Rems-Murr-Kreis

Schlaglöcher und Baustellen im Rems-Murr-Kreis: Wo sind sie, wann wird gebaut?

strassenschäden
Die Zeiten, als auf den Landesstraßen zwischen Rems und Murr solche Schlaglöcher die Regel waren, sind zum Glück vorbei. © Bernhardt

Die Landtagsabgeordneten der Regierungskoalition überschlagen sich fast vor Begeisterung über die Bilanz, die das grün geführte Verkehrsministerium zum Straßen- und Radwegebau dieser Tage vorgelegt hat. Tatsächlich ist jedoch für den Rems-Murr-Kreis im Jahr 2021 vergleichsweise wenig Asphalt abgefallen. In diesem Jahr aber lässt der Kreis vielerorts die Bagger auffahren und saniert eine ganze Reihe von Kreisstraßen, vor allem im nördlichen Teil des Kreises, wo der Nachholbedarf am größten ist.

„Es ist uns gelungen, die Investitionen in die Sanierungen von Straßen und Brücken weiter zu erhöhen“, teilte das Landesverkehrsministerium über die 900-Millionen-Euro-Investitionen jüngst mit. Und das trotz Corona und Fachkräftemangel. Grund genug für die drei Abgeordneten der Regierungskoalition Staatssekretär Siegfried Lorek (CDU), Swantje Sperling (Grüne) und Ralf Nentwich (Grüne), in einer Pressemitteilung in den Jubel einzustimmen und wortgleich die Sanierung von Straßen, Brücken und Radwegen zu loben. „Wir sind dankbar, dass das Land auch in unseren Wahlkreisen Geld investiert hat und neben der Fahrbahndeckenerneuerung zwischen Aspach und Backnang, auch die bauliche Nachrüstung des Kappelbergtunnels in Fellbach berücksichtigt wurde. Durch die baulichen Maßnahmen und Investitionen in die Infrastruktur profitieren alle Pendlerinnen und Pendler, die Richtung Stuttgart unterwegs sind bzw. den Autobahnzubringer in Richtung Mundelsheim nutzen.“

Im Vergleich zu der langen Liste des Verkehrsministeriums sind diese drei Maßnahmen freilich Peanuts. Baden-Württemberg hat eigenen Angaben zufolge für Bundesstraßen insgesamt 551 Millionen Euro (plus neun Prozent) umgesetzt, und zwar für laufende Aufgaben der Unterhaltung und des Betriebs sowie für Baumaßnahmen. Größter Hemmschuh bei den Investitionen waren demnach „Lieferengpässe bei Baumaterialien und Personalausfälle aufgrund der Corona-Pandemie“. Zudem habe der Weggang von eingearbeitetem Personal und Spezialisten zur Autobahn GmbH große Lücken und Synergieverluste bei der Straßenbauverwaltung verursacht. Rund 780 Personen aus Verwaltung und Straßenmeistereien seien zur Autobahn GmbH des Bundes gewechselt. Die Nachbesetzung freier Stellen mit Bauingenieurinnen und Bauingenieuren ist schwierig. „Es fehlt in der Baubranche an Fachkräften.“

Ins Landesstraßennetz investierte Stuttgart 346 Millionen Euro. Mit diesen Geldern wurden 244 km Fahrbahnen und 77 Bauwerke saniert. Für Radwege an Landesstraßen gab das Land zehn Millionen Euro (2020: 13 Millionen Euro) aus. Die Landesstraßen zwischen Rems und Murr, einst als Schlaglochpisten berüchtigt, sind mittlerweile aus den Schlagzeilen verschwunden. Das grün geführte Verkehrsministerium hat vor gut einem Jahrzehnt umgesteuert und die Schwerpunkte auf den Erhalt der Straßen gelegt. Motto: Was nützen neue Straßen, wenn die alten verrotten. Das macht sich inzwischen bemerkbar.

Der Rems-Murr-Kreis hat seine Investitionen in den Straßenbau ebenfalls in den vergangenen Jahren deutlich ausgeweitet und lässt sich den Erhalt und Ausbau des fast 400 Kilometer langen Straßennetzes und der Radwege mittlerweile sechs Millionen Euro im Jahr kosten. Die Sanierungen erfolgen auf Grundlage einer standardisierten Zustandserfassung und -bewertung der Straßen, aus denen sich ein Maßnahmenplan für Kreisstraßen und Radwege ableitet. Der aktuelle MKR umfasst die Jahre 2022 bis 2025. In diesem Jahr sind folgende Baustellen geplant, stellte Fachbereichsleiter Veit Klausmann jüngst das Paket im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistages vor.

  • Bereits im Betrieb ist die Großbaustelle auf der Kreisstraße K 1914 zwischen Winnenden-Baach und Bürg. Der Ausbau der Straße wird noch bis ins nächste Jahr an dauern.
  • Ebenfalls eine größere Sache wird die Ortsdurchfahrt Grab (K 1902). Auf dieser Kreisstraße zwischen Murrhardt und Grab sind zwar weitere Abschnitte sanierungsbedürftig, ein akuter Handlungsbedarf besteht jedoch aus Sicht des Straßenbauamtes nicht.
  • Sanierungen stehen indes bei der Kreisstraße 1909 Grab-Morbach, in der Ortsdurchfahrt Kirchberg (K 1834) sowie in der Wasenstraße in Urbach (K 1881) an. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Remshalden-Grunbach (K 1913) ist ebenfalls beschlossene Sache und führt in Grunbach bis Ende 2022 zur Vollsperrung.

Bei den Radwegen stehen zwei Großprojekte im Mittelpunkt, die Radschnellwege Schorndorf-Waiblingen (RS 5) und Waiblingen-Ludwigsburg (RS 8). Der RS 5 ist über das Planungsstadium hinaus. In den Städten und Gemeinden geht es bereits um die konkrete Linienführung. Der gemeinsam mit dem Landkreis Ludwigsburg geplante Radschnellweg RS 8 ist noch im Entwurfsstadium.

Konkrete Maßnahmen sind 2022 an folgenden Radwegen geplant:

  • K 1846 Nellmersbach-Erbstetten
  • K 1950 Schwaikheim-Korb
  • L 1153 Alfdorf-Kapf

Ferner wird es in diesem Jahr ein paar Kleinbaustellen an den Radwegen geben, es soll die Beschilderung des kreisweiten Radwegenetzes verbessert und das Zählstellennetz ausgebaut werden.

Die Landtagsabgeordneten der Regierungskoalition überschlagen sich fast vor Begeisterung über die Bilanz, die das grün geführte Verkehrsministerium zum Straßen- und Radwegebau dieser Tage vorgelegt hat. Tatsächlich ist jedoch für den Rems-Murr-Kreis im Jahr 2021 vergleichsweise wenig Asphalt abgefallen. In diesem Jahr aber lässt der Kreis vielerorts die Bagger auffahren und saniert eine ganze Reihe von Kreisstraßen, vor allem im nördlichen Teil des Kreises, wo der Nachholbedarf am größten

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