Rems-Murr-Kreis

Raubüberfall in Supermarkt: Anklage eröffnet

Landgericht
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Die fünfte Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat die Anklage auf den Raubüberfall am Abend des 2. Juni dieses Jahres im Schorndorfer Netto eröffnet. Der Raubüberfall vom Abend des 7. Mai, also knapp vier Wochen vorher, im Schorndorfer Norma ist nicht mit angeklagt.

Kassiererin Waffe an Kopf gehalten

Auf dem Anklagestuhl sitzt ein 21-jähriger Schorndorfer deutscher Staatsangehörigkeit. Er wurde in Handschellen und Fußfessel vorgeführt, bekam aber die Handschellen im Gerichtssaal abgenommen. Der gelernte Fleischereifachverkäufer hat am ersten Verhandlungstag noch nichts zu dem gesagt, was ihm die Stuttgarter Staatsanwaltschaft vorwirft: Der Angeklagte wird beschuldigt, am 2. Juni gegen 20.12 Uhr vollmaskiert und mit einer Pistole bewaffnet die Netto-Filiale in der Göppinger Straße überfallen und rund 2600 Euro erbeutet zu haben. Dabei habe der Räuber der Kassiererin eine Waffe an den Kopf gehalten, bei der es sich um eine Schreckschusspistole handelt.

Als die Kassiererin nicht gleich reagierte, lud der Räuber die Pistole durch und dabei fiel ihm eine Patrone herunter. Unter vorgehaltener Pistole musste ihm die Kassiererin Geldscheine in Höhe von insgesamt 2600 Euro aus der Registrierkasse in eine mitgebrachte Tasche tun. Der Räuber flüchtete zu Fuß.

Den damaligen Angaben der Polizei zufolge (wir berichteten) gab es Zeugenhinweise. Die Polizeibeamten nahmen kurz nach dem Raub im Netto einen 21-Jährigen in der Nähe des Tatortes fest und führten ihn dem Haftrichter vor. Es handelte sich um den Angeklagten, der seitdem in Untersuchungshaft sitzt. Die 2600 Euro, die Tatwaffe und weitere Beweismittel hat die Polizei damals sichergestellt. Für die Schreckschusspistole hätte der Angeklagte einen kleinen Waffenschein gebraucht. Weil er nicht im Besitz eines solchen ist, lautet die Anklage nicht nur auf ein Verbrechen der schweren räuberischen Erpressung, sondern auch auf unerlaubtes Führen einer Schusswaffe.

Und der Überfall bei Norma?

Zum ersten Prozesstag waren laut Tagesordnung bereits sieben Zeugen geladen. Die Verhandlung ging aber ohne sie zu Ende, denn der Verteidiger, der den Angeklagten nach Informationen des Vorsitzenden Richters Volker Peterke gut kennt und in der U-Haft besuchte, hat sich mit Corona infiziert. Ohne den Verteidiger konnte bis auf die Eröffnung der Anklage noch nichts Inhaltliches gemacht werden. Bis zum Fortsetzungstermin am Freitag, 4. Dezember, ab 9 Uhr, so teilte Richter Peterke mit, sei der Rechtsanwalt nicht mehr ansteckend und habe auch die Quarantäne hinter sich.

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte Volker Peterke mit, dass es sich bei dem Sachverständigen, der in den Netto-Prozess involviert ist, um einen Psychiater handelt und dass der Norma-Raubüberfall knapp vier Wochen vorher, am 7. Mai gegen 19.25 Uhr, im Schorndorfer Rehhaldenweg nicht mit angeklagt ist. Auch im Norma bedrohte ein Täter eine 40-jährige Angestellte mit einer Waffe. Er reichte ihr eine Tasche, in die sie einen niedrigen, vierstelligen Geldbetrag packen musste, und flüchtete auf einem Fußweg Richtung Aichenbachstraße. Der Täter war mit einer weißen oder beigen Strickmütze maskiert, in die zwei Augenlöcher geschnitten waren. Die eingeleitete Großfahndung nach dem Mann unter Einsatz eines Polizeihubschraubers blieb damals erfolglos.

Die Polizei gab nach dem Norma-Überfall folgende Täterbeschreibung durch: etwa 18 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß, von kräftiger Statur, dunkle Augen, dunkle Augenbrauen, dunklerer Teint. Der Mann soll einen grauen oder langärmeligen Pulli, eine Jogginghose und helle Sneaker angehabt haben. Er sprach Deutsch ohne Akzent.

Die fünfte Strafkammer des Landgerichts Stuttgart hat die Anklage auf den Raubüberfall am Abend des 2. Juni dieses Jahres im Schorndorfer Netto eröffnet. Der Raubüberfall vom Abend des 7. Mai, also knapp vier Wochen vorher, im Schorndorfer Norma ist nicht mit angeklagt.

Kassiererin Waffe an Kopf gehalten

Auf dem Anklagestuhl sitzt ein 21-jähriger Schorndorfer deutscher Staatsangehörigkeit. Er wurde in Handschellen und Fußfessel vorgeführt, bekam aber die Handschellen im

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