Rems-Murr-Kreis

„Schüler machen Zeitung“ am Start

Zeitung vor Ort Rommelshausen
So sah das in Vor-Corona-Zeiten aus: Die „Zeitung vor Ort“ in Rommelshausen - mit dem Zeitungsstand in der Rumold-Realschule wurde in der großen Pause auf dem Schulhof das Gespräch mit den Schülern gesucht. © Gabriel Habermann

Erstmals saß man sich virtuell gegenüber bei der Auftaktveranstaltung zum Grundschulprojekt des Zeitungsverlags Waiblingen „Schüler machen Zeitung“. Und vieles läuft in diesem Jahr auch anders ab als in den Vorjahren. Lehrer und Projektleiter brachten ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass das medienpädagogische Projekt überhaupt an den Start gehen kann. Gerade im Corona-Jahr ist das Zeitungsprojekt so wichtig, um geprüfte Informationen von Falschmeldungen unterscheiden zu können.

Die aktuelle Krisenzeit mit sich überschlagenden Neuigkeiten zeigt auf, wie leicht man als Leser sogenannten „Fake News“ aufsitzen kann. Verschwörungstheorien finden viel Nährboden. Populistische sowie rechtsextremistische Inhalte schwirren ausreichend herum wie Viren und verbreiten sich insbesondere über die sozialen Medienkanäle viral, das heißt wie virtuelle Lauffeuer.

Da muss man - im übertragenen Sinn - über gute „Abwehrkräfte“ verfügen, um beim Zappen nicht die in die Fake-News-Falle zu tappen und sich womöglich folgenschwer mit Falschmeldungen zu „infizieren“. Schon wir Erwachsene tun uns manches Mal schwer damit, festzustellen, wie vertrauenswürdig eine Quelle ist. „Entsprechend stellt es die jungen Schüler, die sich vermehrt im Netz bewegen und damit auch schnell mit den eben genannten Phänomenen in Berührung kommen, vor eine große Herausforderung“, sagte Carina Lennartz vom medienpädagogischen Institut Promedia Maassen.

Weil Zeitungsmacher keine Lehrer sind, holt sich der Zeitungsverlag für sein Grundschulprojekt schon seit vielen Jahren bewährte Kompetenz an Bord: Das medienpädagogische Fachinstitut begleitet „Schüler machen Zeitung“ wieder als fundierter Lese- und Medienpartner, der auf vielfältige Weise die Lese- und Mediennutzungskompetenz der Heranwachsenden schult.

Denn sie benötigen wie kaum eine andere Generation zuvor Medienkompetenz. So saugen die jungen Internetnutzer täglich einen bunten medialen „Cocktail mit Nebenwirkungen“ auf, nimmt Carina Lennartz Bezug auf eine aktuelle KIM-Studie des medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Demnach gehörten mehrere Stunden Internettätigkeiten bereits im Jahr 2018 zu den täglichen Freizeitbeschäftigungen der Zielgruppe. „Auch für sehr junge Leser und Grundschüler sind die Onlinemedien einfach zugänglich“, so die Projektleiterin.

Das Projekt „Schüler machen Zeitung“ unterstützt die teilnehmenden Grundschulklassen bei der Herausbildung der nötigen Medienkompetenz und bringt den Schülern durch die tägliche Lektüre der Zeitungsausgabe des ZVW eine seriöse und vertrauenswürdige Quelle nahe. Eine Tageszeitung bietet Orientierung, hat jahrhundertelange Erfahrung damit, als Basismedium gute Informationen zu verteilen, und zeigt eine Vielfalt an Meinungen und Sichtweisen auf.

Die Lehrer erhalten medienpädagogische Unterrichtsmaterialien, anhand derer sie mit den Schülern auf Entdeckungsreise in ihre Lokalzeitung und zu Themen, die wichtig für sie sind, gehen können. Sie lernen den Aufbau einer Zeitung kennen, nehmen die verschiedenen Textsorten von Meldung über Bericht bis zum Kommentar durch. Dabei erfahren sie auch vom „Impressum“ - die Angabe des Herausgebers sowie aller beteiligten Redakteure ist die Pflichtveranstaltung in jedem seriösen Medienerzeugnis.

Die Nennung der Quellen ist eines der Kriterien, an denen sich eine seriöse Zeitung von Stimmungs- und Meinungsmache oder schlichten Behauptungen unterscheiden lässt. „Unser Ziel ist es, dass sich die Grundschüler in ihrem eigenen Medienkonsum immer wieder daran erinnern und es auch auf die Informationen anwenden, die sie im Internet finden“, so Carina Lennartz. Auf Seite der Lehrer bieten sich attraktive didaktische Möglichkeiten, mit den Schülern in Interaktion zu treten. Angefangen mit dem haptischen Erlebnis, eine Zeitung durchzublättern: „Mit einer Papierzeitung kann auch kreativ gearbeitet werden“, regt Annette Kumlin vom ZVW-Marketing an. Sie koordiniert das Zeitungsprojekt von Verlagsseite aus und ist im regelmäßigen Austausch mit den Klassenlehrern. „Wir bedauern es sehr, dass die beliebten Führungen durch das Druckhaus, der Besuch der Forscherfabrik sowie die Klassenbesuche durch Redakteure aus Sicherheitsgründen dieses Jahr abgesagt werden müssen“, sagt sie.

Ihr Dank geht an alle Lehrer, die trotz gewisser Abstriche „durch die Bank weg“ positive Rückmeldung geben. „Sie sind nach der langen Durststrecke ohne Präsenzunterricht dankbar“, so Annette Kumlin. Gabi Burger, Lehrerin der Grundschule Schlechtbach, freut sich auf die Abwechslung. „Der Online-Unterricht ist eine ziemlich sture Sache. Wir können nicht singen, nicht turnen, oft ist das Wetter zum Rausgehen zu schlecht, da ist es toll, dass die Kinder mal wieder etwas anderes machen können.“

Erstmals saß man sich virtuell gegenüber bei der Auftaktveranstaltung zum Grundschulprojekt des Zeitungsverlags Waiblingen „Schüler machen Zeitung“. Und vieles läuft in diesem Jahr auch anders ab als in den Vorjahren. Lehrer und Projektleiter brachten ihre Freude darüber zum Ausdruck, dass das medienpädagogische Projekt überhaupt an den Start gehen kann. Gerade im Corona-Jahr ist das Zeitungsprojekt so wichtig, um geprüfte Informationen von Falschmeldungen unterscheiden zu können.

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