Rems-Murr-Kreis

Räuber, der in Winnenden eine 78-Jährige überfallen hat, muss zurück in die Psychiatrie

Landgericht
Das Wappen im Landgericht: Hier fand der Prozess gegen einen drogensüchtigen Räuber statt. © ALEXANDRA PALMIZI

Das Stuttgarter Landgericht hat einen Räuber verurteilt, der eine 78-Jährige in Winnenden überfallen hat. Der 46-Jährige wird weiterhin in der Psychiatrie in Zwiefalten untergebracht, wohin ihn ein anderes Gericht bereits eingewiesen hatte, als ihn die Polizei für die Winnender Tat dingfest machen konnte. Vier Jahre Freiheitsentzug unter Aufrechterhaltung der Zwangseinweisung sprach ihm nun die fünfte Strafkammer des Landgerichts aus.

Der Mann kannte den Sohn der 78-Jährigen und wusste deshalb, wo sie wohnt. Die Seniorin saß am Abend des 18. Januar vor dem Fernseher, als es bei ihr klingelte. „Hallo“, sagte sie durch die Sprechanlage. „Mach’ auf“, sagte eine Stimme, die der Frau bekannt vorkam. Beim Öffnen der Wohnungstüre drückte sie der Räuber nach innen. Er behauptete, der Sohn der Seniorin würde ihm 60 000 Euro schulden und forderte unter vorgehaltener Schusswaffe – möglicherweise war es eine Spielzeugpistole – diesen Geldbetrag. Als die Frau mehrfach sagte, sie habe kein Geld, verprügelte er sie, versuchte, sie mit einer Schnur zu fesseln, und drückte ihr ein Kissen aufs Gesicht. Die Frau biss den Räuber, sagte aber am Rande des Prozesses, sie trage dritte Zähne und könne gar nicht so gut beißen.

Die Winnenderin gab dem Räuber 20 Euro. Dabei sah er ihre Bankkarte und forderte ihre PIN-Nummer. Der Mann machte sich mit den 20 Euro davon, drohte aber, wiederzukommen.

Das Kissen mit dem Blut von der Frau, die insgesamt mit leichten Verletzungen davonkam, und eine Armbanduhr, welche der Täter bei dem Überfall verloren hat, landeten bei den Beweismitteln. Als die Kripo Waiblingen mit der Uhr einen DNA-Treffer erzielte, war der Räuber bereits in Zwiefalten. Der Drogenabhängige war 26 von seinen 46 Lebensjahren im Gefängnis. Mit dem Sohn der 78-Jährigen hat er eine gemeinsame Drogenvergangenheit. Als der Sohn im Gerichtssaal auftauchte und die Prozessbeteiligten sich gerade zu einem Verständigungsgespräch zurückgezogen hatten, kam es beinahe zu einer Schlägerei. Der Angeklagte wollte auf den Sohn der Geschädigten losgehen, worauf ihm der Vorsitzende Richter, Volker Peterke, wieder die Handschließen anlegen ließ.

Er sei aus dem Kinderheim in Heidenheim nach Stuttgart gekommen, erzählte der Räuber aus seinem Leben, hätte es sogar in die Judo-Nationalmannschaft geschafft. Eine Schlosserlehre in der JVA Heilbronn konnte er auch abschließen. Von den Drogen kam der 46-Jährige, dessen längste Haftstrafe 14 Jahre betrug, aber niemals los.

Das Stuttgarter Landgericht hat einen Räuber verurteilt, der eine 78-Jährige in Winnenden überfallen hat. Der 46-Jährige wird weiterhin in der Psychiatrie in Zwiefalten untergebracht, wohin ihn ein anderes Gericht bereits eingewiesen hatte, als ihn die Polizei für die Winnender Tat dingfest machen konnte. Vier Jahre Freiheitsentzug unter Aufrechterhaltung der Zwangseinweisung sprach ihm nun die fünfte Strafkammer des Landgerichts aus.

Der Mann kannte den Sohn der 78-Jährigen und

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