Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kreis: Deutlich mehr Geburten im Jahr 2021 – trotz Corona-Pandemie

Neugeborenes Baby Babyhand Hand
Symbolbild. © Pixabay License/Pexels

Im Rems-Murr-Kreis sind im vergangenen Jahr 4251 Babys zur Welt gekommen. Das sind so viele Babys wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr (4.257).

Eine Aussage dazu, wann das letzte Mal die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, also die Geburtenrate, im Rems-Murr-Kreis höher als im vergangenen Jahr lag (1,72), ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes nicht möglich. Der Grund dafür liegt darin, dass diese Berechnungen früher nicht für Kreise durchgeführt wurden.

Geburtenrate im Rems-Murr-Kreis höher als im Landesdurchschnitt

Interessant ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Geburtenrate im Rems-Murr-Kreis - zumindest seit dem Jahr 2010 - immer höher als im Landesdurchschnitt lag. So wurden in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr circa 113 500 Kinder lebend geboren. Im Schnitt sind das 1.63 Kinder je Frau. Im Rems-Murr-Kreis lag der Schnitt bei 1,72 Kindern je Frau.

Weshalb kamen im vergangenen Jahr so viele Kinder zur Welt?

Über den Grund, weshalb die Geburtenrate so hoch wie schon lange nicht mehr ist, kann laut Statistischem Landesamt nur spekuliert werden. Allgemein könne für die Entwicklung der Geborenenzahl oder der Geburtenrate Folgendes festgehalten werden: Bereits seit mehreren Jahren ist die Zahl der lebend Geborenen aufgrund der zeitweise hohen Zuwanderung angestiegen.

Damit verbunden war auch eine Zunahme der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter. Hinzu komme nach Angaben eines Sprechers des Statistischen Landesamtes, dass verstärkt Kinder der geburtenstarken Jahrgänge Anfang der 1960er-Jahre, die sogenannten Babyboomer, selbst wieder Kinder bekommen.

Ein möglicher Grund für den Anstieg bei Geburten: Verbesserte Kinderbetreuung

Einen Anstieg der durchschnittlichen Kinderzahl je Frau dürfte seit Beginn des vergangenen Jahrzehnts unter anderem auch die deutlich verbesserte Kinderbetreuung im Land begünstigt haben. Diese hat die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtert.

Auch habe sich die durchschnittliche Kinderzahl je Frau aufgrund der Zuwanderung von Frauen aus Ländern mit einer traditionell hohen Geburtenhäufigkeit erhöht. Der Sprecher des Statistischen Landesamtes vermutet, dass hierfür die günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einem Höchststand an Erwerbstätigen und einer relativ geringen Arbeitslosenquote im Land eine Rolle gespielt haben könnten.

Verwunderlich: Anstieg der Geburtenrate trotz Corona-Pandemie

Dass die Geburtenrate trotz Corona-Pandemie gestiegen ist, bleibt verwunderlich. Laut Statistischem Landesamt ist es bekannt, dass Paare in gesellschaftlichen Krisen- und Umbruchsituationen auf die Geburt von Kindern verzichten. Als Beispiel wird hier der Zusammenbruch der DDR genannt.

Damals sank die Geburtenrate in den ostdeutschen Bundesländern vorübergehend auf einen Wert von unter einem Kind je Frau. Insofern sei es schon bemerkenswert, dass die Geburtenrate sowohl im Land insgesamt als auch im Rems-Murr-Kreis im zweiten Jahr der Pandemie gegenüber den "Vor-Corona-Jahren" angestiegen ist.

Innerhalb des Landes Baden-Württemberg zeigen sich durchaus Unterschiede bei der Geburtenrate: Spitzenreiter unter den 44 Stadt- und Landkreisen war im Jahr 2021 der Alb-Donau-Kreis mit einer Geburtenrate von 1,99 Kindern je Frau, gefolgt von den Landkreisen Tuttlingen und Rottweil (jeweils 1,91). Am Ende der Skala rangieren die Stadtkreise Heidelberg (1,10), Freiburg im Breisgau und Karlsruhe (jeweils 1,31) sowie Stuttgart (1,32).

Je höher das Bildungsniveau der Frau, desto weniger Kinder

Warum es zu den regionalen Unterschieden kommt, lässt sich laut Statistischem Landesamt vielfältig begründen. Auffällig sei weiterhin ein traditionelles, wenn auch nicht mehr flächendeckendes „Land-Stadt-Gefälle“. Das heißt, dass in den meisten ländlich geprägten Gebieten die Kinderzahl je Frau über der der Städte liegt.

An Hochschulstandorten wie Heidelberg ist die Geburtenrate besonders niedrig, weil dort viele jüngere Frauen leben. Bei ihnen stehen Studium und Berufseinstieg im Vordergrund, weshalb sie (noch) keine Familiengründung planten.

Tendenziell gelte jedoch: Mit steigendem Bildungsniveau der Frauen nimmt die Zahl der geborenen Kinder ab.

Im Rems-Murr-Kreis sind im vergangenen Jahr 4251 Babys zur Welt gekommen. Das sind so viele Babys wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr (4.257).

Eine Aussage dazu, wann das letzte Mal die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, also die Geburtenrate, im Rems-Murr-Kreis höher als im vergangenen Jahr lag (1,72), ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes nicht möglich. Der Grund dafür liegt darin, dass diese Berechnungen früher nicht für Kreise durchgeführt wurden.

Geburtenrate im

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper