Rems-Murr-Kreis

Schnelltest vor dem Besuch im Freibad: Bleibt das den ganzen Sommer so?

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Mit einem Köpfer ins Wasser beim Saisonstart 2021 - nun schließt das Freibad bald schon wieder. © Ralph Steinemann Pressefoto

Endlich! Die Freibäder haben aufgemacht. Also ab ins Vergnügen. Aber stopp: Wer planschen oder ernsthaft schwimmen gehen will, muss erst zwei Hürden überspringen. Die eine – das Freibad-Anmeldesystem – sind Wasserfans schon seit letztem Jahr gewöhnt. Jetzt aber braucht’s zur Freizeit-Terminplanung auch noch einen tagesaktuellen Coronatest. Lästig! Geht das den ganzen Sommer so?

Der Freibadbesuch ist streng reglementiert

Spontan den besten Kumpel oder die Lieblingsfreundin schnappen und einen strahlend schönen Sommertag im Freibad genießen? Das ist seit Corona nicht mehr möglich. Schon im letzten Jahr haben die meisten Freibäder im Rems-Murr-Kreis auf Online-Buchungssysteme umgestellt, damit es nicht zur Überfüllung kommt und niemand vor dem Freibadtor wieder heimgeschickt werden muss. Schließlich darf laut dem Stufenplan für sichere Öffnungsschritte der Landesregierung nur eine Person auf 20 Quadratmeter kommen. Deshalb gilt in vielen Bädern: Wer baden gehen will, muss sich vorher online anmelden und darf nur in einer bestimmten Zeitspanne im Bad sein. Die Eintrittskarte muss online bestellt und bezahlt werden, die Freibadkasse verkauft keine Tickets mehr. Ausnahmen gibt’s, zum Beispiel im Schorndorfer Ziegelei-Seebad. In Remshalden, Rudersberg und Winterbach werden manche – aber nicht alle – Bade-Schichten an der Kasse verkauft. Das Rohrbronner Bädle ist die große Ausnahme im ganzen Kreis. Hier, im vollkommen ehrenamtlich betriebenen Freibad, ist eine Online-Buchung gar nicht möglich. Wer sichergehen will, muss sich beim gewünschten Freibad besser erst mal schlaumachen.

Im letzten Jahr haben schon manche Badewillige bitter erfahren: Je nach Wettervorhersage kann es bei den Buchungsregelungen schon passieren, dass Tage vor dem avisierten Badetag das Freibad ausgebucht ist. Daher heißt’s bei schönem Wetter und freien Tagen oft Schnell-Sein.

Auch fürs Freibad gilt die "Drei-G-Regel": Geimpft, genesen, getestet

In diesem Jahr kommt aber noch eine weitere Hürde hinzu: Auch im Freibad gilt in diesem Jahr die sogenannte Drei-G-Regel. Es geht um den Nachweis, dass keine Corona-Infektion vorliegt. Daher darf nur baden gehen, wer entweder geimpft, genesen oder getestet ist. Denn man möchte, so heißt es aus dem Sozialministerium, bei aller Freude über die Öffnungsschritte, die jetzt gegangen werden können, dennoch kein Risiko eingehen.

Wieso aber muss das jetzt in diesem Jahr sein, wo die Inzidenzen doch so schön sinken? Im letzten Jahr ging’s doch auch ohne! Jetzt kommt zur Ticket-Planung noch die Test-Planung hinzu. Und nicht in jeder Kommune im Kreis gibt es Testzentren, bei denen nicht unbedingt eine Anmeldung erforderlich ist. Geschweige denn, dass überall ein Service geboten wird wie zum Beispiel in Korb, wo direkt vor dem Freibad der Test abgenommen wird.

Im vergangenen Jahr, so die Erklärung aus dem Sozialministerium, sei die Situation noch eine ganz andere gewesen. Impfungen habe es keine gegeben. Und auch Schnelltests waren noch nicht auf dem Markt. Das Einzige, was es gab, waren die PCR-Tests, die vom Labor ausgewertet werden. Solche Tests konnten für einen Freibadbesuch nicht verlangt werden. Jetzt aber gebe es flächendeckend Testmöglichkeiten. Das sei von großem Vorteil, denn dadurch könnten die Öffnungen abgesichert werden.

Hoffen auf die neue Corona-Verordnung des Landes - und auf sinkende Inzidenzwerte

Wem angesichts all dieser Vorbedingungen die Lust aufs Baden glatt vergeht: Eventuell fällt im Laufe des Sommers wenigstens die Testpflicht. Die Landesregierung arbeitet aktuell an einer neuen Version der Corona-Verordnung. Diese soll am kommenden Montag, 7. Juni, in Kraft treten. Und in dieser, so die Aussage aus dem Sozialministerium, soll es aller Wahrscheinlichkeit nach auch um die Testpflicht beim Freibadbesuch gehen. Genaueres will und kann die Pressestelle des Sozialministeriums noch nicht bekanntgeben.

Beim Blick auf den aktuell gültigen Stufenplan für sichere Öffnungsschritte ist der Fall der Testpflicht beim Freibadbesuch noch mit keinem Wort erwähnt. Einzig die Beschränkung der Besucherzahl wird im Öffnungsschritt drei bei Inzidenz unter 100 gelockert. Öffnungsschritt drei kann im Rems-Murr-Kreis frühestens am 28. Juni in Kraft treten. Sinkt die Inzidenz bis dahin kontinuierlich weiter, dürfen dann zwei Personen auf 20 Quadratmeter kommen. Das heißt: Die Besucherzahl kann sich verdoppeln.

Inzidenz 35: Ist das die neue Schwelle für mehr Freiheit?

Bei den Lockerungen, die genehmigt werden, wenn die Inzidenz fünf Werktage unter 50 war, spielen Freibäder keine Rolle.

Überhaupt gibt’s unter der Schwelle von einer Inzidenz unter 50 in Baden Württemberg offiziell noch gar kein Maßnahmenpaket. Auf der Internet-Seite der Landesregierung zum Thema „Infektionen und Todesfälle in Baden-Württemberg“, Stand 31. Mai, heißt es lediglich, es träten „bei niedrigeren 7-Tage-Inzidenzen (<100, <50) Lockerungen in Kraft“.

Aber: Die Landesregierung zählt auf genau dieser Seite auch die Stadt- und Landkreise auf, die eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 vorweisen können. Über die Grenzen des Landes hinaus gibt es Landkreise, die schon mit einer stabilen Inzidenz unter 35 aufwarten können. Der Kreis Wesel in Nordrhein-Westfalen beispielsweise. Und dort heißt es unter der Überschrift „Das gilt bei einer stabilen Inzidenz unter 35“: „Freibäder ohne Test“. Kann also angenommen werden, dass auch in Baden-Württemberg die 35 die neue magische Grenze sein wird. Der Rems-Murr-Kreis ist von diesen schönen Zahlen leider noch recht weit entfernt. Es werden also noch viele Testnachweise in die Freibäder getragen werden.

Endlich! Die Freibäder haben aufgemacht. Also ab ins Vergnügen. Aber stopp: Wer planschen oder ernsthaft schwimmen gehen will, muss erst zwei Hürden überspringen. Die eine – das Freibad-Anmeldesystem – sind Wasserfans schon seit letztem Jahr gewöhnt. Jetzt aber braucht’s zur Freizeit-Terminplanung auch noch einen tagesaktuellen Coronatest. Lästig! Geht das den ganzen Sommer so?

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