, schussbereit gewesen zu sein. Letztlich habe sich der Mann dann doch noch festnehmen lassen.

Professor Dr. Hermann Abel hat den Beschuldigten vor Prozessbeginn untersucht. Zu ihm sagte der Mann, das Opfer hätte ihm seine 250-Euro-Jacke weggenommen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Die Schwurgerichtskammer am Stuttgarter Landgericht hat den Prozess um den versuchten Totschlag auf einem Gartengrundstück in Fellbach-Schmiden eröffnet. Die Anklage gegen den 44-Jährigen lautet auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit Körperverletzung und Sachbeschädigung. Der Mann soll auf sein 55-jähriges Opfer mit einer Pflanzstange aus Eisen eingestochen und dessen Auto demoliert haben.

Die Staatsanwaltschaft legt dem 44-jährigen Glaser aus Ingersheim zur Last, den 55-jährigen

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