Rems-Murr-Kreis

Schüler schätzen Lernerfolg während Home-Schooling als „unterdurchschnittlich“ ein: Kultusministerin besorgt

Susanne Eisenmann
Kultusministerin Susanne Eisenmann zu Gast bei Siegfried Lorek. © Benjamin Büttner

Warum müssen die Schulen unbedingt offen bleiben? Die Zeit im Frühjahr, während der ersten Corona-Welle, sagt die Kultusministerin von Baden-Württemberg Susanne Eisenmann, habe gezeigt, dass viele Schülerinnen und Schüler mit massiven Schwierigkeiten beim Home-Schooling zu kämpfen hatten. Und zwar ganz abgesehen davon, dass bei vielen auch die technischen Voraussetzungen fehlten. In einer Umfrage haben, erklärt Eisenmann, 59 Prozent der Schülerinnen und Schüler gesagt, dass sie große Probleme mit der Selbstorganisation des Lernens hatten. Mit der Einteilung des Tages, der Bewältigung des Stoffes. Die bittere Konsequenz: Die Schülerinnen und Schüler schätzten ihren Lernerfolg selber als „unterdurchschnittlich“ ein.

Möglichst kein rollierendes System mehr

„Schule lebt von Präsenz“, sagt Eisenmann. Und deshalb will sie es vermeiden, das rollierende System wieder einführen zu müssen, das vor den Sommerferien ausprobiert worden war. Damals waren die Klassen geteilt worden und die Gruppen kamen wechselweise eine Woche in die Schule oder arbeiteten zu Hause.

„Corona“, sagt die Kultusministerin, „hat wie ein Brennglas gewirkt“. Will heißen: Die längst vorhandenen Probleme in den Schulen wurden mit der Pandemie quasi angeheizt und waren noch viel deutlicher zu sehen als bisher. Bei dem Satz, er fiel in der diesjährigen – diesmal virtuellen – Unternehmensrunde, zu der der Winnender CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Lorek seit 2016 einlädt, ging es vor allem um die Digitalisierung.

Schulen waren "schlichtweg nicht vorbereitet"

Auf die Corona-Maßnahmen, auf Home-Schooling und virtuellen Unterricht über digitale Medien, sagt Eisenmann, waren die Schulen „schlichtweg nicht vorbereitet“. Man musste sich auf ganz neues Terrain wagen. Mit allen daraus resultierenden Schwierigkeiten.

Waren die Schul- und Kita-Schließungen im Frühjahr zu strikt? Nein, sagt Eisenmann, wegen der Maßnahmen sei man gut durch die erste Infektionswelle gekommen. Aber man habe auch daraus gelernt. Und deshalb sei die aktuelle Entscheidung, die Schulen und Kitas nicht zu schließen, jetzt die richtige. „Es muss gelingen, das auch mit der Pandemie in Einklang zu bringen.“ Und ja, man habe das Offenhalten der Schulen und Kitas teuer erkauft: mit der Schließung von Gaststätten beispielsweise.

Der Präsenzunterricht aber stelle die Schulen wieder vor Herausforderungen. Es gehe ums Abstand-Einhalten, ums Masken-Tragen, ums regelmäßige Lüften. Das aber – Lob von der Kultusministerin – meisterten die Schulen hervorragend. In ganz Baden-Württemberg mit seinen 67 500 Klassen seien aktuell nur 379 Klassen in Quarantäne, von 4500 Schulen seien nur fünf wegen Corona geschlossen. Schulen seien nicht die Treiber der Infektion.

Eisenmann will keine Masken im Grundschul-Unterricht

Ob Grundschulen auch noch in die Masken-Pflicht im Unterricht genommen würden, wie es die CDU-Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek, ins Gespräch gebracht hatte? „Ich halte davon nichts“, sagt Susanne Eisenmann. Laut einer Studie der Uni Tübingen trügen Kinder bis zehn Jahre die Infektion nicht hinaus. „Ich glaube meiner Studie.“ Allerdings unter einem kleinen Vorbehalt: Man müsse immer beobachten, wie sich die Infektionszahlen entwickelten.

Ganz unabhängig von der Corona-Pandemie haben die Schulen aber noch andere Problemfelder. Den akuten Lehrermangel zum Beispiel. Ja, sagt Eisenmann, „wir haben zu wenige“. Und das nicht, weil sie zu wenig Geld dafür habe. Ihr Etat liege bei 13 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Aber sie habe 500 offene Stellen. „Das Problem ist nicht neu“, sagt Eisenmann. Und „es kann einen nicht zufriedenstellen“.

Warum müssen die Schulen unbedingt offen bleiben? Die Zeit im Frühjahr, während der ersten Corona-Welle, sagt die Kultusministerin von Baden-Württemberg Susanne Eisenmann, habe gezeigt, dass viele Schülerinnen und Schüler mit massiven Schwierigkeiten beim Home-Schooling zu kämpfen hatten. Und zwar ganz abgesehen davon, dass bei vielen auch die technischen Voraussetzungen fehlten. In einer Umfrage haben, erklärt Eisenmann, 59 Prozent der Schülerinnen und Schüler gesagt, dass sie große

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