Rems-Murr-Kreis

Sie haben eine Wohnung für Ukraine-Flüchtlinge? Diese sieben Infos sind wichtig

Flüchtlinge kommen in Berlin an
Flüchtlinge aus der Ukraine kommen im Ankunftszentrum Reinickendorf in Berlin an. © Annette Riedl

Die Menschen fliehen aus der bombardierten Ukraine und suchen Schutz. Die Stadt Backnang erwartet Flüchtlinge und bittet Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung. Andere Städte und Gemeinden im Kreis organisieren ebenfalls längst Hilfe. Doch wie genau geht das, wenn Flüchtlinge in ein Zimmer oder eine Wohnung einziehen sollen? Und wer übernimmt die Kosten?

Von den schrecklichen Bildern, die via Fernseher den Krieg in der Ukraine in unsere kuscheligen Wohnzimmer bringen, krampft’s so manchem den Magen zusammen. Doch es bleibt nicht beim schaurigen Abend-Gucken mit garantierter Aus-Taste. Die verzweifelten Menschen kommen bei uns im Rems-Murr-Kreis an. Und sie brauchen nicht nur Solidaritätsbekundungen und Mitleidsbezeugungen, sondern ganz konkrete Hilfe. Zum Beispiel eine Unterkunft – eine Wohnung, ein Zimmer. Das Landratsamt hat eine erste Auflistung all der Dinge zusammengestellt, die jene wissen sollten, die bereit sind, genau das anzubieten. Noch ist alles im Fluss, noch kommen täglich neue Infos. Doch ein Organisationsanfang ist gemacht.

Ich habe eine Wohnung oder ein Zimmer: Wie kann ich das vermitteln?

Sehr viel Flüchtlingshilfe läuft aktuell noch ganz privat. Aus verschiedenen Kommunen fahren engagierte Menschen in Richtung Polen und Ukraine, nehmen auf dem Hinweg Sachspenden mit und bringen auf dem Rückweg Flüchtlinge in den Kreis. Zimmer oder freie Wohnungen werden dann auch durch persönliche Kontakte vermittelt. Es gibt aber auch eine Plattform, auf der freie Betten zusammen mit Kontaktdaten eingegeben werden können. Geflüchtete oder deren Verwandte nehmen dann Kontakt auf, beziehungsweise die Plattform-Betreiber vermitteln diesen. Verfügbare Betten, Zimmer oder gar ganze Wohnungen können aber auch an das Rathaus am Wohnort gemeldet werden. Sinnvoll ist es, die maximale Anzahl von Geflüchteten anzugeben, die unterkommen können. Die Rathäuser werden dann bei Bedarf Kontakt aufnehmen.

Ich habe ein ganzes Haus frei: Wer organisiert hier die Unterbringung?

Wer sogar ein ganzes Gebäude mit Platz für mindestens 30 Betten hat, oder ein leerstehendes Grundstück, auf das Flüchtlingsunterkünfte – Container – gestellt werden können, wendet sich ans Landratsamt: Ansprechpartner ist Marcus Laderer, Telefon 0 71 51/50 11-457, E-Mai: m.laderer@rems-murr-kreis.de.

Wohnraum ist teuer: Kann ich Miete verlangen? Oder nicht?

Prinzipiell kann Miete verlangt werden. Es gibt hier zwei Möglichkeiten: Wer Geflüchtete im Haus oder in der eigenen Wohnung unterbringt, kann einen Mietvertrag aufsetzen. Das Landratsamt empfiehlt zum Beispiel den Mustermietvertrag vom Deutschen Mieterbund. Er ist im Internet zu finden, wenn die Stichworte „Mietvertrag“ und „Deutscher Mieterbund“ eingegeben werden. Es gibt aber auch viele andere Mustermietverträge, die verwendet werden können.

Sollten die Geflüchteten nicht genügend Geld haben, wird die Miete vom Landratsamt übernommen. Für die Übernahme der Kosten gelten Richtwerte. Weitere Infos gibt’s bei der Leistungsstelle im Landratsamt unter Telefon 0 71 51/50 11-172 oder unter Telefon 0 71 51/50 11-753.

Alternativ kann die Wohnung an das Rathaus vor Ort oder an das Landratsamt vermietet werden. Die Miete wird mit dem jeweiligen Amt ausgehandelt. Ansprechpartner bei den Kommunen sind auf den Homepages der Kommunen zu finden. Im Landratsamt ist Marcus Laderer, Telefon 0 71 51/50 11-457, E-Mail: m.laderer@rems-murr-kreis.de zuständig.

Wer übernimmt die Kosten bei einzelnen Zimmern?

Wer Geflüchtete in einzelnen privaten Zimmern unterbringt, bekommt einen Pauschalbetrag von 100 Euro pro untergebrachter Person. Der Gesamtbetrag ist allerdings auf 400 Euro pro bewohntem Zimmer gedeckelt. Wenn mehr Menschen in dem einen Zimmer leben, gibt’s trotzdem nicht mehr. Mit dem Pauschalbetrag sind auch die Nebenkosten abgedeckt. Um den Pauschalbetrag zu bekommen, muss eine Wohnungsgeberbestätigung vorgelegt werden. Dieses Formular ist üblicherweise auch auf den Homepages der jeweiligen Kommunen hinterlegt und kann runtergeladen werden. Zu finden ist es mit den Stichworten „Wohnungsgeberbestätigung“ und dem Namen des Wohnortes.

Nebenkosten schlagen aktuell auch gewaltig zu Buche: Wer zahlt die?

„Nebenkosten werden in angemessener Höhe übernommen“, heißt es im Info-Blatt des Landratsamts. Dabei mit hinein spielen die Größe der Wohnung, die Anzahl der Mieter und die Bauart des Hauses. Auch die Nebenkosten übernimmt die Leistungsstelle im Landratsamt. Infos unter Telefon 0 71 51/50 11-172 oder unter Telefon 0 71 51/50 11-753.

Was ist, wenn ich die Unterbringung beenden möchte?

Es kann vielerlei Gründe geben, die einen Vermieter dazu veranlassen, das Mietverhältnis wieder zu beenden. Wichtig: Das Rathaus der Kommune, in der die Geflüchteten wohnen, muss frühestmöglich informiert werden. Denn die Verwaltung ist dann für die Obdachlosenunterbringung zuständig – oder kann bei anderen Anbietern von privatem Wohnraum anfragen.

Gibt es rechtliche Fallstricke bei der Unterbringung von Geflüchteten?

Die Unterbringung von Geflüchteten aus der Ukraine ist jedem Bürger erlaubt. Auch für die Geflüchteten gibt es keinen Nachteil, wenn sie privat untergebracht sind. Grundsätzlich gilt: Die Geflüchteten müssen sich beim Einwohnermeldeamt des Wohnorts anmelden und sich dann bei der zuständigen Ausländerbehörde melden.

Die Großen Kreisstädte haben eigene Ausländerbehörden. Das heißt: Menschen, die in Backnang – inklusive Allmersbach im Tal, Althütte, Aspach, Burgstetten, Kirchberg an der Murr, Oppenweiler und Weissach im Tal – unterkommen, melden sich im Backnanger Rathaus. Menschen, die in Fellbach, Schorndorf, Waiblingen, Winnenden und Weinstadt unterkommen, melden sich in den jeweiligen Rathäusern.

Das Ausländeramt im Landratsamt betreut die Geflüchteten aus folgenden Kommunen: Alfdorf, Berglen, Großerlach, Kaisersbach, Kernen, Korb, Leutenbach, Murrhardt, Plüderhausen, Remshalden, Rudersberg, Schwaikheim, Spiegelberg, Sulzbach, Urbach und Welzheim.

Ansprechpartner für allgemeine Fragen zur Flüchtlingsaufnahme ist Steffen Blunck, Telefon 0 71 51/50 11-671.

Die Menschen fliehen aus der bombardierten Ukraine und suchen Schutz. Die Stadt Backnang erwartet Flüchtlinge und bittet Bürgerinnen und Bürger um Unterstützung. Andere Städte und Gemeinden im Kreis organisieren ebenfalls längst Hilfe. Doch wie genau geht das, wenn Flüchtlinge in ein Zimmer oder eine Wohnung einziehen sollen? Und wer übernimmt die Kosten?

Von den schrecklichen Bildern, die via Fernseher den Krieg in der Ukraine in unsere kuscheligen Wohnzimmer bringen, krampft’s so

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