Rems-Murr-Kreis

Schritttempo am Rems-Viadukt: Jetzt ist der Schaden behoben

Bahnbrücke Neustadt
Das Rems-Viadukt zwischen Waiblingen und Neustadt-Hohenacker: Hier durften S- und Regionalbahnen nur Schritttempo fahren. © Gabriel Habermann

Die Anfragen an die Redaktion häuften sich: Was ist los beim Viadukt über die Rems? Auf der großen Brücke zwischen den Bahnhöfen Waiblingen und Neustadt-Hohenacker fuhren die Züge so langsam, dass man hätte nebenherlaufen können. Teilweise blieben sie vor der Brücke minutenlang stehen. Zu sehen war aber nichts. Das Viadukt marode? Gefahr im Verzug? Mitnichten! Seit Freitagnachmittag ist die Sache wieder erledigt.

Ganz gleich ob S-Bahn oder Regionalzug – so manchen Fahrgast schien ein Gruseln zu überkommen: Warum fuhren die Bahnen so langsam über das Rems-Viadukt? Die Züge blieben die ersten Tage sogar oft vor dem Viadukt stehen. Informationen für die Fahrgäste gab’s keine, irgendwann zuckelte die Bahn halt wieder los. Mit „Instandhaltungsarbeiten“ erklärte die Deutsche Bahn das Phänomen, das zu Verspätungen von fünf bis zehn Minuten führte. Und ja, hieß es, das würde noch eine Weile so gehen.

Man sieht am Viadukt niemanden arbeiten

Kann nicht sein, mutmaßte dann ein Bahnfahrer, der sich in der Redaktion zum Thema meldete. Da müsse mehr und Schlimmeres dahinterstecken. Denn arbeiten sehe man auch niemanden.

Letzteres stimme, gab die Pressestelle der Deutschen Bahn zu. Bis einschließlich Donnerstag arbeitete da niemand.

Das Ganze entstand so: Das Rems-Viadukt wurde inspiziert. „Es geht ja bei uns immer um die Sicherheit.“ Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass die Lager auf dem Viadukt erneuert werden müssen. Und das, so heißt es von der Deutschen Bahn, konnte auch nicht mehr warten, sondern musste gleich geschehen.

Die Pressesprecherin der Deutschen Bahn erklärte das so: Die Schienen werden mit Hilfe von bestimmten Lagern mit dem Brückenbau verbunden. Diese Lager dienen dazu, die Kräfte, die vom Zug aufs Gleis und damit auf den Brückenbau übertragen werden, so auszugleichen und zu verteilen, dass kein Schaden entsteht. Sind diese Lager kaputt, können Kräfte auf den Brückenbau einwirken, die der Sicherheit abträglich sind. Deshalb müssen die Züge langsam fahren. Denn mit der verringerten Geschwindigkeit verringern sich auch die auf die Brücke wirkenden Kräfte.

Offensichtlich war das beim Rems-Viadukt der Fall. Dennoch sahen die Fahrgäste am Viadukt lange keine Fachleute werkeln. Ursprünglich hieß es sogar: Die Lager sollen „in der letzten Juliwoche“ gerichtet werden. Das wäre noch eine Zeit hin gewesen. Die Befürchtung lautete sogar: Es könne auch später werden. Also noch mehrere Wochen Schritttempo.

Die ersten Tage war das alles noch ein bisschen kompliziert. Der Lokführer musste vor der Brücke anhalten und mit dem Fahrdienstleiter kommunizieren: Wann darf ich fahren? Das dauerte. Und brachte die großen Verspätungen mit sich. Ab Donnerstag, 14. Juli, war dann immerhin ein Signal eingerichtet, nach dem sich die Lokführer richten konnten. Die Kommunikation mit dem Fahrdienstleiter entfiel, die Verspätungen schrumpften auf ein bis zwei Minuten und waren hauptsächlich der Langsamfahrt geschuldet.

Welche Freude! Die Fachleute für die Reparatur waren früher da als erwartet

Und dann: Welche Freude! Die Fachleute, die den Schaden an den Lagern beheben konnten, waren schon am Freitag, 15. Juli, vor Ort. Die Schritttempo-Zeiten sind vorbei. Die Fahrgäste können jetzt zwar nicht mehr, wie tageweise gehabt, den Blick viele Minuten lang von oben durchs schöne Remstal wandern lassen. Doch dafür sind die Verspätungen endlich wieder passé. Die Brücke übrigens, beruhigte die Pressesprecherin der Deutschen Bahn, drohte nie, davonzubröseln

Die Anfragen an die Redaktion häuften sich: Was ist los beim Viadukt über die Rems? Auf der großen Brücke zwischen den Bahnhöfen Waiblingen und Neustadt-Hohenacker fuhren die Züge so langsam, dass man hätte nebenherlaufen können. Teilweise blieben sie vor der Brücke minutenlang stehen. Zu sehen war aber nichts. Das Viadukt marode? Gefahr im Verzug? Mitnichten! Seit Freitagnachmittag ist die Sache wieder erledigt.

Ganz gleich ob S-Bahn oder Regionalzug – so manchen Fahrgast schien ein

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