Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kliniken: Warum werden Besuche weiterhin eingeschränkt?

Krankenhaus
Der Haupteingang des Rems-Murr-Klinikums in Winnenden. © Benjamin Büttner

Die Anzahl der Patienten, die in Verbindung mit Covid-19 in den Kliniken behandelt werden, ist deutlich gesunken. Auch die Inzidenzen gehen nach unten. Warum lockern die Rems-Murr-Kliniken in Schorndorf und Winnenden dann nicht ihre strengen Besuchsbeschränkungen?

„Bei der Inzidenz-Entwicklung konnten im Rems-Murr-Kreis auch durchaus Schwankungen beobachtet werden. Die Bundesnotbremse wurde demnach erst am 31. Mai auf Kreisebene außer Kraft gesetzt“, sagt Christoph Schmale, Sprecher der Rems-Murr-Kliniken. „Die schwankende Tendenz spiegelt sich auch in den stationären Aufnahmen der Rems-Murr-Kliniken wider, die immer eine Nachlaufzeit zur Inzidenz von zwei bis vier Wochen haben. Auch unsere Intensivstationen sind auf stabilem Niveau belastet.“

Deshalb hätten sich die Rems-Murr-Kliniken dazu entschieden, zum Schutz der Patienten und Mitarbeiter mit einer Lockerung der Besuchsregeln abzuwarten. „Derzeit laufen bereits die notwendigen Vorbereitungen. Unter anderem muss sichergestellt sein, dass alle Besucher über ein gültiges Corona-Testergebnis verfügen oder getestet werden können. Über die Aktualisierung der Besuchsregelung werden wir Sie auf dem Laufenden halten“, sagt Christoph Schmale.

Im Frühjahr 2020 hatten die Rems-Murr-Kliniken zeitgleich bis zu 39 Covid-Patienten versorgt und in Spitzenzeiten bis zu 18 Patienten beatmet. Auf dem Gipfel der zweiten Welle Ende Dezember haben die Kliniken zeitgleich bis zu 90 Covid-Patienten versorgt und in Spitzenzeiten bis zu 20 Patienten intensivmedizinisch versorgt oder beatmet.

Ende April versorgten sie 60 Covid-Patienten, davon 26 auf der Intensivstation; und von denen wiederum mussten 23 beatmet werden.

Aktuell sind immer noch 21 Covid-19-Patienten in stationärer Behandlung in den Rems-Murr-Kliniken, davon werden acht Patienten auf der Intensivstation beatmet.

Zwei Corona-Ausbrüche

Wie gefährlich Corona für Patienten, Belegschaft und Besucher sein kann, beweisen die beiden Ausbrüche in den Kliniken, die fatale Nachwirkungen zeitigten.

Das am 19. März durch Tests entdeckte Infektionsgeschehen im Rems-Murr-Klinikum Winnenden konnte in Absprache mit dem Gesundheitsamt am 9. April für beendet erklärt werden. Das Infektionsgeschehen war auf die Station 21 (Geriatrie) beschränkt gewesen. „Insgesamt waren von der Infektion neun Patienten betroffen, davon sind zwei (85 und 81 Jahre alt) aus unterschiedlichen medizinischen Gründen verstorben“, so Schmale. Am 19. März waren bei fünf Reinigungskräften einer externen Firma routinemäßige Schnelltestungen positiv ausgefallen.

Ein etwas länger zurückliegender Corona-Ausbruch in der Schorndorfer Rems-Murr-Klinik im Dezember 2020 war weitaus schlimmer verlaufen. Die traurige Schlussbilanz konnte erst im Frühjahr 2021 gezogen werden: „Sechs von 28 infizierten Patienten sind aus unterschiedlichen Gründen verstorben.“

Besuchsregeln in den Kliniken

Nach wie vor sind also Besuche auf bestimmte Patientengruppen begrenzt. Für bestimmte Patientengruppen gelten Ausnahmeregelungen:

  • Patienten in lebensbedrohlichen Zuständen oder sterbende Patienten, in Absprache mit dem Chefarzt oder dem Oberarzt,
  • Kinder,
  • Schwangere zur Entbindung und nach der Geburt,
  • bei vom behandelnden Arzt begründeten Ausnahmen.

Für den Besuch ist ein negatives Testergebnis notwendig, das für die Dauer von 48 Stunden Gültigkeit hat. Über die Online-Anmeldung auf der Internetseite der Rems-Murr-Kliniken können Termine zum kostenfreien Antigenschnelltest vereinbart werden, oder alternativ über die Telefonnummer 0 71 95/5 91-5 77 75 (zwischen 8 und 16 Uhr).

Besucher mit vollständigem Impfschutz gegen Covid-19 (14 Tage nach der letzten erforderlichen Impfung) und Genesene (positives PCR-Testergebnis, das mindestens 28 Tage und maximal sechs Monate zurückliegt) sind von der Testpflicht befreit. Als Nachweis müssen der Impfausweis beziehungsweise ein PCR-Testergebnis, das maximal sechs Monate und mindestens 28 Tage alt ist, vorgelegt werden.

Die Besuchszeit ist auf 14 bis 19 Uhr begrenzt, ein Einlass in die Kliniken ist bis 18.30 Uhr möglich.

„Achten Sie bei einem Besuch bitte verstärkt auf die Händedesinfektion und unsere allgemeinen Hygieneregeln, um den größtmöglichen Schutz für unsere Patienten und Mitarbeiter zu gewährleisten“, appellieren die Kliniken an die Besucher. „An beiden Standorten gilt für alle Besucher grundsätzlich die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.“

„Bitte beachten Sie, dass alle Personen vor Betreten (bei der Besucherregistrierung am Vorfluter im Eingangsbereich beider Kliniken) auf Krankheitsanzeichen befragt werden und sich einem kurzen Gesundheitscheck (u. a. Fragebogen, Fiebermessen) unterziehen müssen.“ Um Wartezeiten zu vermeiden, kann man den Fragebogen zum Gesundheitscheck und das Formular zur Kontaktnachverfolgung online herunterladen, ausdrucken, ausfüllen und mitbringen.

Wer Kontakt zu einem bestätigten Fall hatte oder Erkältungssymptome zeigt, darf die Rems-Murr-Kliniken nicht betreten.

„Wir bitten Personen, die von der Maskenpflicht befreit sind, zum Infektionsschutz von Besuchen abzusehen. Wir behalten uns vor, Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht vor Einlassgewährung ärztlich zu prüfen“, teilen die Kliniken mit.

Die Anzahl der Patienten, die in Verbindung mit Covid-19 in den Kliniken behandelt werden, ist deutlich gesunken. Auch die Inzidenzen gehen nach unten. Warum lockern die Rems-Murr-Kliniken in Schorndorf und Winnenden dann nicht ihre strengen Besuchsbeschränkungen?

„Bei der Inzidenz-Entwicklung konnten im Rems-Murr-Kreis auch durchaus Schwankungen beobachtet werden. Die Bundesnotbremse wurde demnach erst am 31. Mai auf Kreisebene außer Kraft gesetzt“, sagt Christoph Schmale, Sprecher

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