Rems-Murr-Kreis

Rettungsschirme auch für die Rems-Murr-Kliniken: Das fordert Landrat Dr. Sigel

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Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

„Was wir von der Politik brauchen, ist eine klare Zusage, dass sie weitere Rettungsschirme für die medizinische Infrastruktur aufspannt und insbesondere die Kliniken nicht mit unverschuldeten Defiziten im Regen stehen lässt“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel und Aufsichtsratsvorsitzender der Rems-Murr-Kliniken. Diese unterstützen die derzeit laufende bundesweite Kampagne „Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Gefahr“. Urheber der Kampagne sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG und Landeskrankenhausgesellschaften, darunter die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft BWKG.

"Die Lage der Rems-Murr-Kliniken ist prekär"

Die Folgen der Krankenhauskrise auf Bundesebene skizziert die DKG in ihrem Alarmstufe-Rot-Szenario wie folgt: 60 Prozent der deutschen Kliniken schreiben 2022 rote Zahlen; 40 Prozent sehen sich bis zur Insolvenz gefährdet. Für 2023 drohe eine Unterdeckung von zehn Milliarden Euro; davon würden allein vier Milliarden Euro auf das Konto der Mehrkosten bei Gas und Strom gehen.

Angesichts dieser massiven wirtschaftlichen Bedrohungen der Krankenhauslandschaft appellieren der Landrat des Rems-Murr-Kreises, Dr. Richard Sigel, und der Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, André Mertel, gemeinsam mit der DKG an die Politik auf Bundes- und Landesebene: Sie fordern Entlastungs- und Unterstützungsmaßnahmen für die Kliniken, unter anderem Soforthilfen wie etwa einen Inflationsausgleich noch für 2022.

„Die Lage der Rems-Murr-Kliniken und vieler anderer Kliniken in Baden-Württemberg und Deutschland ist prekär: Mit dem eingeschlagenen Kurs der großen Politik kann unsere flächendeckende, leistungsfähige Gesundheitsversorgung auf lange Sicht nicht wie bisher garantiert werden. Darauf weisen wir seit Monaten hin, ohne dass dies bisher zu einer politischen Unterstützung vom Bund und vom Land Baden-Württemberg geführt hätte“, kritisiert Landrat Dr. Sigel, der sich am Freitag (16.9.) noch einmal in einem persönlichen Schreiben an die Bundes- und Landtagsabgeordneten im Rems-Murr-Kreis gewandt hat.

Schließlich seien es die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken, die im Laufe der Corona-Pandemie weit über die Belastungsgrenze hinausgegangen seien – "auch zu Zeiten, in denen Corona im Alltag der Bürgerinnen und Bürger nur noch eine geringe Rolle gespielt hat. Auf diese Menschen kommt es an, sollten wir einen Covid-Herbst bekommen“, sagt Richard Sigel.

Energiekosten haben sich fast verdreifacht

Auch André Mertel, seit Juli neuer Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, sieht die Kliniken nach den Belastungen der Corona-Pandemie nun aufgrund Inflation, Explosion der Energiepreise und enormer Kostensteigerungen bei medizinischen Produkten, Hygieneartikeln und Lebensmitteln stark gebeutelt.

„Diese ungeplanten Kostensteigerungen können wir im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen nicht weitergeben“, sagt Mertel und nennt als Beispiel die Energiekosten, die sich fast verdreifacht haben und in einer Klinik nur bis zu einem gewissen Grad kompensiert werden können.

„Ich kann ja nicht von unseren Patienten verlangen, dass sie im Winter Strickjacken anziehen“, so Mertel. „Was wir tun können, ist, unserem Klinikpersonal als Grundpfeiler unserer Leistungsfähigkeit auch weiterhin mit Wertschätzung zu begegnen und, wo immer es geht, Entlastung zu schaffen, damit die Motivation der Mitarbeitenden auch in diesen schwierigen Zeiten erhalten bleibt. Natürlich treiben wir die Weiterentwicklung unserer Zukunftsstrategie sowie unseres medizinischen Angebotes voran, um die Umsätze der Rems-Murr-Kliniken nachhaltig sichern zu können. Und wir wissen es zu schätzen, dass Landrat und Landkreis voll zu unseren Kliniken stehen – auch in der Krise.“

„Was wir von der Politik brauchen, ist eine klare Zusage, dass sie weitere Rettungsschirme für die medizinische Infrastruktur aufspannt und insbesondere die Kliniken nicht mit unverschuldeten Defiziten im Regen stehen lässt“, sagt Landrat Dr. Richard Sigel und Aufsichtsratsvorsitzender der Rems-Murr-Kliniken. Diese unterstützen die derzeit laufende bundesweite Kampagne „Alarmstufe Rot: Krankenhäuser in Gefahr“. Urheber der Kampagne sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG und

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