Rems-Murr-Kreis

Prozessbeginn: Sexueller Missbrauch auf Spielplatz in Winnenden

Schmucki
Der Beschuldigte onanierte vor schaukelnden Mädchen. © Alexandra Palmizi

Die Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts hat am Freitag (24.9.) den Prozess gegen den mutmaßlichen Sexualstraftäter vom Spielplatz am Winnender Bildungszentrum II eröffnet. Die Eltern zweier von vier Kindern, vor denen der Mann sexuelle Handlungen vorgenommen haben soll, treten als Nebenkläger auf.

Der Angeklagte aus Winnenden wurde zu seinem Prozess aus der psychiatrischen Klinik Ravensburg vorgeführt. Begutachtet wird er von Professor Dr. Hermann Ebel, dem ärztlichen Direktor der psychiatrischen Abteilung im Klinikum Ludwigsburg. Der Vorsitzende Richter der Jugendkammer, Dr. Johannes Steinbach, stuft den 41-jährigen nigerianischen Staatsangehörigen als „Gefahr für die Allgemeinheit“ ein. Weil die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass der kranke Mann zur Tatzeit schuldunfähig war, wird gegen diesen im Sicherungsverfahren mit dem Ziel einer endgültigen Zwangseinweisung in die Psychiatrie verhandelt, welche zurzeit noch vorläufig ist.

Was vier Kinder mit dem psychisch kranken Mann auf dem Spielplatz bei der Albertville-Realschule und beim Herbert-Winter-Stadion am Nachmittag des 26. März dieses Jahres erleiden mussten, spiegelt sich in der Anklage der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wider: Zwei von vier 13-jährigen Mädchen saßen auf der Schaukel, als sich ihnen der Mann bis auf einen Abstand von etwa zweieinhalb Metern näherte und an seinem Geschlechtsteil manipulierte. Dabei, so heißt es in der Anklage, habe sich der Mann die Lippen geleckt und die Mädchen auf der Schaukel angelächelt.

Später kamen zwei weitere 13-jährige Mädchen von der Toilette in der Albertville-Realschule zurück zum Spielplatz, kehrten aber wieder um, weil eine der beiden ihr Handy dort vergessen hatte. Der Mann ging ihnen hinterher, ließ die Hosen runter und onanierte. Das wiederholte er nach Informationen der Staatsanwaltschaft etwa drei- bis viermal. Die Kinder waren nicht nur geschockt. Eines der Mädchen zitterte vor lauter Angst und es traten Kopf- sowie Bauchschmerzen auf.

Als zwei wegen des Mannes verständigte Polizeibeamte kamen und diesen aufforderten, seine Zigarette auszumachen, wurde er verbal ausfällig. Und als ihm die Polizisten die vorläufige Festnahme erklärten, versuchte er, einem von ihnen einen Kopfstoß zu versetzen. Von der Polizei zu Boden gebracht, sperrte sich der Mann und schlug um sich, wobei er eine Schere in der Jackentasche trug. Nach der Festnahme erließ das Amtsgericht Waiblingen Haftbefehl, und der 41-Jährige kam in die Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim. Als ihn dort eine Justizvollzugsbeamtin in seine Einzelzelle bringen wollte, ließ er auch vor dieser die Hosen herunter.

Angeklagt sind die Vorfälle auf und im Bereich des Spielplatzes als sexueller Missbrauch von Kindern, die Auseinandersetzung mit der Polizei als tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte und der Auftritt in der JVA als exhibitionistische Handlung. Bei der Fortsetzung des Prozesses am Freitag, 8. Oktober, ab 9 Uhr kann der Angeklagte etwas zu seiner Person und zu den Tatvorwürfen sagen. Möglicherweise werden auch schon die ersten Zeugen gehört.

Die Jugendkammer des Stuttgarter Landgerichts hat am Freitag (24.9.) den Prozess gegen den mutmaßlichen Sexualstraftäter vom Spielplatz am Winnender Bildungszentrum II eröffnet. Die Eltern zweier von vier Kindern, vor denen der Mann sexuelle Handlungen vorgenommen haben soll, treten als Nebenkläger auf.

Der Angeklagte aus Winnenden wurde zu seinem Prozess aus der psychiatrischen Klinik Ravensburg vorgeführt. Begutachtet wird er von Professor Dr. Hermann Ebel, dem ärztlichen Direktor

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