Rems-Murr-Kreis

Riker spendiert die Winnender Zeitung

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Björn Riker (hinten auf dem Tisch links) fühlt sich sichtlich wohl in der Schülerbibliothek, die dank ihm jetzt mit aktuellen Tageszeitungen versorgt wird. Abteilungslehrer Pascal Märkl (rechts vorne) und Schülerinnen und Lehrerinnen freut die Patenschaft. © Ralph Steinemann Pressefoto

Ein Jahr lang können Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums die Tageszeitung lesen. Firma Riker Immobilien sorgt mit einer Zeitungspatenschaft dafür, dass täglich je zwei gedruckte Exemplare der Winnender Zeitung auf dem Tisch in der Schülerbibliothek auf die junge Leserschaft warten. Wie wohl die Schüler auf die Leseförderung reagieren?

Die Tageszeitung hilft beim Unterricht in Gemeinschaftskunde

Ihre „Schübi“ ist ihr ganzer Stolz: Diesen liebevollen Spitznamen hat die Schülerbibliothek am Georg-Büchner-Gymnasium inne. Eine eigene „Schübi“-AG managt diesen Leseplatz, der von den Schülern rege genutzt wird. Die Winnender Zeitung ist nur wenige Wochen nach Beginn der Zeitungspatenschaft fest im Schulalltag angekommen. „Wir können in Hohlstunden in Ruhe lesen und für Hausaufgaben Sachen raussuchen“, sagt die Zwölftklässlerin Ronja Janzen, eine von derzeit 18 „Schübi“-AG-Aktiven. Von der Tageszeitung versprechen sich alle einen großen Nutzen. „Es ist praktisch, immer wieder zu schauen, wie Profis zum Beispiel ihre Kommentare verfassen, weil wir es in der Oberstufe für den Gemeinschaftskundeunterricht brauchen.“ Clara Alfano und Alisha Wittenberger ziehen sich gern in Hohlstunden in den ruhigen Raum zurück. „Um eine anstehende Arbeit zu erledigen oder um einfach nur zu schmökern und nach neuem Lesefutter Ausschau zu halten“, sagen die Achtklässlerinnen.

Die Schübi sei erst vor wenigen Jahren vergrößert worden, teilt Matthias Bogucki, Abteilungsleiter am GBG, mit. „Wir haben den ehemaligen Computerraum komplett neu eingerichtet und ausgestattet“. Dadurch habe die „Schübi“ Platz gewonnen für Regale und bequeme Sitzmöbel. Seit vergangener Woche hat sie ein neues Möbelstück bekommen: Ein blauer, knautschig gemütlicher Sitzsack – eine Spende des Zeitungsverlags – lädt die Schüler zum darin Fläzen und Lesen ein.

An die Räume hat auch Zeitungspate und ehemaliger GBG-Schüler Björn Riker Erinnerungen. Eine Bib und ein Zeitungsabo habe es in seiner Schulzeit nicht gegeben. „Für uns war der Umgang mit der Tageszeitung selbstverständlich, weil in den Familien Zeitung gelesen wurde.“ Anders heute: In vielen Haushalten fehlt der Bezug zur Lokalzeitung, die Schüler hätten keinen oder kaum Umgang damit. Dabei, so Riker, sei es immens wichtig für junge Leute, „dass sie das lokale Geschehen mitkriegen und Ahnung haben, was läuft“. Für die gedruckte Tageszeitung spreche, dass sie das Gegenteil von Schnelllebigkeit und Eile ist. Man habe „etwas in der Hand, das nicht mehr verändert werden kann“ oder von „Push-Nachrichten“ geflutet werden könne. „Die Art des Lesens gewinnt an Qualität.“

Seine Firma spendiert im laufenden Jahr gleich drei Schulen ein Zeitungsabonnement des ZVW, damit möglichst viele Heranwachsende vom Medium profitieren, das auch ihm in jungen Jahren viel vermittelt habe.

Die Winnender Zeitung sei nah am lokalen Geschehen: Durch die Aufteilung in den Mantelteil, der über Überregionales berichtet, und den Lokalteil nimmt die Lokalredaktion die Menschen vor Ort in den Blick. Schüler sollen erfahren, was in ihrem Ort und in der Gegend passiert, findet auch Abteilungsleiter Bogucki, der die Schüler in Gemeinschaftskunde und Wirtschaftslehre unterrichtet. „Um mitreden zu können. Um sich eine Meinung zu bilden.“ Die Zeitung sei Bestandteil des Lehrplans. Für die Allgemeinbildung sei es ein Gewinn: Die Vielfalt an Themen und Meinungen, die abgebildet wird, trage dazu bei, dass junge Leser immun gegenüber „Fake News“ werden. Im Gegensatz zu vielen gefilterten Nachrichten, die zuhauf vorwiegend in den von der Generation genutzten sozialen Netzwerken kursieren, lege die Tageszeitung die Quellen ihrer Nachrichten offen, überprüfe die Inhalte. Bogucki sieht im Zeitunglesen daher einen Weg, dem Wust an Halbwahrheiten einen Riegel vorzuschieben. In der Zeitung sei die Chance „gleich null“, zweifelhafte Inhalte zu finden.

Die Tageszeitung liegt offen aus – deshalb wird sie auch gelesen

Susanne Snooke leitet die Schülerbibliothek. Im Team mit den Schülern der AG schaffen sie eine Atmosphäre und Organisation wie in einer „großen“ Bib oder Buchhandlung. Ein Büchertisch am Eingang, der regelmäßig aktualisiert wird, informiert über Neuheiten oder es werden dort Titel zu einem bestimmten Thema platziert. Nicht alltäglich auch: Die Schübi hat ein eigenes Schaufenster im Flur. Auch hier ist regelmäßig Bewegung drin, berichtet Wiktoria Leßle: „Wir dekorieren es jeden Monat zu einem wechselnden Thema.“ Der Schaukasten ziehe viel „Laufkundschaft“ an, berichten sie. „Jeder kommt dran vorbei, wird vielleicht inspiriert, mal vorbeizuschauen, zumal wir sogar täglich geöffnet haben“, so Susanne Snooke. Ähnliches sei es bei der Tageszeitung zu beobachten: „Dadurch dass sie ausliegt und leicht verfügbar ist, wird sie auch gelesen.“

Info

Die Zeitungspatenschaft ist ein Projekt des ZVW zur Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen. Die Schule erhält vom Zeitungspaten mindestens für ein Jahr täglich ein Exemplar der Tageszeitung. Der ZVW legt ein zweites Exemplar obendrauf und spendiert noch einen Sitzsack dazu.

Nähere Auskünfte zum Projekt „Zeitungspate“ erteilt Annette Kumlin: annette.kumlin@zvw.de.

Ein Jahr lang können Schüler des Georg-Büchner-Gymnasiums die Tageszeitung lesen. Firma Riker Immobilien sorgt mit einer Zeitungspatenschaft dafür, dass täglich je zwei gedruckte Exemplare der Winnender Zeitung auf dem Tisch in der Schülerbibliothek auf die junge Leserschaft warten. Wie wohl die Schüler auf die Leseförderung reagieren?

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