Rems-Murr-Kreis

Schüler aus der Ukraine: Sprachförderkurse und Vorbereitungsklassen im Kreis

Schulklasse
Jedes ukrainische Kind, das zur Schule gehen will, soll das auch tun können. © ZVW/Gaby Schneider

Um Unterstützungsangebote zu organisieren, hat die Landesregierung vergangene Woche eine Lenkungsgruppe „Ukraine“ eingesetzt. Auch im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport gibt es einen Stab, der sich vor allem mit den Folgen des Krieges in der Ukraine für Bildungseinrichtungen und Vereine beschäftigt.

„Wir arbeiten zusammen mit unseren Partnerinnen und Partnern aus Bildung, Sport und Kultur an pragmatischen und sinnvollen Lösungen, um den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die auf der Flucht sind, zügig zu helfen und ihnen etwas Struktur, Halt und vielleicht auch ein wenig Freude zu geben“, sagt Theresa Schopper, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport. Zu diesen Partnern gehören unter anderem die Schulverwaltung und die Schulen im Land, Partner in der frühkindlichen Bildung sowie der organisierte Sport.

Zunächst brauche man ein klareres Bild der Lage, das zurzeit entstehe. Nur so könne die beeindruckende Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung in geordnete Bahnen gelenkt werden. Klar sei aber schon jetzt: „Wenn ein Kind in die Schule möchte, dann darf es auch in die Schule gehen. Hier bitte ich die Schulen und die Schulverwaltung, pragmatisch zu handeln und den Kindern mit dem Schulbesuch wieder etwas Struktur und auch Ablenkung zu ermöglichen“, sagt Schopper. „Ich finde es auch sinnvoll, wenn wir die Angebote in unseren Vereinen zum Beispiel im Sport auch für die hilfsbedürftigen Kinder und Jugendlichen öffnen. Der Sport hat eine große integrative Stärke.“

Freiwillige und Schulen zusammenbringen

Viele ukrainische Kinder und Jugendliche seien auch schon in den Vereinen, den Kitas und Schulen vor Ort angekommen, dank pragmatischer Helfer vor Ort. Die Kinder werden von den Schulen aufgenommen und einer Klasse zugeteilt. Das passende Angebot prüft die Schule gemeinsam mit dem zuständigen Schulamt oder Regierungspräsidium.

Durch die Flüchtlingsbewegungen ab 2015 habe man mit den Vorbereitungsklassen (VKL) und dem Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf mit Schwerpunkt Erwerb von Deutschkenntnissen der beruflichen Schulen (VABO) bereits ein integratives System für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche, die noch nicht ausreichend Deutsch sprechen, um eine Regelklasse besuchen zu können.

Niederschwellige Angebote

Für deren Beschulung stehen unter anderem 1165 Stellen im Haushalt zur Verfügung. Seit 2018 gibt es außerdem für neu zugewanderte Kinder, Jugendliche und jugendliche Erwachsene Sprachförderkurse in den Regelklassen. Sie erstrecken sich über zwei Jahre mit 4,5 Lehrerwochenstunden je Gruppe. Dieses Angebot könnte laut dem Kultusministerium für ukrainische Flüchtlinge angepasst werden. So könnten auch Personen an Schulen aufgenommen werden, die nicht oder noch nicht so gut Deutsch können.

Aktuell gebe es Gespräche zur Frage, inwiefern es auch niederschwellige herkunftssprachliche Angebote geben kann und wie ukrainische Lehrkräfte oder auch Pensionäre oder Dolmetscher eingebunden werden können. „Es ist beeindruckend, dass einige Ukrainerinnen und Ukrainer trotz der Strapazen umgehend helfen wollen“, sagt die Kultusministerin. Schon deshalb müsse und wolle man ihnen den Einsatz ermöglichen. Außerdem sei man auf Mithilfe angewiesen. „Hier gibt es aber Details wie etwa den Umgang mit dem Masernimpfschutz bei den ukrainischen Lehrkräften, die wir einfach vorher klären müssen.“ Auch in Deutschland sei die Hilfsbereitschaft sehr groß. Um Schulen und Freiwillige zusammenzubringen, wird eine digitale Plattform eingerichtet, die bald freigeschaltet werden soll.

So helfen digitale Plattformen

Digitale Angebote spielen eine wichtige Rolle, beispielsweise arbeitet das Kultusministerium auch daran, wie Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine auf diesem Weg ihre Abschlüsse machen können, die bei einigen kurz bevorstehen. Die Kultusministerkonferenz klärt zurzeit unter anderem lizenzrechtlich, inwieweit ukrainische Unterrichtsmaterialien zur Verfügung gestellt werden können.

Nicht zuletzt sei es auch wichtig, sich der Sorgen und Ängste anzunehmen, die Kinder und Jugendliche angesichts der dramatischen Ereignisse in der Ukraine beschäftigt. Zusammen mit dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) hat das Kultusministerium Unterstützungsangebote für den Umgang mit dem Krieg in der Ukraine bereitgestellt. Auf einer Internetseite finden Lehrerinnen und Lehrer Materialien zum Umgang mit Krieg im Unterricht, zum Umgang mit Angst sowie Hintergründe zum aktuellen Konflikt.

Um Unterstützungsangebote zu organisieren, hat die Landesregierung vergangene Woche eine Lenkungsgruppe „Ukraine“ eingesetzt. Auch im Ministerium für Kultus, Jugend und Sport gibt es einen Stab, der sich vor allem mit den Folgen des Krieges in der Ukraine für Bildungseinrichtungen und Vereine beschäftigt.

„Wir arbeiten zusammen mit unseren Partnerinnen und Partnern aus Bildung, Sport und Kultur an pragmatischen und sinnvollen Lösungen, um den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die

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