Rems-Murr-Kreis

Schockanrufe: Wie aufmerksame Bank-Mitarbeiter Senioren vor Betrügern retteten

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Symbolfoto. © Joachim Mogck

Innerhalb kurzer Zeit wurden Kunden der Kreissparkasse Waiblingen Opfer des Enkeltricks – zum Glück erfolglos. In beiden Fällen konnte der Schaden nur durch das aufmerksame Verhalten der Mitarbeitenden vor Ort verhindert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Kreissparkasse Waiblingen setzt verschiedene Maßnahmen im Kampf gegen Betrugsmaschen um, ruft aber gleichzeitig alle Kundinnen und Kunden zur erhöhten Vorsicht auf.

„Hier spricht die Polizei. Wir müssen Ihnen etwas Wichtiges mitteilen!“ - „Hallo Oma, rate mal, wer dran ist.“ - „Hallo Mama, ich habe ein Problem.“ So oder so ähnlich beginnen meist die Anrufe beim sogenannten Enkeltrick oder Schockanruf. Die Opfer werden von den Betrügerinnen und Betrügern dabei gezielt und massiv unter Druck gesetzt. Vorwiegend ältere Kundinnen und Kunden werden mit einem vermeintlichen Notfall der Tochter, des Sohns oder der Enkelkinder überrumpelt und zu Bargeldabhebungen gedrängt. Die Anruferinnen und Anrufer sind gut geschult und informiert, schlagfertig, rhetorisch sicher sowie außerordentlich penetrant und fordernd. Die Schilderungen der Betrüger klingen im ersten Moment überzeugend und glaubhaft, weshalb im Affekt viele Kundinnen und Kunden den Aufforderungen spontan nachkommen.

Betrugsprävention wird immer wichtiger

„Kriminelle werden immer skrupelloser, wenn es darum geht, an Geld zu gelangen. Deshalb schulen und informieren wir unsere Mitarbeitenden regelmäßig, um Betrugsversuche zu verhindern und unsere Kundinnen und Kunden optimal zu beraten“, so Ralph Walter, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Waiblingen. „Die Prävention ist bei der Betrugsbekämpfung daher das A und O. Denn wenn das Bargeld erst einmal übergeben oder die Überweisung ausgeführt ist, ist es in den meisten Fällen leider bereits zu spät.“

Aufmerksamkeit schaffen und aufklären

Betrugsprävention seitens der Sparkasse reiche jedoch nicht aus. „Deshalb schulen wir nicht nur unsere Mitarbeitenden, sondern sensibilisieren alle Bürgerinnen und Bürger für das Thema“, so Ralph Walter. Denn nur wer die Tricks der Betrüger kennt, könne sich schützen. Neben dem klassischen Enkeltrick häufen sich in den letzten Monaten Betrugsversuche über Whatsapp-Nachrichten. Die Täter senden eine betrügerische Nachricht vom vermeintlichen Sohn oder der vermeintlichen Tochter, der/die über eine Notlage berichtet (wie z. B. Handy verloren, neue Nummer, PC kaputt). Gleichzeitig wird um eine oder mehrere dringende Überweisungen an einen Freund gebeten. Weitere aktuelle Betrugsmaschen veröffentlicht die Kreissparkasse Waiblingen in ihrer Internetfiliale auf www.kskwn.de/sicherheit oder auch über ihre Social-Media-Kanäle.

Betrug durch Schockanruf in Backnang

Eine Seniorin aus Backnang ist am Mittwoch (24.08.) Opfer eines Betrugs per Schockanruf geworden. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Aalen hervor. Den Angaben zufolge riefen Betrüger gegen 16 Uhr bei der Frau an. Sie sagten ihr, dass ihr Enkel an einem Verkehrsunfall, bei dem eine Person tödlich verunglückt sei, beteiligt wäre. Im Verlauf des Telefonats schilderte der angebliche Enkel „heulend“ denselben Sachverhalt. „Ein weiterer Gesprächspartner, dieses Mal ein angeblicher Polizist oder Staatsanwalt, fragte die Seniorin nach vorhandenen Wertgegenständen und forderte eine entsprechende Kaution“, heißt es weiter.

Die Betrüger hielten die Frau so lange in der Leitung, bis sie an deren Haustür ankamen. Offenbar zu zweit vor Ort, nahmen die Tatverdächtigen dann die Wertgegenstände entgegen. Laut Polizei wurde die Seniorin um Schmuck und circa 40.000 Euro Bargeld betrogen.

Nun ermittelt die Kripo. Unter der Telefonnummer 0 73 61/58 00 wird um Hinweise zum Tatgeschehen gebeten. Der Mitteilung zufolge sollten sich vor allem Anwohner oder Passanten melden, die im Bereich der Straße In der Taus verdächtige Personen oder Fahrzeuge wahrgenommen haben. Erfahrungen zeigten, so die Polizei, dass die Täter nicht selten in Taxis oder Fahrzeugen mit überregionalen Kennzeichen zur Abholung der Beute kommen. Entsprechende Wahrnehmungen könnten für die Kripo wichtig sein.

Beim Polizeipräsidium Aalen werden in letzter Zeit wieder vermehrt Anrufstraftaten wie diese in Backnang registriert. Die Betrüger nutzen die verschiedensten Maschen, um an das Vermögen ihrer Opfer zu gelangen. In der aktuellen Mitteilung gibt die Polizei Verhaltenstipps:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht von Anrufern unter Druck setzen.
  • Rufen Sie Ihre Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer zurück und klären Sie, inwieweit der vorgebrachte Sachverhalt der Wirklichkeit entspricht.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen (Namen etc.) und finanziellen Verhältnisse.
  • Wichtig: Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen. Ziehen Sie zuvor eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie die Polizei.
  • Bedenken Sie: Eine fällige Kaution im Strafverfahren wird nicht von der Polizei erhoben oder entgegengenommen.

Innerhalb kurzer Zeit wurden Kunden der Kreissparkasse Waiblingen Opfer des Enkeltricks – zum Glück erfolglos. In beiden Fällen konnte der Schaden nur durch das aufmerksame Verhalten der Mitarbeitenden vor Ort verhindert werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Kreissparkasse Waiblingen setzt verschiedene Maßnahmen im Kampf gegen Betrugsmaschen um, ruft aber gleichzeitig alle Kundinnen und Kunden zur erhöhten Vorsicht auf.

„Hier spricht die Polizei. Wir müssen Ihnen etwas

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