Rems-Murr-Kreis

Seit Monatsbeginn zwölf Covid-19-Tote: Wird der Rems-Murr-Kreis Hotspot-Kreis? Freitag ist Tag der Entscheidungen

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Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Zwölf Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sind seit dem 1. Dezember im Rems-Murr-Kreis gestorben. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie damit 138 Coronatode in unserem Kreis zu beklagen.

Die Rems-Murr-Kliniken versorgen aktuell 77 Covid-19-Patienten, davon 18 Patienten auf der Intensivstation, 14 Patienten müssen invasiv beatmet werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in unserem Landkreis lag am Donnerstag mit 213 (Mittwoch: 214) zum zweiten Mal in Folge bei über 200 je 100.000 Einwohner und wird sehr wahrscheinlich zum Wochenende hin weiter darüber liegen. Im Laufe dieses Freitags wird sich also entscheiden, ob sich der Rems-Murr-Kreis ganz formell in die Liga der baden-württembergischen „Hotspotkreise“ einreihen und ob er verschärfte Einschränkungen des öffentlichen Lebens verfügen muss. Liegt die Inzidenz drei Tage in Folge über 200, so greift ein Landes-Erlass vom 4. Dezember. Die Landkreis-Verwaltung ist vorbereitet und hat eine Allgemeinverfügung in der Schublade. Verschärfte Einschränkungen wie eine nächtliche Ausgangssperre und Friseur-Schließungen würden aber frühestens ab Sonntag, 13. Dezember, gelten, so Landrat Dr. Richard Sigel.

Mittlerweile acht Hotspotkreise in Baden-Württemberg

An diesem Freitag soll es um 15 Uhr eine Pressekonferenz zu den Einschränkungen, Kontrollen, Bußgeldern und mehr geben. Wir berichten live unter www.zvw.de.

Mittlerweile gibt es acht Hotspotkreise in Baden-Württemberg: Stadtkreis Pforzheim und Enzkreis, Heilbronn (Stadtkreis und Landkreis), Stadtkreis Mannheim sowie Landkreis Calw, Landkreis Tuttlingen und Landkreis Lörrach.

Weil der Stadtkreis Pforzheim an drei Tagen in Folge die 300er-Inzidenz-Marke überschritten hat, gelten dort auf einen Landes-Sondererlass hin sogar zusätzlich Ausgangsbeschränkungen auch tagsüber.

Auf dem Weg zum Hotspotkreis sind neben dem Rems-Murr-Kreis, der Landkreis Freudenstadt, der Landkreis Rottweil und der Stadtkreis Ulm. In Richtung 200er-Inzidenz geht es auch im Schwarzwald-Baar-Kreis und im Ostalbkreis.

Derweil hat sich der Mathematiker und SPD-Landtagsabgeordnete Gernot Gruber aus Backnang in die Inzidenz-Zahlen vertieft und festgestellt, der Rems-Murr-Kreis habe mit einem Wert von 200 bereits am Dienstag die Hotspotgrenze erreicht. Müsste der Dienstag demnach nicht eigentlich schon mitgezählt werden und wäre die Ausrufung zum Hotspotkreis deshalb nicht schon längst fällig? Gruber fragte auch beim Ministerialdirektor des Landessozialministeriums nach und der habe ihm mitgeteilt, „dass ‘über 200’ schon im Sinne ‘ab 200’, also >=200, interpretiert wird.“

„Wir betreiben keine Haarspalterei um Kommastellen"

Streng genommen lag der Inzidenzwert im Rems-Murr-Kreis am Dienstag jedoch nur aufgerundet bei 200, genau genommen aber bei 199,9 oder 199,2 – je nachdem, ob man die Statistik des Kreis- oder des Landes-Gesundheitsamts zugrundelegt. Laut Erlass haben die Angaben des Landes-Gesundheitsamts zu gelten.

„Die Diskussion hat nicht die Kreisverwaltung angestoßen“, sagt Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes. „Wir betreiben keine Haarspalterei um Kommastellen, sondern sind vorbereitet, mit einer Allgemeinverfügung spontan reagieren zu können.“ Um der Bevölkerung einen Vorlauf zu geben, habe der Landrat aber eben angekündigt, dass frühestens ab Sonntag weitere Einschränkungen gelten werden.

„Die unterschiedlichen Kommastellen rühren wohl daher, dass das Landesgesundheitsamt für die Berechnung bei der Bevölkerungszahl des Rems-Murr-Kreises Angaben mit Stand 2019 des Landesamtes für Statistik heranzieht, nämlich 427.248, während wir immer von 426.635 Einwohnern ausgegangen sind“, so Martina Keck. Das Kreis-Gesundheitsamt werde sich fortan an die Berechnungsgrundlage des Landes anpassen, um Verwirrung zu vermeiden.

Zwölf Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sind seit dem 1. Dezember im Rems-Murr-Kreis gestorben. Insgesamt sind seit Beginn der Pandemie damit 138 Coronatode in unserem Kreis zu beklagen.

Die Rems-Murr-Kliniken versorgen aktuell 77 Covid-19-Patienten, davon 18 Patienten auf der Intensivstation, 14 Patienten müssen invasiv beatmet werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in unserem Landkreis lag am Donnerstag mit 213 (Mittwoch: 214) zum zweiten Mal in Folge bei über 200 je 100.000

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