Rems-Murr-Kreis

Remstalkellerei zieht wohl nach Grunbach: Was passiert dort und in Beutelsbach?

Remstalkellerei
Wird Geschäftsführer Peter Jung auch am neuen Remstalkellerei-Standort in ein paar Jahren vor großen Weinfässern im Außenbereich posieren können? © Alexandra Palmizi

Der Standort für den Neubau der Remstalkellerei steht fest. „Er liegt zwischen Großheppach und Grunbach.“ Mehr will Geschäftsführer Peter Jung noch nicht sagen, aber die Kaufverträge für den Grunderwerb seien bereits unterschrieben.

Sehr wahrscheinlich handelt es sich um „eine Fläche südlich des Weinguts Doreas in Grunbach am Ortseingang aus Richtung Großheppach“: Für eine solche hatte zumindest der Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt vergangene Woche im Gemeinderat „Grunderwerbsverhandlungen“ mit der Remstalkellerei bestätigt. Dies auf Nachfrage eines Bürgers, der entsprechende Gerüchte zitierte. Im aktuellen Mitteilungsblatt der Gemeinde (Seite 4) steht dazu überdies: „Konkrete Planungen liegen der Verwaltung noch nicht vor. Sobald diese vorhanden sind, wird der Planungsausschuss mit Unterstützung von externer Expertise darüber beraten. Der Wille der Gemeinde sei es, an dieser Stelle ein ortsbildprägendes Gebäude zu platzieren.“

Remstalkellerei-Geschäftsführer Peter Jung will dies weder dementieren noch bestätigen. „Unsere Mitglieder sind ja auch noch nicht umfassend informiert. Ich kann Ihnen nur so viel sagen, dass wir zwischen Großheppach und Grunbach fündig geworden sind und dass der Grunderwerb nun abgeschlossen ist für die Parzellen, die wir zum Bauen brauchen.“ Über die genaue Größe und Lage des Grunderwerbs lässt sich Peter Jung keinerlei Aussagen entlocken. Man müsse jetzt mit „der Gemeinde“ abklären, welche Schritte, Anträge und Genehmigungen weiter notwendig sind, um die Erschließung und den Bau zu planen und durchzuführen.

„Wir haben uns verschiedene Grundstücksoptionen im Remstal angeschaut. Zunächst in Weinstadt und dann im benachbarten Umland. Dabei hat sich letztlich dieser eine Standort herauskristallisiert, der unsere Anforderungen am besten erfüllt“, sagt Jung. Insbesondere die hervorragende Verkehrsanbindung zur B 29 sei ideal sowohl für die Traubenanlieferung durch die Mitglieder als auch für die restliche Logistik (Lieferanten und Auslieferung).

Finanzierung des Neubaus und Verkauf des Standorts Beutelsbach

Auch einen konkreten Zeitplan für die Zentralisierungspläne wollte oder konnte Peter Jung noch nicht sagen. „In sechs bis acht Wochen sind wir da spruchreif.“ Am neuen Standort wird eine zentrale Traubenannahme für die Mitgliedswengerter entstehen, eine Zentralkelter und natürlich eine zentrale Kellerei.

Die verbliebenen Mitglieder stammen aus allen Weinstädter Ortsteilen, vor allem Strümpfelbach, Beutelsbach, Endersbach und Schnait, sowie aus Schorndorf und Remshalden. Deren Ortsgenossenschaften hatten 2021 erklärt, ihre dezentrale Traubenannahme aufzugeben und beim Zentralisierungsplan der Remstalkellerei mitzumachen.

Die Korber und Winnender hatten eigentlich zum Ende 2021 gekündigt, müssen jedoch aufgrund von Fallstricken im Genossenschaftsrecht bis mindestens Ende 2023 Mitglieder der Remstalkellerei bleiben (wir berichteten). „Wir rechnen aber bereits ohne die Kollegen“, sagt Jung. Die Stettener Wengerter gehen längst eigene Wege, deren Ortsgenossenschaft hatte sich erfolgreich Ende 2020 von der Remstalkellerei getrennt.

Fest stehe weiterhin: Der alte Standort in Weinstadt-Beutelsbach wird verkauft, und die dortigen Remstalkellerei-Gebäude werden abgerissen. Dort soll Platz für neue Wohngebäude entstehen. „Wir streben den Verkauf an einen einzigen Investor an“, wiederholte Peter Jung bereits in der Vergangenheit gemachte Aussagen, wonach das Beutelsbacher Grundstück nicht zersplittert werden solle. „Wir sind hier weiterhin in Verhandlungen.“

Die Weinstädter Stadtverwaltung bestätigte auf Nachfrage dieser Zeitung: Der im Februar 2021 beschlossene Bebauungsplan sei weiterhin aktuell und gültig. In der Beschlussvorlage steht: „Der Umzug der Remstalkellerei ermöglicht eine neue städtebauliche Entwicklung des circa 1,5 Hektar umfassenden Geländes in zentraler Ortslage in Beutelsbach. Die Remstalkellerei liegt inmitten des Beutelsbacher Wohngebiets Kirchäcker. Der in weiten Teilen homogene Siedlungskörper wird seither durch das Betriebsareal unterbrochen. Als städtebauliche Nachnutzung bietet sich eine integrierte Wohnbebauung als konsequente Weiterführung der vorhandenen Siedlungsstruktur an. Nicht zuletzt wegen des anhaltenden Wohnungsdrucks in der Region ist der Bedarf nach neuem Wohnraum enorm.“

Die Finanzierung des Grunderwerbs und Neubaus am neuen Standort zwischen Großheppach und Grunbach könne ohne Fremdmittel erfolgen, das sei zumindest der Plan, betont Peter Jung. Hilfreich werden sicherlich die Verkaufserlöse für das Beutelsbacher Grundstück sein.

Wie wird die neue Remstalkellerei?

Die neue Remstalkellerei werde, was die Betriebsflächen angeht, kleiner ausfallen als in Beutelsbach. „In Beutelsbach ist die Betriebsgröße auf 900 Hektar Rebfläche ausgelegt und die Lagerung von drei Jahrgängen. Solche Ausmaße brauchen wir am neuen Standort nicht mehr“, sagt Jung. „Wir sind gerade im Wandel begriffen, hin von Masse zu Klasse. Wir konzentrieren uns mit weniger Mitgliedern immer mehr auf qualitativ hochwertige Weine.“ Die Kellergröße am neuen Standort werde dementsprechend kleiner als in Beutelsbach ausfallen. „Ich bin überzeugt, dass unsere Mitglieder mehrheitlich den neuen Standort gutheißen werden, auch wenn es sicherlich einige kritische Stimmen geben wird“, sagt Peter Jung. Zeitplan für den Neubau? „So schnell wie möglich.“ Ein bis drei Jahre wird es aber wohl noch dauern.

Der Standort für den Neubau der Remstalkellerei steht fest. „Er liegt zwischen Großheppach und Grunbach.“ Mehr will Geschäftsführer Peter Jung noch nicht sagen, aber die Kaufverträge für den Grunderwerb seien bereits unterschrieben.

Sehr wahrscheinlich handelt es sich um „eine Fläche südlich des Weinguts Doreas in Grunbach am Ortseingang aus Richtung Großheppach“: Für eine solche hatte zumindest der Remshaldener Bürgermeister Reinhard Molt vergangene Woche im Gemeinderat

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