Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kreis kurz vor 200er-Schwelle: Das plant Landrat Sigel an weiteren Einschränkungen

Risikoermittlung
Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Der Rems-Murr-Kreis steht bei den Corona-Fallzahlen kurz vor Erreichen der 200er-Schwelle bei der 7-Tages-Inzidenz, teilt das Landratsamt mit. Deshalb hat Landrat Richard Sigel am Montagvormittag (07.12.) kurzfristig zu einem Pressegespräch geladen und will mitteilen, wie das weitere Vorangehen für den Rems-Murr-Kreis sein wird. Wir berichten aktuell von dem Gespräch:

11.00 Uhr: Landrat Richard Sigel kündigte an, das Impfzentrum in der Waiblinger Rundsporthalle vorzubereiten, selbst wenn seitens des Landes Baden-Württemberg noch einige Punkte unklar sind. Der Kreis müsse -  wie bereits bei den Flüchtlingsunterkünften 2015 -  mit  einem siebenstelligen Betrag in Vorleistung gehen. 

In der Sitzung des Verwaltungs-, Schul- und Kulturaussschusses  am Montag Nachmittag steht deshalb die  "Einrichtung von Kreisimpfzentren zur Bewältigung der Corona-Pandemie"  auf der Tagesordnung.

Sigel will das Okay des Kreistages, einen Management- und Liegenschaftsvertrag zur Einrichtung und zum Betrieb eines oder mehrerer Kreisimpfzentren im Rems-Murr-Kreis mit dem Land Baden-Württemberg abschließen zu dürfen. Ferner soll die Verwaltung ermächtigt werden, alle notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung der Corona-Impfstrategie auf Kreisebene zu treffen. Begründung: "Um das zeitlich ehrgeizige, in der Sache jedoch dringend gebotene Ziel zu erreichen, mit den Impfungen in den Kreisimpfzentren am 15. Januar 2021 starten zu können, müssen die dazu erforderlichen Vorbereitungsmaßnahmen unverzüglich begonnen werden."

10.30 Uhr: Zur Anordnung von Quarantänen in Folge eines größeren Corona-Ausbruchs in Weinstadt erklärte Landrat Richard Sigel, dass diese vermutlich aufgrund der Nichteinhaltung bestimmter Hygienemaßmahmen ausgesprochen werden mussten. Wer nicht auf genügend Abstand achte und nicht genügend lüfte, ja wie im Fall einer Gemeinderatssitzung sogar die Lüftung auslasse, müsse sich nicht wundern, wenn im Nachhinein Quarantänen erlassen werden müssten, so Landrat Sigel. (Update: 7.12., 14.39 Uhr, ngr)

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hatten wir behauptet, Landrat Sigel habe von dem Beginn einer Infektionkette während einer Weinstädter Gemeinderatssitzung gesprochen. Das Landratsamt legt Wert auf die Feststellung, dass Landrat Sigel das nicht genau so gesagt habe. Falls wir Landrat Sigel falsch verstanden haben, bitten wir dies zu entschuldigen. Der Corona-Ausbruch geschah zwar offenbar in Personalkreisen der Weinstädter Stadtwerke, und ein infizierter Amtsleiter nahm an der Gemeinderatssitzung teil, doch weder Oberbürgermeister Scharmann noch andere Gemeinderatsmitglieder wiesen in Folge Infektionen auf. Gleichwohl haben die Nachforschungen des Gesundheitsamtes/Landratsamtes ergeben, dass während der Gemeinderatssitzung nicht ausreichend gelüftet worden und die Lüftungsanlage ausgestellt gewesen sei. (ngr)

10.20 Uhr: Die Landesregierung hat am vergangenen Freitag verschärfende Regelungen für sogenannte Hotspots beschlossen.

Bei einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern müssen Kommunen unter anderem nächtliche Ausgangsbeschränkungen, ein Veranstaltungsverbot und das Schließen von Friseurbetrieben anordnen. Die Regelungen im Überblick:

10.15 Uhr: Im Rems-Murr-Kreis drohen weitere Corona-Beschränkungen. Dies erklärte Landrat Richard Sigel am Montag (07.12.) vor dem Hintergrund der weiter steigenden Infektionszahlen im Rems-Murr-Kreis bei einer kurzfristig einberufenen Videokonferenz.

Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Inzidenz in dieser Woche über die 200-er-Schwelle steigt. Wenn dies drei Tage in Folge der Fall sei, werde der Kreis zum „Hotspot“. Das führe zu weiteren Einschränkungen.

Als Beispiel nannte Sigel die Schließung von Frisörsalons, eine verschärfte Maskenpflicht oder Beschränkungen für den Einzelhandel. So wie es bereits im Schwarzwald-Baar-Kreis oder Mannheim geschehen ist.

09.50 Uhr: Der Rems-Murr-Kreis steht bei den Corona-Fallzahlen kurz vor Erreichen der 200er-Schwelle bei der 7-Tages-Inzidenz, teilt das Landratsamt mit. Deshalb hat Landrat Richard Sigel kurzfristig zu einem Pressegespräch geladen und will mitteilen, wie das weitere Vorangehen für den Rems-Murr-Kreis sein wird. Wir berichten aktuell von dem Gespräch.

Zum Hintergrund

  • Am 5. Oktober hatte die Inzidenz (Zahl der Neu-Infektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen) im Rems-Murr-Kreis bei 13 gelegen – dann nahm die zweite Welle Fahrt auf: Am 2. November betrug die Inzidenz 144, die Zahl der Neu-Infektionen pro Woche hatte sich also mehr als verzehnfacht. An jenem 2. November trat der Teil-Lockdown in Kraft. Die Hoffnung: Es werde einige Tage dauern, bis die Maßnahme ihre Bremskraft entfalte – aber ab Mitte November sollte sie wirken.
  • Tatsächlich stieg die Inzidenz zunächst weiter bis zum Rekordwert 191 am 12. November, dann aber sank sie wie erhofft: auf 148 am 1. Dezember. Trendwende geschafft?
  • Leider nein. Denn seither geht es wieder nach oben. Für Samstag, 5. Dezember, hat das Landratsamt erneut eine Inzidenz von 191 gemeldet. Rechenweg: Man muss 130 Neu-Infektionen (vom 5.12.), 166 (vom 4.), 213 (vom 3.), 143 (vom 2.), 82 (vom 1.), 49 (vom 30.11.), 32 (vom 29.) addieren und dann durch 4,26 teilen, damit sich für den 426 000 Einwohner zählenden Kreis ein Wert pro 100 000 ergibt).
  • 128 Todesfälle sind mittlerweile im Rems-Murr-Kreis zu beklagen: 99 Menschen sind während und nach der ersten Welle verstorben, 29 seit Beginn der zweiten. Dazu sind derzeit 20 Infizierte so schwer erkrankt, dass sie auf der Intensivstation behandelt werden müssen.