Rems-Murr-Kreis

Sind die Geldanlagen sicher? Das sagen Kreissparkasse Waiblingen und Volksbank

business-gd2d37753f_1920
Im Krieg spielen die Börsenwerte immer verrückt. © pixabay

Verbraucher, Sparer und Anleger sind angesichts steigender Preise und schwankender Börsenwerte und Wirtschaftszahlen wegen des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen gegen Russland verunsichert. Wie sehen die Volks- und Raiffeisenbanken und die Kreissparkasse Waiblingen die Lage? Wie wirken sich die Sanktionen auf die Bankgeschäfte aus? Was ist mit Geldanlagen und Spareinlagen? Wie sehr leiden die Unternehmenskunden?

„Die Sanktionen gegen Russland haben auch Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Volksbank Stuttgart, allerdings sind diese Auswirkungen bislang nicht gravierend“, sagt Stefan Zeidler, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Stuttgart. „Eine Folge der Sanktionen ist, dass wir keine neuen Geschäftsbeziehungen mit Personen aufnehmen, die eine russische oder belarussische Staatsangehörigkeit haben und einen Wohnsitz außerhalb Deutschlands. Zudem wurde der Zahlungsverkehr mit Bezug zu Russland, den besetzten Gebieten und Weißrussland eingestellt. Als Regionalbank sind wir nicht direkt in Russland und Weißrussland engagiert.“

Ähnlich sieht das auch bei der Kreissparkasse Waiblingen (KSK) aus: „Als Sparkasse haben wir keine Anlagen in der Ukraine oder Russland im Eigengeschäft“, sagt KSK-Vorstandsvorsitzender Ralph Walter. „Aber indirekt sind wir durch die Kapriolen an den Kapitalmärkten und bei den Zinsen schon betroffen und müssen bestimmte Wertpapiere umschichten. Die Dimensionen sind aber im Moment noch beherrschbar.“

Größere Belastungen erwarten sowohl Zeidler als auch Walter aus wirtschaftlicher Sicht durch die rapide steigenden Rohstoffpreise und die anziehende Inflation. Wenn sich diese Entwicklung fortsetze, werde sie die Konsumenten und damit auch die Wirtschaft spürbar beeinträchtigen und die Konjunktur deutlich dämpfen. Auch die Investitionsbereitschaft werde sinken, die in den vergangenen beiden Jahren aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin schwach ausgeprägt war. Dies dämpfe die mittelfristigen Wachstumsaussichten und die Wettbewerbsfähigkeit. Und natürlich sind Volksbank und Kreissparkasse als Wirtschaftsunternehmen auch von Kostensteigerungen betroffen.

Privatkunden fragten gerade schon immer mal wieder nach wegen der kriegsbedingt angespannten Weltwirtschaftslage und ihrer Ein- und Anlagen. „Der Beratungsbedarf steigt gerade“, bestätigt Ralph Walter. „Panik ist auf jeden Fall auch jetzt kein guter Ratgeber, sondern Sorgfalt.“

Volksbank-Pressesprecher Robert Hägelen verweist hier auf ein „Fragen-und-Antworten-Paket“ der Deutschen Zentralgenossenschaftsbank (DZ Bank). Darin steht zum Beispiel zu lesen: „Die weitere Börsenentwicklung kann niemand voraussehen. (...) Anlageentscheidungen sollten mit Bedacht getroffen werden. Daher ist es sinnvoll, zunächst Ruhe zu bewahren, die Entwicklung zu beobachten und Entscheidungen über eventuelle Änderungen der eigenen Anlagestrategie wohlüberlegt zu treffen.“

Um die grundsätzliche Stabilität der Einlagen, beispielsweise auf Giro- oder Sparkonten, müsse sich niemand sorgen, sagt Ralph Walter. Hier wirke ohne Wenn und Aber die gesetzliche Einlagensicherung von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. „Und sogar für größere Einlagen.“ Denn sowohl Kreissparkasse als auch Volksbanken haben Stiftungsfonds, mit denen sich alle Institute gegenseitig unterstützen. Freilich mindere die Inflation und die fortgesetzten Null- oder Minuszinsen den Geldwert. „Und auch die Teuerungen werden die Konjunktur und die Konsumfreudigkeit in Deutschland insgesamt dämpfen.“

Auf einzelne Unternehmen in einzelnen Branchen, die Kunden bei der Volksbank und der Kreissparkasse sind, könnten wegen der steigenden Energiepreise und bestimmter Lieferengpässe, was Ressourcen und Teile angeht, schwere Zeiten zukommen. Das bestätigt auch Thomas Hagenbucher, Pressesprecher des baden-württembergischen Volks- und Raiffeisenbankverbands, der 144 Geld-Institute landesweit vertritt. „Wie sich das dann auf die Kreditwirtschaft und Unternehmensfinanzierungen auswirkt, muss abgewartet werden.“

Im Rems-Murr-Kreis seien nur einige Unternehmen stark im Russlandgeschäft engagiert gewesen, sagt KSK-Vorstandsvorsitzender Ralph Walter. „Die müssen sich nun andere Absatzmärkte suchen.“ Im Energiebereich allerdings sind wir alle bitter abhängig: Der überwiegende Teil des deutschen Erdgas-Bedarfs wird aus Russland (55 Prozent), Norwegen (30 Prozent) und den Niederlanden (13 Prozent) nach Deutschland importiert. Und Unternehmen in energieintensiven Branchen werden angesichts der Öl- und Gasabhängigkeiten von Russland und der steigenden Energiepreise nun sicherlich zu leiden haben und die Kosten weiterreichen, sagt Thomas Hagenbucher. „Etwa in den Branchen Chemie, Metall, Baustoffe oder Papier.“

Rohstoff-Teuerungen und Lieferengpässe betreffen zum Beispiel die Bauwirtschaft und die Automobilbranche. Laut Zentralverband des Deutschen Baugewerbes berichten Bauunternehmen über deutliche Preissteigerungen bei Stahl und Stahlerzeugnissen. „Rund 30 Prozent des Baustahls kommen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland.“ Hinzu kommt der hohe Anteil von Roheisen (40 Prozent aus diesen Ländern) und diverser weiterer Rohstoffe, die für die Stahllegierung notwendig sind (Nickel 25 Prozent und Titan 75 Prozent). Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht laut Deutscher Welle sogar davon, dass 44 Prozent der Nickel-Importe von dort stammten. Ein Fünftel des nach Deutschland importierten Palladiums kommt aus Russland und wird für Katalysatoren fehlen, Nickel zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien.

Automobilhersteller und Zulieferer sind auch auf Teile-Lieferungen angewiesen. Dies hat aktuell Produktionsstopps und Kurzarbeit bei Porsche, BMW und VW zur Folge. Zulieferer produzier(t)en in der Ukraine vor allem Kabelbäume. Sie und die Autohersteller profitier(t)en von den dortigen Niedriglöhnen. Zudem ist die Ukraine einer der wichtigsten Lieferanten des Edelgases Neon. Dieses wird für den Betrieb von Hochleistungslasern benötigt, die wiederum in der Halbleiterproduktion für Chips zum Einsatz kommen.

Verbraucher, Sparer und Anleger sind angesichts steigender Preise und schwankender Börsenwerte und Wirtschaftszahlen wegen des Ukraine-Kriegs und der Sanktionen gegen Russland verunsichert. Wie sehen die Volks- und Raiffeisenbanken und die Kreissparkasse Waiblingen die Lage? Wie wirken sich die Sanktionen auf die Bankgeschäfte aus? Was ist mit Geldanlagen und Spareinlagen? Wie sehr leiden die Unternehmenskunden?

„Die Sanktionen gegen Russland haben auch Auswirkungen auf die

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper