Rems-Murr-Kreis

So teuer ist Parken im Remstal: Vergleich von Waiblingen bis Schwäbisch Gmünd

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Unterer Marktplatz
Schorndorf, Unterer Marktplatz: liegt in der Tarifzone 1 laut Gebührenordnung. © Benjamin Büttner
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Anwohnerparken
Waiblingen, Fronackerstraße: Im oberen Teil gilt eine Parkscheibenregelung. © Gaby Schneider
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Parkplatz Friedhof
„Parkdruck“ am Urbacher Friedhof. Die Gemeinde Urbach hat sich deshalb vor kurzem entschlossen, dort zu bestimmten Zeiten eine Parkscheibenpflicht einzuführen. © Gabriel Habermann

Städte wie Schorndorf und Waiblingen nehmen laut eigenen Angaben jährlich rund 442.000 und 293.000 Euro an Parkgebühren ein. Andere Gemeinden hingegen verzichten gänzlich auf die Kostenpflichtigkeit von Abstellplätzen für Autos im öffentlichen Raum und setzen auf Parkscheibenregelungen, auch um ihrem Einzelhandel Wettbewerbsvorteile zu sichern. Ein remstalweiter Vergleich des Parkraum-Managements werktags und tagsüber mit Seitenblick zum vergleichsweise „teuren“ Nachbarn Schwäbisch Gmünd.

Am teuersten im selektiven Vergleich ist Schwäbisch Gmünd

1,50 Euro pro Stunde kostet in Schwäbisch Gmünd das Parken in den im Rahmen des städtischen Parkleitsystems durch die Apcoa Parking Deutschland GmbH bewirtschafteten Parkhäusern und öffentlichen Tiefgaragen, zehn Euro das Tagesticket. Gemeint sind: P1 City Center, P2 Parler-Markt und P4 Remsgalerie. Im P5 Rems-Deck und im P6 Fehrle-Parkhaus von Park-Service Hüfner sind die ersten 30 Minuten kostenfrei, danach sind für jede angefangene halbe Stunde 50 Cent zu berappen, bis zu einem Tageshöchstsatz von sieben Euro.

Für die Parkplätze am Gmünder Himmelsgarten hat der Gemeinderat im Juni diese Gebührenpflicht beschlossen: Bis 30 Minuten kostet es 50 Cent, bis 60 Minuten einen Euro; bis vier Stunden drei Euro, das Tagesticket fünf Euro.

Ansonsten liegen in Zonen mit Parkuhren und Parkautomaten in Schwäbisch Gmünd die Gebühren bei: 50 Cent bis 30 Minuten, 1,50 Euro bis 60 Minuten und auf manchen ausgewiesenen Kurzzeitparkplätzen bei zwei Euro bis 90 Minuten.

Im Waiblingen und Schorndorf ist das Parken günstiger

Die erste halbe Stunde in den Waiblinger Parkhäusern, wie auch auf allen anderen bewirtschafteten Parkplätzen in der Stadt, ist grundsätzlich kostenfrei. Jede weitere angefangene Stunde kostet einen Euro. Der Tageshöchstsatz beträgt wie in Gmünd zehn Euro. Zudem geben viele Geschäfte unter gewissen Umständen Parkrückvergütung.

Weiter draußen in den Parkgebührenzonen II, etwa auf den Parkplätzen Galerie oder Hallenbad, ist sogar die erste angefangene Stunde gebührenfrei, jede angefangene zwei Stunden kosten einen Euro und der Tageshöchstsatz beträgt fünf Euro.

Um die Nutzung des Parkraums durch eine möglichst große Anzahl von Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten, wurden auch in Schorndorf „die Gebühren entsprechend dem Wert des Parkraumes gestaffelt“, erläutert Verena Krabbe, Pressesprecherin der Stadtverwaltung:

  • In der Schorndorfer Tarifzone 1 südlich und nördlich der Bahnlinie für Kurzzeitparker sind die ersten 30 Minuten im Bereich der Höchstparkdauer von einer Stunde gebührenfrei, dann kosten jede angeforderten weiteren 15 Minuten 50 Cent.
  • In der Tarifzone 2, nördlich der Bahnlinie (Heinkelstraße), sind Tarife für Langzeitparker geregelt, zum Beispiel bis zwei Wochen zehn Euro und bis einen Monat 20 Euro. Die Mindestgebühr bis sechs Stunden beträgt zwei Euro.
  • Die Tarifzone drei umfasst die öffentlichen Parkplätze Unterer Marktplatz, Archivplatz, An der Mauer und Maier am Tor: 30 Minuten sind hier gebührenfrei, darüber hinaus kostet jede angeforderte 15 Minuten weitere Parkzeit 50 Cent.
  • In den Schorndorfer Ortsteilen werden laut Verena Krabbe keine Parkgebühren erhoben.

Kernen hat nur zwei kostenpflichtige gemeindeeigene Parkplätze

„Wir haben zwei kostenpflichtige gemeindeeigene Parkplätze (Tulpenstraße und die Tiefgarage Bürgerhaus)“, erläutert die Pressesprecherin der Gemeinde, Susanne Hermann. Tagsüber ist hier die erste halbe Stunde kostenfrei, danach fallen auf dem Parkplatz Tulpenstraße 50 Cent je angefangene Stunde an, ein Tagesticket kostet 1,50 Euro. In der Tiefgarage des Bürgerhauses jede angefangene Stunde ebenfalls 50 Cent.

Der Park&Ride-Platz an der S-Bahn-Station Rommelshausen liegt in der Zuständigkeit der Bahn und wird von dort bewirtschaftet. Die Park-&-Ride-Gebühren sollen hier nicht verglichen werden.

Fellbach, Weinstadt, Winnenden und andere setzen auf kostenfreies Parken

„In allen drei Fellbacher Ortsteilen, insbesondere in den Einkaufsstraßen, gilt eine ‘kostenfreie’ Parkscheibenregelung“, sagt Pressesprecherin Sabine Laartz. „Dies wurde bewusst veranlasst, um den Einzelhandel zu stützen. Die Parkflächen in den Tiefgaragen sind kostenpflichtig, die Gebühren sind derzeit moderat“: Die erste angefangene Stunde ist kostenlos, jede weitere angefangene Stunde kostet einen Euro. Tageshöchsttarif: zehn Euro. In der Tiefgarage Schwabenlandhalle kostet auch schon die erste Stunde einen Euro (Tageshöchstbetrag: acht Euro).

In Remshalden gibt es laut dem Ersten Beigeordneten Markus Motschenbacher keine Parkraumbewirtschaftung mit Parkgebühren: „Das kostenlose Parken – unter Beachtung von zeitlichen Parkregelungen – innerorts dient der Förderung des Einzelhandels.“

Ebenso in Weinstadt: „Es werden keine Parkgebühren erhoben“, bestätigt Pressesprecherin Claudia Leihenseder. „In ortzentrumsnahen Gebieten gibt es parkzeitbeschränkte Parkplätze (Kurzzeitparkplätze), Parkzonen für Anwohner werden auch keine vorgehalten.“

In Winnenden kann nahezu überall kostenfrei geparkt werden, sagt Pressesprecherin Franziska Götz. „In der Regel sind die Parkplätze mit einer Parkscheibenregelung zwischen 30 Minuten und zwei Stunden belegt.“ Parkgebühren würden lediglich an den P&R-Parkplätzen am Bahnhof erhoben.

Winnenden zeichne sich durch sein einmaliges Winnender Model aus. „Hier können Firmen Parkplätze mieten, um diese ihren Kundinnen und Kunden kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Dieses Modell findet sich in der Parkhaustiefgarage am Rathaus. Nähere Informationen zum Winnender Modell finden Sie auf der Homepage des Vereins Attraktives Winnenden.“

In Urbach gibt es Überlegungen, mit der Parkraumbewirtschaftung zu beginnen

Auch die Gemeinde Urbach hat zwar „bisher auf die Erhebung von Parkgebühren verzichtet, um so auch dem Einzelhandel in den Ortskernen (insbesondere auch im schwach frequentierten Ortskern von Urbach-Nord) einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den städtischen Einkaufsmöglichkeiten zum Beispiel in Schorndorf oder Schwäbisch Gmünd zu verschaffen“, sagt Ordnungsamtsleiter Achim Grockenberger.

Der Urbacher Gemeinderat habe jedoch die Verwaltung beauftragt, von einem Fachbüro eine Mobilitätskonzeption mit einem Konzept für eine geordnete Parkraumbewirtschaftung erstellen zu lassen. „Die Erarbeitung dieser Konzeption wird vom Gemeinderat in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen in Auftrag gegeben“, so Grockenberger.

An den Haupterschließungsstraßen im nördlichen Urbacher Ortszentrum in der Haubersbronner Straße herrsche großer Parkdruck, ebenso in einigen Erschließungsstraßen in den Dorf- und Wohngebieten etwa in der Friedhofstraße, Burgstraße oder im südlichen Teil der Bärenhofstraße. Allerdings sei man in Urbach noch weit davon entfernt, sich über „städtische Verhältnisse“ beklagen zu können. „Brennpunkte, was das Parken angeht, gab es während der Corona-Zeit eher bei den Wanderparkplätzen an der Hagsteige und im Bärenbachtal (Buxparkplatz). Auch rund um das Freibad gibt es an sonnig-heißen Tagen Kapazitätsprobleme“, sagt Grockenberger.

Auffallend sei auch, dass Parkplätze an kommunalen Einrichtungen wie dem Friedhof oder an der Auerbachhalle immer mehr von Anwohner/-innen als Dauerparkplätze missbraucht worden seien. „Die Gemeinde Urbach hat sich deshalb vor kurzem entschlossen, zu bestimmten Zeiten eine Parkscheibenpflicht einzuführen und diese Parkplätze zu den Hauptnutzungszeiten dieser Einrichtungen nur für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung zu stellen.“

Städte wie Schorndorf und Waiblingen nehmen laut eigenen Angaben jährlich rund 442.000 und 293.000 Euro an Parkgebühren ein. Andere Gemeinden hingegen verzichten gänzlich auf die Kostenpflichtigkeit von Abstellplätzen für Autos im öffentlichen Raum und setzen auf Parkscheibenregelungen, auch um ihrem Einzelhandel Wettbewerbsvorteile zu sichern. Ein remstalweiter Vergleich des Parkraum-Managements werktags und tagsüber mit Seitenblick zum vergleichsweise „teuren“ Nachbarn Schwäbisch

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